Ich habe es vorausgesagt

Ich habe es vorausgesagt

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

ich habe vorausgesagt, dass der Kampf der US-Notenbank Fed gegen die Inflation zu einer Rezession und einem Börsencrash führen wird. Diese Aussage wurde vor dem Beginn der Zinserhöhung im März getroffen und bisher hat sich alles genauso entwickelt, wie erwartet. Aber um ehrlich zu sein, war die Vorhersage gar nicht so schwer. Sie beruhte auf der detaillierten Marktgeschichte, wenn die Fed in einen geldpolitischen Straffungszyklus eintritt.

Die Fed erhöhte die Zinssätze am 16. März um 25 Basispunkte und am 4. Mai um weitere 50 Basispunkte. Außerdem wird vom Markt ein weiterer Zinsschritt um 50 Basispunkte am 15. Juni erwartet. Ich stimme dieser Markteinschätzung zu. Das bedeutet, dass die Zinsen in nur 91 Tagen von 0 auf 1,25 % steigen werden und weitere Zinserhöhungen bevorstehen.

Wie haben sich die Märkte seit der ersten Zinserhöhung am 16. März entwickelt? Der Dow hat acht Wochen in Folge mit einem Minus abgeschlossen. Der S&P 500 ist am vergangenen Freitag kurzzeitig in den Bereich eines Bärenmarktes eingetaucht (ein Rückgang von 20 % oder mehr gegenüber den jüngsten Höchstständen). Und der NASDAQ Composite befindet sich in einem offiziellen Bärenmarkt.

Das Problem für die Anleger ist, dass dieser Absturz gerade erst begonnen hat. Alle wichtigen Indizes und die in diesen Indizes enthaltenen Einzelaktien könnten noch viel tiefer fallen, da die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben wird.

Aber die Straffung der Geldpolitik umfasst mehr als nur Zinserhöhungen, und das bedeutet noch größere Probleme. Die Fed kündigte am 4. Mai an, dass sie eine Politik der quantitativen Straffung einleiten wird, was bedeutet, dass die Geldmenge reduziert wird. Glauben Sie also nicht die Geschichten über das Gelddrucken der US-Notenbank. Die Fed druckt kein Geld mehr, sie verbrennt es.

Der Rückgang der Geldmenge beträgt etwa 80 Milliarden US-Dollar pro Monat oder 1 Billion US-Dollar pro Jahr. Es ist schwer, so etwas genau zu beziffern, aber jede Verringerung der Fed-Bilanz um 500 Milliarden US-Dollar entspricht schätzungsweise einem Anstieg der Zinssätze um 1 %. Die Auswirkungen der Bilanzreduzierung auf die Wirtschaft sind also gleichzusetzen mit einer zusätzlichen Zinserhöhung von 2 %, die zu den regulären Zinserhöhungen hinzukommt.

Seit den Tagen von Paul Volcker wurde die Geldpolitik nicht mehr so schnell so stark gestrafft. Die Fed macht trotz der schwachen Aktienmarktentwicklung keinen Rückzieher – im Gegenteil. In einem Interview am 17. Mai sagte der Fed-Vorsitzende Powell: „Wir werden so lange weitermachen, bis wir das Gefühl haben, sagen zu können, dass die finanziellen Bedingungen angemessen sind und wir einen Rückgang der Inflation sehen. Wir werden bis zu diesem Punkt gehen. Da wird es kein Zögern geben.“

Das Problem mit Powells Manifest ist folgendes: Wenn man eine Inflation von 8 % bekämpfen will, dann müssen die Zinssätze auf 10 % angehoben werden, um einen realen Zinssatz von 2 % zu erhalten, der nahezu neutral ist. Das wird nicht passieren. Die Aktienmärkte werden abstürzen, lange bevor Powell die Aufgabe selbst nach seiner eigenen Definition bewältigen kann.

Die Bemühungen der Fed kommen zu spät. Aber was ist mit Gold? Warum hatte das Edelmetall angesichts der steigenden Inflation in letzter Zeit so einen schweren Stand?

