Lieber Börsianer, 

bekanntlich sind die Zeiten für den deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard derzeit turbulent. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Marktmanipulation und durchsuchte zuletzt sogar die Räumlichkeiten der Firmenzentrale. Die Großinvestoren sind verärgert und streben eine Ablösung des glücklosen Vorstandsvorsitzenden Markus Braun an.  

Auf der anderen Seite findet sich die Schar der eingefleischten Wirecard-Fans. Die werfen den Medien Fehlinformationen vor. Überhaupt würde man am Markt dieses großartige Zukunftsunternehmen unterschätzen, so die Fans. Vor einigen Monaten gründete sich zu der Aktie sogar eine Facebook-Gruppe namens Wirecard – a lifetime invest. Wie der Name schon verrät, hier versammeln sich die ganz überzeugten Wirecardianer“. Hier wird die Aktienanlage zur Glaubenssache.  

Und diese Facebook-Gruppe vibriert gerade in großer Aufregung. Man ist „heiß auf den Donnerstag“, wie zuletzt ein Wirecardianer auf Facebook schrieb. Und dieser Donnerstag ist heute. Heute präsentiert der Münchener Zahlungsdienstleister seinen Abschluss. Heute soll Butter bei die Fische oder Transparenz an die umstrittene Bilanz 

Dabei geht es weniger um die Jahreszahlen an sich, sondern darum, ob diese glaubwürdig und belastbar sind, und ob der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young sein uneingeschränktes Testat erteilen wird. Und dabei stehen die Prüfer von Ernst & Young unter Beobachtung, denn schon in der Vergangenheit testierten sie für Wirecard. Und nicht wenige Beobachter meinen, hier wurden Gefälligkeitstestate verteilt.  

Die Zukunft des Unternehmens hängt am seidenen Faden 

Aber nicht nur für die Aktionäre des Unternehmens geht es heute ums Ganze, sondern auch für Wirecard selbst. Gelingt es dem Unternehmen heute nicht alle Zweifel auszuräumen, kann es für die Bayern zu einer unheilvollen Kettenreaktion kommen.  

Erstens: Die Geschäftszahlen, um die es heute geht, hätten gemäß dem Reglement der Deutschen Börse bereits im April sauber testiert auf dem Tisch liegen müssen. Bringt Wirecard heute schon wieder kein Testat zusammen, droht dem Unternehmen die Verabschiedung aus dem regulierten Prime Standard und dem DAX. Das zöge eine massive Verkaufswelle nach sich, da viele Investoren ausschließlich im Prime Standard kaufen dürfen.  

Zweitens: Finanzdienstleister benötigen in Deutschland das jährliche Testat. Liegt dieses Qualitätssiegel nicht vor, muss die Finanzaufsicht Bafin die Banklizenz entziehen. Jeder von Ihnen weiß, was das für dieses Unternehmen bedeutet, nämlich die Abwicklung und Stilllegung. Bisher haben die Bundes-Finanzaufseher das Unternehmen recht zuvorkommend behandelt. Schließlich will niemand willkürlich bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle zerstören. Auf Dauer kennt die Bankenaufsicht hierzulande allerdings kein Pardon.  

Das sind natürlich Extrem-Szenarien, und ich drücke dem führenden deutschen Fintech als Börsianer alle Daumen, dass man die Katastrophe abwenden kann. Jetzt muss der Unternehmensführung der Befreiungsschlag gelingen. Dann wird die Aktie steil gehen. Heute Abend wissen wir mehr. 

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