Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

vor einigen Jahren, als ich gerade meine Karriere im Immobilieninvestment begann, beschäftigte mich der Gedanken, Geld in eine Eigentumswohnung in Waikiki zu stecken.

Das Problem war, dass mich das Investment jeden Monat 300 Dollar gekostet hätte.

Damals hätten 300 Dollar pro Monat für mich dasselbe bedeutet wie heute 300.000 Dollar pro Monat. Als ich die Zahlen meinem reichen Vater vorrechnete, fragte er mich: „Warum möchtest du jeden Monat 300 Dollar verlieren?“ Mit anderen Worten: Mein reicher Vater wollte von mir wissen, warum ich Geld in Investitionen zu stecken gedachte.

„Nun“, erzählte ich ihm, „der Immobilienmakler sagte mir, die Eigentumswohnung würde an Wert zulegen und ich würde Gewinn machen.“

Mein reicher Vater lachte und fragte: „Wie viele Eigentumswohnungen kannst du dir leisten, die dich jeden Monat 300 Dollar kosten?“

„Aber sie wird wahrscheinlich im Wert steigen und dann bekomme ich mein Geld zurück, sobald ich sie wieder verkaufe.“

„Du hast wahrscheinlich recht“, sagte mein reicher Vater, „aber du hast mir meine Frage nicht beantwortet. Wie viele Eigentumswohnungen kannst du dir leisten, die dich jeden Monat 300 Dollar kosten?“

Zu der Zeit lag mein versteuertes Nettoeinkommen nur bei etwa 2.000 Dollar pro Monat – dem Ausgaben in Höhe von ungefähr 1.800 Dollar monatlich gegenüberstanden –, sodass ich mir in Wirklichkeit nicht einmal eine einzige Eigentumswohnung leisten konnte, die mich monatlich 300 Dollar gekostet hätte – selbst, wenn sie irgendwann in der Zukunft an Wert gewonnen hätte.

Also war meine verlegene Antwort: „Ich kann mir nicht mal eine einzige leisten, durch die ich Geld verliere.“

Darauf erwiderte mein reicher Vater lächelnd: „Merke dir, was ich dir jetzt gezeigt habe. Jeder Dummkopf kann mit einem Investment Geld verlieren. Dazu braucht es nicht viel finanzielle Cleverness.“

Dieser Rat mag simpel klingen, aber wenn man darüber nachdenkt, dann investieren Menschen ihr hart verdientes Geld jeden Tag und bekommen kaum etwas dafür zurück. Anders ausgedrückt kostet das Investment sie mehr Geld, als dass es ihnen etwas einspielt.

Beispielsweise stecken Millionen von Arbeitern ihr Geld in vom Arbeitgeber mitfinanzierte private Altersvorsorge in der Hoffnung, dass das Konto irgendwann so voll ist, dass sie in Rente gehen können.

Und Millionen von Menschen legen ein wenig Geld beiseite, entweder auf der Bank oder unter das Kopfkissen, und bekommen so gut wie nichts dafür zurück. Sie alle bezahlen, um zu investieren, anstatt für das Investieren bezahlt zu werden.

Die Lektion, die mir mein reicher Vater einbläute und die ich Ihnen jetzt einbläuen möchte, ist, dass eine Investition einen jeden Monat reicher machen sollten, nicht ärmer. Sie sollte jeden Monat Geld in meine Taschen spülen und nicht Geld herausnehmen.

Für ihn war es ein Wunder, dass es so vielen Verkäufern von Finanzdienstleistungen gelingt, finanziell naiven Leuten die Idee, dass man zum Investieren bezahlen muss, als klug zu verkaufen.

Er wollte, dass die Menschen lernen, gründlicher nach besseren Investitionen zu suchen – um zu professionellen Investoren zu werden und nicht zu naiven.

Als er mich fragte: „Wie viele Eigentumswohnungen kannst du dir leisten, die dich jeden Monat 300 Dollar kosten?“, da fragte er mich auch: „Wie viele Eigentumswohnungen kannst du dir leisten, die dir jeden Monat 300 Dollar einbringen?“ Die offensichtliche Antwort lautet: „So viele ich finden kann.“

Der Unterschied zwischen Kapitalgewinn und Cashflow

Die meisten Menschen investieren für Kapitalgewinne. Darum freuen sie sich aufgeregt, wenn die Börse floriert oder ihr Zuhause an Wert zulegt. So investieren meine Freunde aus Hollywood und die meisten Leute: Sie legen sich eine Immobilie zu, renovieren sie und wollen sie mit Gewinn wieder verkaufen. Dasselbe machen die meisten Arbeiter, die für die Altersvorsorge an der Börse investieren.