 

Ja, eine Hyperinflation kann auch bei uns vorkommen

Ja, eine Hyperinflation kann auch bei uns vorkommen

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

wenn Sie Hyperinflation hören, haben Sie vielleicht zwei Bilder vor Augen. Das eine ist ein rücksichtsloses Dritte-Welt-Land wie Simbabwe oder Argentinien, das Geld druckt, um Staatsausgaben und Arbeitnehmergehälter zu decken, bis zu dem Punkt, an dem Billionen der lokalen Währung benötigt werden, um einen Laib Brot zu kaufen.

Das zweite Bild zeigt das gleiche Phänomen in einem fortgeschrittenen Land wie Deutschland, allerdings vor langer Zeit. Vielleicht denken Sie an körnige Schwarzweißfotos aus den 1920er-Jahren, auf denen Menschen zu sehen sind, die Schubkarren mit Papiergeld herumschleppen.

Das Letzte, woran Sie wahrscheinlich denken, ist eine Hyperinflation in einer entwickelten Wirtschaft des 21. Jahrhunderts wie der der Vereinigten Staaten. Wir reden uns ein, dass eine Hyperinflation vielleicht in fernen oder längst vergangenen Ländern vorkommt, aber nicht hierzulande. Und doch kann es dazu kommen.

Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten in den späten 1970er-Jahren mit einer Hyperinflation geliebäugelt, als die Staatsanleihen auf Schweizer Franken lauteten, weil der US-Dollar rapide abwertete und die Menschen das Vertrauen in den US-Dollar verloren. Auch in den späten 1910er-Jahren, führte das Gelddrucken zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs beinahe zu einer Hyperinflation. Ähnliche Episoden gab es nach dem Bürgerkrieg und der amerikanischen Revolution.

Der Punkt ist, dass eine Hyperinflation in den Vereinigten Staaten nicht unrealistisch ist.

Es gibt keine allgemein anerkannte Definition von Hyperinflation. Ein weitverbreiteter Maßstab besagt jedoch, dass eine Hyperinflation vorliegt, wenn die Preise innerhalb eines einzigen Monats um 50 % oder mehr steigen. Wenn also Benzin im Januar 3 USD pro Gallone kostet, im Februar 4,50 USD pro Gallone und im März 6,75 USD pro Gallone sowie die Preise für Lebensmittel und andere lebenswichtigen Güter im gleichen Tempo steigen, würde dies als Hyperinflation gelten.

Sie neigt auch dazu, sich zu beschleunigen, wenn sie erst einmal begonnen hat – d. h. aus dem monatlichen Anstieg von 50 % werden bald 100 %, dann 1.000 % usw., bis der reale Wert der Währung völlig zerstört ist. Ab diesem Punkt funktioniert die Währung nicht mehr als Währung, sondern wird zu Abfall, der sich nur noch für Tapeten oder zum Anzünden von Feuern eignet.

Eine Hyperinflation tritt nicht sofort auf. Sie beginnt langsam mit einer normalen Inflation und beschleunigt sich dann mit zunehmender Geschwindigkeit, bis sie zur Hyperinflation wird. Dies ist für Anleger von entscheidender Bedeutung, da ein Großteil des Schadens an ihrem Vermögen in der Inflationsphase und nicht in der Hyperinflationsphase entsteht. Die Hyperinflation der Weimarer Republik ist ein gutes Beispiel dafür.

Im Januar 1919 betrug der Wechselkurs der deutschen Reichsmark zum US-Dollar 8,2:1. Im Januar 1922, drei Jahre später, lag der Wechselkurs bei 207,82:1. Die Reichsmark hatte in drei Jahren 96 % ihres Wertes verloren. Nach der Standarddefinition handelt es sich dabei nicht um eine Hyperinflation, da sie sich über 36 Monate erstreckte und nie 50 % in einem einzigen Monat betrug.

Ende 1922 hatte die Hyperinflation Deutschland erreicht und der Kurs der Reichsmark stieg von 3.180:1 im Oktober auf 7.183:1 im November. In diesem Fall verlor die Reichsmark in einem einzigen Monat die Hälfte ihres Wertes und erfüllte damit die Definition der Hyperinflation.

Ein Jahr später, im November 1923, lag der Wechselkurs bei 4,2 Billionen Reichsmark für einen US-Dollar. Die Geschichte konzentriert sich meist auf das Jahr 1923, als die Währung um den Prozentwert von 58 Milliarden abgewertet wurde. Doch bei der extremen Hyperinflation von 1923 ging es nur darum, die verbleibenden 4 % des Volksvermögens in immer schnellerem Tempo zu vernichten. Der wirkliche Schaden wurde zwischen 1919 und 1922 angerichtet, also vor der Hyperinflation, als die ersten 96 % verloren gingen.

