Lieber Börsianer, 

es ist wieder einmal soweit! Hierzulande startet die Dividendensaison und die Unternehmen schütten per saldo milliardenschwer aus. Allein im April erwarten uns Dividendenzahlungen bekannter DAX-Titel wie Bayer, Covestro, Henkel oder Münchener Rück, um nur einige zu nennen. Im Mai schließt dann die Saison mit einer zweiten massiven Dividenden-Welle ab. Keine Frage, das wird für uns ein Fest! 

Trotzdem trifft unter vielen Anlegern die Dividendenstrategie immer noch auf gewisse Skepsis. Die Skeptiker argumentieren dann oftmals so: Was hilft mir eine satte Dividende, wenn sich die entsprechende Aktie am ex-Tag, also kurz vor der realen Ausschüttung, entsprechend ermäßigt. Börsianer bezeichnen diese Ermäßigung, die immer ungefähr der prozentualen Höhe der Dividendenrendite entspricht, auch als Dividendenabschlag. 

Ein Beispiel: Die Pfefferminzia AG notiert vor dem ex-Tag bei exakt 10 Euro. Nun wird eine Dividende in Höhe von 0,5 Euro je Aktie ausgekehrt. Folglich fällt der Kurs der Pfefferminzia-Aktie von 10 auf 9,50 Euro.  

Das ist doch objektiv am Ende ein Nullsummenspiel, oder?  

Fundamental betrachtet ist dieser Kursabschlag in Höhe der Dividende nur logisch. Schließlich fließt aus dem Unternehmen Geld ab, ergo verringert sich sein Börsenwert.  

Zur Verdeutlichung füge ich den Kurzfrist-Chart der Deutschen Telekom an. Das Unternehmen handelte am 28. März ex-Dividende, also sackte der Kurs um rund 0,80 Euro ab. Dieser Betrag entspricht ungefähr der ausgekehrten Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie.

Je länger Sie eine Dividendenaktie halten, desto höher die Rendite 

Freilich unterschlägt diese Argumentation einen ganz wesentlichen Erfolgsfaktor der Dividendenstrategie, nämlich die Zeit. 

Kurzfristig betrachtet schafft eine Dividendenausschüttung in der Tat keine zusätzliche Rendite. Wie gesagt, der Dividendenabschlag nimmt die Rendite sofort wieder weg. Langfristig freilich sieht die Rechnung ganz anders aus.  

Ein Beispiel aus meinem Depot: Die Aktie der Münchener Rück habe ich Ende 2008 für rund 104 Euro erworben. 2009 erfolgte dann im April oder Mai eine Ausschüttung in Höhe von 5,50 Euro. Die Aktie ermäßigte sich entsprechend um knapp 5 %. Nun 2019 schüttet die Münchener Rück 9,25 Euro je Aktie aus. Daraus ergibt, gerechnet auf den aktuellen Kurs von rund 215 Euro, ein prozentualer Dividendenabschlag in Höhe von 4,5 %.  

Nun errechne ich meine persönliche Rendite allerdings nicht auf Basis des aktuellen Kurses, sondern auf Basis meines Einstandskurses von 104 Euro. Also kassiere ich in diesem Fall eine Rendite in Höhe von 8,9 %. Ergo kratzt mich der Dividendenabschlag in Höhe von 4,5 % nicht mehr. 

Außerdem habe ich als Dividenden-Investor die begründete Hoffnung, dass die Aktie den Dividendenabschlag binnen weniger Wochen wieder aufholt.  

Dieses Beispiel verdeutlicht: Gute Dividendenaktien lassen Sie am besten einige Jahre im Depot reifen. Damit ist der Dividendenabschlag für Sie auch kurzfristig kein Problem mehr. Außerdem steigt in der Regel die Dividendenrendite, gerechnet auf Ihren persönlichen Einstandskurs, laufend.  

So streiche eben in diesem Jahr bei der Münchener Rück eine Rendite von knapp 9 % ein, bei Royal Dutch sind es knapp 8 % und bei Roche knapp 7 %. Das Einzige, was ich wirklich bedauere: Hätte ich diese simplen Zusammenhänge schon als junger Börsianer verstanden, dann müsste ich Ihnen diesen Brief nicht aus meinem Büro in Augsburg schreiben, sondern säße wahrscheinlich jetzt an der Cote d´Azur.  

Aber egal! Die Cote d´Azur kommt für mich trotzdem irgendwann, weil ich mittlerweile die richtige Dividendenstrategie verfolge.  

Reizt Sie auch die liebliche Cote d´Azur oder sind Sie mehr der herbe Sylt-Typ? Ganz egal, wo Sie Ihren Lebensabend verbringen möchten, mit mir und meinem Dienst kommen Sie schneller an Ihre Ziele. Bleiben Sie am Ball! Mehr dazu schon ganz bald!