Liebe Börsianer,

wer war im vergangenen Jahr eigentlich besser? Wer hat die stärkeren Renditen am Markt geholt, Profis oder Privatanleger?

Leider finden wir zu dieser Fragestellung keine wirklich belastbaren Zahlen. Mein Bauchgefühl sagt mir aber: 2020 waren die Privatanleger oder Laien-Börsianer eindeutig die besseren Depotbetreuer. Erst vor wenigen Wochen besuchte ich eine Branchenveranstaltung, und meine Kollegen jammerten und schimpften über dieses schwierige Corona-Jahr. Spreche ich hingegen mit den Lesern meiner Börsendienste, gewinne ich regelmäßig den Eindruck, dass man im zurückliegenden Jahr mehrheitlich ganz hervorragend verdient hat.

Wo waren die Privaten besser? Tatsächlich wurden beide Anlegergruppen von der scharfen Korrektur der Monate Februar und März gleichermaßen überrascht. Dann aber liefen die Depots beider Seiten plötzlich auseinander. Denn die professionellen Geldmanager sicherten im Verlauf des März ab und schoben die Cashquoten genau zum falschen Zeitpunkt nach oben. Man rechnete nämlich mit einer langanhaltenden Corona-Baisse. Als der Markt dann bereits Ende März wieder machtvoll nach oben abdrehte, war man zu weit weg vom Wind und profitierte von der Erholung nur unzureichend.

Privatanleger hingegen blieben unbekümmert bei ihrer Strategie und fassten dann ab April und Mai sogar nach. Dabei agierten Sie mehrheitlich offensiv und setzten auf Coronagewinner wie Netflix, Zoom Video oder die Onlineapotheken Zur Rose und Shop Apotheke. Außerdem war man stark in Wasserstoff und anderen Segmenten der E-Mobilität investiert. Das war ohne Frage eine explosive Mischung.

Das vergangene Jahr hat damit eindrücklich bewiesen, Börse ist kein Hexenwerk. Sie müssen nicht an der Universität die Seminare Wertpapieranalyse 1 und 2 belegt haben, um mit Aktien erfolgreich zu sein. Ganz im Gegenteil: Ich behaupte, an der Börse hat der zupackende Praktiker oftmals die Nase vorn. Der verkopfte Theoretiker ist tatsächlich für das Börsenparkett nicht geeignet.

Freilich, das räume ich unumwunden ein, mache ich mir Sorgen. Ich befürchte, dass viele Privatanleger die Party nicht rechtzeitig verlassen werden und fälschlicherweise davon ausgehen, dass sich die Trends des vergangenen Jahres ungebrochen fortsetzen. Ich bin da skeptisch, denn schließlich erwarten wir, dass die diversen Impfstoffe die Pandemie im Verlauf dieses Jahres zurückdrängen werden. Zu Deutsch: Die Coronagewinner 2020 werden heuer nicht so Fokus des Marktes stehen. So überrascht es nicht, dass etwa die Aktie des Spezialisten für Videokonferenz-Anwendungen, Zoom Video, gegenwärtig nur noch rückwärtsläuft. Auch die zuletzt gesuchten Impfstoff-Aktien wollen nicht mehr so richtig. Die Story scheint eingepreist, und die Karawane zieht schon weiter und sucht die nächsten Trendthemen.

Deshalb mein Appell an Sie: Passen Sie jetzt Ihre Strategie behutsam an und holen Sie sich bei den Highflyern der letzten Monate einmal Ihren Gewinn ab! Veredeln Sie jetzt Ihre erfolgreiche Depotarbeit und bereiten Sie sich auf die neuen Trends 2021 vor.

Wie Sie Ihr Depot jetzt mit Augenmaß anpassen und umstellen, erfahren Sie jede Woche unter anderem in meinem Börsendienst RENDITE TELEGRAMM. Mehr Informationen zu meiner Arbeit finden Sie hier.

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