Wenn Sie also glauben, dass so etwas hier und jetzt nicht passieren könnte, dann denken Sie noch einmal nach. Wie ich bereits oben erwähnt habe, begann etwas Ähnliches in den USA in den späten 1970er-Jahren. Der US-Dollar erlitt in den fünf Jahren von 1977 bis 1981 eine Inflation von 50 %. Wir bewegten uns auf eine Hyperinflation zu, die derjenigen in Deutschland im Jahr 1920 relativ nahekam.

Der Großteil des Vermögens in Form von Ersparnissen und festverzinslichen Anlagen war bereits verloren gegangen. Die Hyperinflation in Amerika wurde durch das gemeinsame Handeln von Paul Volcker und Ronald Reagan verhindert, aber es war eine knappe Kiste.

Hyperinflation wirkt wie ein tödlicher Virus, für den es kein Heilmittel gibt. Sie kann für lange Zeit eingedämmt werden, aber wenn sie erst einmal ausgebrochen ist, lässt sie sich nicht mehr ohne enorme Verluste aufhalten.

Um zu erklären, warum das so ist, muss man wissen, wie eine Hyperinflation entsteht und wie sie sich selbst ernährt. In einem komplexen System wie der US-Wirtschaft können kleine anfängliche Fehler katastrophale Folgen haben, sobald Rückkopplungsschleifen und Verhaltensänderungen in Gang kommen.

Wenn die Inflationsgeschwindigkeit in die Höhe schnellt, wachsen die Erwartungen an eine weitere Inflation. Der Prozess beschleunigt sich und nährt sich selbst. Im Extremfall geben die Verbraucher ihr komplettes Gehalt sofort für lebensnotwendige Güter wie Nahrungsmittel, Energie und Benzin aus. Die Verbraucher wissen, wenn sie ihr Geld auf der Bank lassen, wird ihr hart verdientes Geld ohnehin vernichtet. Die Amerikaner sind sich dessen bewusst.

Der wichtige Punkt ist, dass Hyperinflation nicht nur ein monetäres Phänomen ist – es ist in erster Linie ein psychologisches oder Verhaltensphänomen. Es ist Teil dessen, was ich die Geldillusion nenne.

Die Geldillusion hat vier Stufen. In der ersten Phase wird der Grundstein für die Inflation von den Zentralbanken gelegt, ist aber für die meisten Anleger noch nicht erkennbar. Dies ist die Wohlfühlphase, in der die Menschen ihre nominalen Gewinne zählen, aber die Illusion nicht durchschauen.

In der zweiten Phase wird die Inflation deutlicher. Die Anleger schätzen immer noch ihre nominalen Gewinne und gehen davon aus, dass die Inflation nur vorübergehend ist und die Zentralbanken sie unter Kontrolle haben.

Die dritte Stufe ist erreicht, wenn die Inflation zu entweichen beginnt und die Zentralbanken die Kontrolle verlieren. Jetzt lässt die Illusion nach. Ersparnisse und andere festverzinsliche Geldströme wie Versicherungen und Renten verlieren schnell an Wert. Wenn Sie vor der dritten Stufe Sachwerte besitzen, bleiben Sie verschont. Wenn nicht, ist es zu spät, denn die Preise für Sachwerte werden in die Höhe schnellen, bevor die Geldillusion nachlässt.

Die vierte Stufe schließlich kann auf zwei Wegen eintreten. Der erste Weg ist die Hyperinflation, wie in Weimar oder Simbabwe. In diesem Fall werden das gesamte Papiergeld und die Geldströme vernichtet. Eine neue Währung entsteht aus der Asche der alten. Die Alternative ist eine Schocktherapie, wie sie Paul Volcker 1980 eingeführt hat.

In diesem Fall werden die Zinssätze auf bis zu 20 % angehoben, um die Inflation zu bekämpfen, aber die Wirtschaft geht dabei fast zugrunde. Leider sind heute keine Volckers oder Reagans am Horizont zu sehen. Es gibt nur schwache politische Führer und fehlgeleitete Zentralbanker.