Leute, die für Kapitalgewinne investieren, sind Spieler. Wie Warren Buffett sagte: „Der dümmste Grund der Welt dafür, eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie im Wert steigt.“

Investitionen für Kapitalgewinne sind auch der Grund dafür, warum viele Investoren Depressionen bekommen, wenn die Börse schwächelt oder ihr Zuhause an Wert verliert.

Ein in finanziellen Belangen gebildeter Mensch investiert sowohl für Kapitalgewinne als auch für Cashflow. Dafür gibt es zwei hauptsächliche Gründe.

Grund Nr. 1: Geld muss aus einer Vermögensanlage abfließen, die Cashflow generiert, sonst verliert es an Wert. Mit anderen Worten: Wenn Ihr Geld nur irgendwo auf Aufwertung oder steigende Aktienpreise wartet, dann ist es nicht produktiv und arbeitet nicht für Sie.

Grund Nr. 2: Investments mit einem regelmäßigen Cashflow entzieht dem Investieren das meiste Risiko. Man kann sich kaum als Verlierer fühlen, solange Geld in die eigenen Taschen fließt, sogar, wenn der Anlagenwert abgenommen hat. Andernfalls, wenn die Anlage aufgewertet wird, bedeutet das einen zusätzlichen Bonus, weil du ja bereits Cashflow kassierst.

Meine Frau und ich sind Partner in einer Ölfirma. Wir investieren in Öl sowohl für Cashflow als auch für Kapitalgewinne. Als wir zuerst nach Öl bohrten, lag der Preis dafür bei 25 Dollar pro Barrel. Wir freuten uns über den monatlichen Cashflow.

Als der Ölpreis 140 Dollar pro Barrel erreichte, stiegen unsere Ölquellen im Wert aufgrund von Kapitalgewinnen und wir wurden sogar noch glücklicher. Heute, mit dem Ölpreis bei über 80 Dollar pro Barrel, sind wir immer noch glücklich, denn Geld strömt weiterhin in unsere Taschen, ganz unabhängig vom Marktpreis der Ölquelle.

Wenn du Aktien magst, ist es am besten, in solche mit steten Dividenden zu investieren, die wiederum einer Art Cashflow entsprechen. Schwächelt die Wirtschaft und die Aktienpreise sind niedrig, ist die Zeit bestens geeignet, Aktien mit Dividenden zu Spottpreisen zu erwerben.

Ein Investor versteht auch den Wert des Cashflows oder der Dividendenrendite, wie man Cashflow an der Börse nennt. Je höher die Dividendenrendite, desto höher der Wert der Aktie.

Aktien und Dividenden

Beispielsweise verweist eine Dividendenrendite von 5 % des Aktienpreises auf eine großartige Aktie zu einem großartigen Preis. Eine Dividendenrendite von weniger als 3 % bedeutet eine überteuerte Aktie, die wahrscheinlich an Wert verlieren wird.

Im Oktober 2007 erreichte die New Yorker Börse ein Rekordhoch von 14.164 Punkten. Einfaltspinsel stürzten sich in den Markt und wetteten darauf, dass die Aktien noch weiter steigen würden (Kapitalgewinne). Das Problem war die Dividendenrendite des Dow Jones, die nur bei 1,8 % seines Gesamtwertes lag, die Aktien waren also überteuert, und so begannen professionelle Investoren, zu verkaufen.

Im März 2009 fiel der Dow Jones auf einen Tiefstand von 6.547 Punkten und erneut beteiligten sich viele Menschen am Markt mit dem Gedanken, dass das Schlimmste vorüber sei.

Doch unglücklicherweise lag die Dividendenrendite immer noch bei nur 1,9 %, was einem professionellen Investor anzeigte, dass die Preise für die Aktien noch immer zu hoch waren und der Börsenkurs wohl noch weiter sinken würde, was Langzeitinvestoren wahrscheinlich weitere Verluste zufügen würde, da bares Geld aus dem Markt abfloss.

Ich investiere lieber in beides: Investitionen, die mir einen regelmäßigen Cashflow bringen und Anlagen, mit denen ich Kapitalgewinne erziele. Das ist viel besser als die ständigen Sorgen über das Auf und Ab irgendeines Marktes. In meinem Rich-Dad-Poor-Dad-Newsletter zeige ich Ihnen, wie auch Sie zu einem erfolgreichen Investor werden können.