Die heutigen Märkte hängen von den künstlich niedrigen Zinssätzen ab, die die US-Notenbank Fed seit 2009 erzeugt. Eine sinnvolle Anhebung der Zinssätze würde die Vermögensblasen bei Aktien, Immobilien und Co. auf verheerende Weise zum Platzen bringen.

Erinnern Sie sich daran, wie sich die Märkte im Dezember 2018 gegen die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen auflehnten, als die Zinsen noch unter 3 % lagen? Heute liegen die Zinsen bei 1 % oder weniger, und der Markt bricht bereits ein.

Die Inflation wird sich wahrscheinlich beschleunigen, wie es 1980 in den USA und 1920 in Deutschland der Fall war. Ob es dann zu einer Hyperinflation kommt, bleibt abzuwarten. Und nur um das klarzustellen: Ich sage sie nicht voraus. Aber Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass es leichter passieren kann, als die meisten Menschen erwarten.

Die Vermögenswerte, die Sie jetzt brauchen, um Ihr Vermögen in der Zukunft zu erhalten, sind einfach und zeitlos. Gold, Silber, Land und ausgewählte Sachwerte in der richtigen Menge werden Ihnen gute Dienste leisten. Investmentfonds, die speziell für den Schutz vor Inflation konzipiert sind, sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Je früher Sie defensive Maßnahmen ergreifen, desto besser sind Sie dran.

Wir stehen am Abgrund

Wir stehen am Abgrund

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

ich glaube nicht, dass viele Menschen das Ausmaß der globalen Nahrungsmittelkrise begreifen, mit der wir in den kommenden Monaten konfrontiert sein werden. Die Welt könnte am Rande einer massiven humanitären Krise stehen. Lassen Sie uns eintauchen.

Der Zusammenbruch der Versorgungskette ging dem Krieg in der Ukraine voraus, aber der Krieg hat die Probleme weiter verschärft. Sie können es mit eigenen Augen sehen, wenn Sie in einen Supermarkt gehen und leere Regale vorfinden, die früher mit Lebensmitteln und anderen Waren vollgestopft waren.

Selbst verfügbare Waren wie Benzin werden zu wesentlich höheren Preisen verkauft als noch vor ein paar Monaten. Die Preise für Benzin (und Diesel, der für den Warentransport wichtig ist) haben sich in den letzten neun Monaten mehr als verdoppelt. All das ist nichts Neues und weitläufig bekannt. Die Frage ist, ob es von hier aus noch schlimmer wird.

Leider lautet die Antwort, ja.

Bob Unanue ist der CEO von Goya Foods, einem der größten Lebensmittelhändler der Welt. Nur wenige können die globale Lebensmittelsituation besser einschätzen als Unanue, der einerseits mit Rohkostlieferungen und andererseits mit Einzelhandelskunden zu tun hat.

Unanue warnt nun: „Wir stehen am Abgrund einer globalen Lebensmittelkrise.“ Auch andere Experten werden zitiert, die sich ähnlich äußern. Das ist keine Übertreibung oder Angstmacherei, sondern eine ernsthafte Analyse. Hier ist der Grund dafür.

29 % aller Weizenexporte in Gefahr

In der nördlichen Hemisphäre ist die Anbausaison für 2022 in vollem Gange. Die Kulturen wurden im März und April gepflanzt (oder auch nicht). Auf dieser Grundlage lassen sich bereits Schätzungen für die Erntezeit im September und Oktober vornehmen (die allerdings aufgrund des Wetters und anderer Faktoren gewissen Schwankungen unterliegen).

Die Anbauflächen lagen im Jahr 2022 weit unter dem Normalwert, was entweder auf einen Mangel an Düngemitteln oder aber auf wesentlich höhere Kosten für Düngemittel zurückzuführen ist, sodass einige Landwirte dazu gezwungen waren, weniger anzubauen. Diese vorhersehbare Verknappung kommt noch zu den weitaus größeren Engpässen hinzu, die darauf zurückzuführen sind, dass die russische Produktion mit Sanktionen belegt ist und die ukrainische Produktion aufgrund des Kriegszustands nicht existiert.

Auf Russland und die Ukraine entfallen zusammen 29 % der weltweiten Weizen- und 19 % der weltweiten Maisexporte. Russland und die Ukraine produzieren also zusammen 29 % aller Weizenexporte der Welt. Das bedeutet nicht, dass sie 29 % des weltweiten Weizens anbauen, sondern dass sie 29 % der Weizenexporte anbauen.

Beispielsweise bauen die USA, Australien, Kanada und andere Länder ebenfalls viel Weizen an, verbrauchen aber den größten Teil davon selbst. Sie exportieren also relativ wenig. Wichtig ist an dieser Stelle, dass nicht unbedingt der Weizen zum direkten Verzehr das Problem darstellt, sondern der Weizen, der als Futter für Nutztiere dient. Der Zusammenhang zwischen Getreide und tierischen Produkten wird nicht oft hergestellt, ist aber von entscheidender Bedeutung.

Viele Länder beziehen 70 bis 100 % ihres Getreides aus Russland oder der Ukraine oder aus beiden Ländern. Beim Libanon beträgt die Rate beispielsweise 100 %. Ägypten kommt auf über 70 %. Kenia, Sudan, Somalia, viele zentralafrikanische Länder sowie Jordanien und andere Länder des Nahen Ostens beziehen ebenfalls einen Großteil ihres Getreides aus Russland oder der Ukraine.

Keine Aussaat, keine Ernte

Aber es kommt noch schlimmer, denn nicht nur viele ukrainische Exporte sind derzeit eingestellt, sondern auch die Anbausaison ist fast vorbei. Man wird im Oktober kein Getreide ernten können, wenn man es nicht im April oder Mai gesät hat. Und das haben sie aus offensichtlichen Gründen nicht getan.

Das bedeutet, dass die von mir genannten Länder im Oktober, November und Dezember dieses Jahres nicht in der Lage sein werden, ihre Getreidelieferungen zu erhalten. Es wird einfach keine geben oder sie werden stark eingeschränkt sein. In den Ländern, die zwischen 70 und 100 % ihrer Importe aus Russland oder der Ukraine beziehen, leben insgesamt 700 Millionen Menschen.

Das sind 10 % der Weltbevölkerung. Wir stehen also vor einer massiven Hungersnot. Wir haben es mit einer humanitären Krise ungeahnten Ausmaßes zu tun, wahrscheinlich der schlimmsten seit dem Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert. Die Hungersnot wird kommen, auch wenn die meisten Menschen es nicht kommen sehen oder das Ausmaß der kommenden Krise nicht vollständig ergründen können.

Kurz gesagt: Wir wissen jetzt genug, um für das vierte Quartal dieses Jahres und darüber hinaus deutlich höhere Preise, leere Regale und in einigen Fällen eine gravierende Hungersnot vorauszusagen.

Neben dem humanitären Aspekt der kommenden Lebensmittelknappheit gibt es auch potenziell schwerwiegende soziale und geopolitische Auswirkungen.

Ein weiterer Arabischer Frühling?

Sie erinnern sich an den Arabischen Frühling, der im Jahr 2010 begann? Er begann in Tunesien und breitete sich von dort aus. Ausgelöst wurde er durch eine Lebensmittelkrise. Es gab einen Mangel an Weizen, der die Proteste auslöste. In diesen Gesellschaften gab es grundlegende Probleme, aber die Nahrungsmittelkrise war der Auslöser für die Proteste.

Nun sehen sich viele ärmere Länder im Nahen Osten und in Afrika mit einer viel größeren Krise konfrontiert, da sich die Auswirkungen der Verknappung im Laufe dieses Jahres und bis ins nächste Jahr hinein bemerkbar machen. Werden wir noch mehr soziale Unruhen erleben als 2011?

Das ist sehr gut möglich, und es könnte sogar noch destabilisierender sein als der Arabische Frühling. Wir könnten auch Massenmigrationswellen aus Afrika und dem Nahen Osten erleben, wenn verzweifelte und hungrige Menschen aus ihren Heimatländern fliehen.

Im Jahr 2015 erlebte Europa eine Welle der Masseneinwanderung. Viele Migranten versuchten, vor dem Krieg in Syrien zu fliehen, aber es gab auch eine große Anzahl von Menschen, die nicht vom Krieg betroffen waren. Sie suchten einfach ein besseres Leben in den Wohlfahrtsstaaten Europas. Eine Massenhungersnot könnte eine noch größere Migration auslösen, die Europa vor enorme Herausforderungen stellen würde.

Auch die Vereinigten Staaten könnten eine weitere Migrationswelle an der Südgrenze erleben, die derzeit von Migranten überschwemmt wird. Eine weltweite Nahrungsmittelkrise könnte die Zahlen in unkontrollierbare Höhen treiben.

Was ist, wenn sich der Krieg in die Länge zieht?

Und was ist, wenn sich der Krieg in der Ukraine bis weit ins nächste Jahr hinzieht? Die nächste Anbausaison würde ebenfalls unterbrochen und die Engpässe könnten sich bis Ende 2023 und darüber hinaus erstrecken. Einige würden vielleicht argumentieren, dass andere Länder die Flaute auffangen und zusätzliches Getreide anbauen könnten. In der Theorie ist das schön, aber so einfach ist es nicht.

Russland ist der größte Exporteur von Düngemitteln. Die Sanktionen führen zu einem Lieferstopp. Viele Landwirte können überhaupt keinen Dünger erhalten und diejenigen, die ihn bekommen können, zahlen das Doppelte bis Dreifache des Vorjahrespreises.

Das bedeutet, dass die Preise für die tatsächlich produzierten Pflanzen aufgrund der höheren Preise für Betriebsmittel wie Dünger und der höheren Transportkosten aufgrund der höheren Preise für Diesel und Benzin viel höher sind.

Wie ich bereits sagte, stehen wir vor einer humanitären Krise ungeahnten Ausmaßes, wahrscheinlich der schlimmsten seit dem Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert. Wir sind nicht darauf vorbereitet, damit umzugehen.

Es gibt kein Versteck

Es gibt kein Versteck

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

Anlegern muss man den jüngsten Kursrückgang an den Börsen nicht erklären. Der Dow Jones ist seit Anfang Januar um 12,5 % gefallen. Der S&P 500 ist im gleichen Zeitraum um 16,1 % gesunken. Der Nasdaq Composite hat in diesem Jahr sogar einen noch spektakuläreren Rückgang von 26,5 % zu verzeichnen. Damit befindet sich der Nasdaq eindeutig in einem Bärenmarkt (Rückgang um 20 % oder mehr seit einem Zwischenhoch), während sich der Dow und der S&P 500 in einem Korrekturbereich befinden (Rückgang um 10 % oder mehr seit einem Zwischenhoch).

Bei der derzeitigen Tendenz könnte der S&P 500 im Laufe der nächsten Tage bzw. Wochen in den Bereich eines Bärenmarktes vorstoßen und der Dow Jones liegt nicht weit dahinter. Dieser Kursrückgang so kurz nach dem Börsencrash vom März 2020 mag einige Anleger überraschen, dieses Ergebnis wurde aber in meinem letzten Buch „The New Great Depression“, das im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, vorhergesagt.

Wir könnten uns mit den Gründen für die jüngste Marktschwäche befassen, zum Beispiel damit, dass die US-Notenbank Fed dem Markt den Boden unter den Füßen wegzieht, aber die Gründe sind an dieser Stelle eher irrelevant. Was wirklich überrascht, ist die Tatsache, dass der Aktienmarkt mit seiner düsteren Entwicklung nicht allein dasteht.

Der große Krypto-Crash

US-Staatsanleihen, ausländische Währungen, Gold und andere Rohstoffe sind parallel zu den Aktien stark zurückgegangen. Dafür gibt es gute Gründe, darunter die Aussicht auf eine Rezession, die dazu führen könnte, dass Aktien, Gold und Rohstoffe im Gleichschritt fallen.

Doch das Gemetzel an den Märkten ist damit noch nicht zu Ende. Der größte Einbruch unter den großen Anlageklassen ist bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu verzeichnen. Der Preis von Bitcoin ist seit November letzten Jahres, als Bitcoin einen Höchststand von etwa 69.000 USD erreichte, um über 55 % gefallen. Wie so oft sind leichtgläubige Investoren eingestiegen, als Bitcoin im Höhenflug war. Jetzt sind 40 % aller Bitcoin-Investoren mit ihren Beständen unter Wasser. So viel dazu, dass Bitcoin der neue Inflationsschutz ist!

Und der Schaden ist keineswegs auf Bitcoin beschränkt. Auch bei anderen beliebten Kryptowährungen wie Ethereum (−57 % im gleichen Zeitraum), XRP (bekannt als Ripple) und Solana sind enorme Verluste zu verzeichnen. Dennoch war keiner dieser Kryptoeinbrüche der spektakulärste. Eine Kryptowährung namens Luna fiel von 116,84 USD am 5. April 2022 auf 0,0062 USD am 16. Mai, ein unglaublicher Absturz von 99,9 % in weniger als sechs Wochen.

Das ist nicht nur ein Absturz, sondern ein komplettes Ausradieren. Es zeigt, wie verrückt spekulative Manien werden können, die völlig von der Realität abgekoppelt sind.

Ansteckung

Die Gefahr bei dieser Art von Zusammenbrüchen geht über die Verluste einzelner Anleger, die solche digitalen Coins besitzen, hinaus. Solche Verluste sind ein Anzeichen für eine sich abzeichnende globale Liquiditätskrise. Sie machen deutlich, wie stark die heutigen Märkte miteinander verflochten sind. Letztlich geht es wieder um finanzielle Ansteckung.

Leider hat die Welt in den letzten Jahren eine schmerzhafte Lektion in Sachen biologische Ansteckung gelernt. Eine ähnliche Dynamik gilt für Finanzpaniken. Sie kann damit beginnen, dass eine Bank oder ein Broker infolge eines Markteinbruchs in Konkurs geht (ein „finanzieller Patient Null“).

Die finanzielle Notlage breitet sich jedoch schnell auf die Banken aus, die mit dem gescheiterten Unternehmen Geschäfte gemacht haben. Anschließend auf die Aktionäre und Gläubiger dieser anderen Banken und so weiter, bis die ganze Welt von einer Finanzpanik erfasst wird, wie es im Jahr 2008 geschah.

Die Ansteckung mit Krankheiten und die finanzielle Ansteckung funktionieren beide auf die gleiche Weise. Die nichtlineare Mathematik und die Systemdynamik sind in beiden Fällen identisch, auch wenn es sich bei dem Virus um eine finanzielle Notlage und nicht um einen biologischen Virus handelt.

Wenn ein Markt zusammenbricht, verkaufen Anleger auf anderen Märkten Vermögenswerte, um Barmittel zu beschaffen und so breitet sich das Virus schnell auf diese anderen Märkte aus. Bei einer ausgewachsenen Marktpanik, wie wir sie 1998 und 2008 erlebt haben, ist keine Anlageklasse sicher.

Die Anleger verkaufen Aktien, Anleihen, Gold, Kryptowährungen, Rohstoffe und vieles mehr in einem verrückten Gerangel um Bargeld.

Jeder Crash ist größer als der letzte

Und leider ist jede Krise größer als die vorherige und erfordert mehr Interventionen der Zentralbanken. Der Grund dafür liegt in der Größe des Systems. In komplexen dynamischen Systemen wie den Kapitalmärkten ist das Risiko eine exponentielle Funktion der Systemgröße. Eine zunehmende Marktgröße geht mit exponentiell größeren Marktzusammenbrüchen einher.

Heute ist das systemische Risiko gefährlicher denn je, weil das gesamte System größer ist als früher. Das bedeutet, dass die größere Größe des Systems eine zukünftige globale Liquiditätskrise und Marktpanik impliziert, die weitaus größer ist als die Panik von 2008.

Too-big-to-fail-Banken sind größer als je zuvor, haben einen größeren Anteil an den Gesamtaktiva des Bankensystems und verfügen über viel größere Derivatebücher.

Um das Risiko einer Ansteckung zu verstehen, können Sie sich den Marlin in Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ vorstellen. Der Marlin war zunächst ein wertvoller Fang, der an der Seite des Bootes des Fischers Santiago festgezurrt war. Doch sobald Blut im Wasser war, stürzte sich jeder Hai im Umkreis von mehreren Meilen auf den Marlin und verschlang ihn. Als Santiago am Ufer ankam, waren von dem Marlin nur noch der Schnabel, der Schwanz und einige Knochen übrig.

Das systemische Risiko ist heute gefährlicher denn je und jede Krise ist größer als die vorherige. Denken Sie daran, dass die Too-big-to-fail-Banken größer sind als je zuvor, einen größeren Anteil an den Gesamtaktiva des Bankensystems haben und über viel größere Derivatebücher verfügen.

Die Fed hat keine Antworten

Die Fähigkeit der Zentralbanken, mit einer neuen Krise umzugehen, wird durch die niedrigen Zinssätze und die aufgeblähten Bilanzen, die als Reaktion auf die Pandemie noch weiter in die Höhe geschossen sind, stark eingeschränkt. Sie sehen, wie viel Schaden die jüngsten Zinserhöhungen der Fed und das Ende der quantitativen Lockerung angerichtet haben.

Die Bilanz der Fed beläuft sich derzeit auf etwa 9 Billionen US-Dollar, die sie gerade erst zu reduzieren beginnt. Im September 2008 lag sie bei weniger als 1 Billion US-Dollar, was zeigt, wie aufgebläht die Fed-Bilanz seit der großen Finanzkrise geworden ist.

Wie viel die Fed aus der Bilanz abziehen kann, ohne eine weitere schwere Krise auszulösen, ist eine offene Frage, aber wir werden die Antwort wahrscheinlich irgendwann bekommen. Die Gefahr einer Ansteckung ist eine beängstigende Erinnerung an die verborgenen Verflechtungen auf den modernen Kapitalmärkten. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Aber man kann nicht warten, bis der Schock eintritt, denn dann ist es zu spät. Man wird nicht in der Lage sein, sein Geld rechtzeitig aus dem Markt zu ziehen, weil der Ansturm zum Ausgang zu groß sein wird. Die beste Beschreibung, die ich je für die Dynamik einer Finanzpanik gehört habe, lautet: „Jeder will sein Geld zurück.“

Auf diesen Zustand scheinen wir uns mit großer Geschwindigkeit zuzubewegen. Die Lösung für Anleger besteht darin, einige Vermögenswerte außerhalb der traditionellen Märkte und außerhalb des Bankensystems zu halten.

Wertvoller als Gold

Wertvoller als Gold

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

an der Wall Street kommt es aktuell zu starken Verwerfungen, die die drei wichtigsten US-Indizes in die Knie zwingen. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 befinden sich im Korrekturbereich (10 % oder mehr Rückgang gegenüber den jüngsten Höchstständen).

Der zinsempfindliche Nasdaq 100 verlor deutlich mehr und befindet sich nun in einem offiziellen Bärenmarkt (Rückgang um 20 % gegenüber den jüngsten Höchstständen), der sich wahrscheinlich noch verschlimmern wird, bevor er besser wird. Die Märkte werden ihre guten Tage haben, aber man kann davon ausgehen, dass der Gesamttrend so lange abwärtsgerichtet bleibt, wie die US-Notenbank Fed die geldpolitische Schraube anzieht.

Die Fed befindet sich in einer verzweifelten Aufholjagd. Die Inflation ist aktuell so hoch wie seit 1981 nicht mehr. Diese Inflation ist keine Eintagsfliege (der Verbraucherpreisindex für März 2022 lag bei 8,5 %), sondern ist Teil eines etablierten Trends. Die Inflationsrate für das Gesamtjahr 2021 gegenüber 2020 lag bei 7 %. Im Januar lag die Inflation bei 7,5 % und im Februar bei 7,9 %.

Mit anderen Worten: Der Inflationstrend ist nicht nur anhaltend, sondern er wird immer schlimmer. Die US-Notenbank hat diesen Trend völlig verpasst und versucht nun, ihn aufzuholen. Auf der FOMC-Sitzung Anfang Mai hat die Fed ihren Zielzinssatz um 0,50 % erhöht. Eine weitere Anhebung um 0,50 % ist im Juni wahrscheinlich. Fed-Präsident Powell schien die Möglichkeit einer Zinserhöhung um 0,75 % auszuschließen, aber die Fed strafft dennoch in einem aggressiven Tempo.

Die Fed vernichtet Geld

Die Zinserhöhungen werden auch von einer Verringerung der Geldmenge um mindestens 80 Milliarden US-Dollar pro Monat begleitet. Dies wird als quantitative Straffung (QT) bezeichnet und ist das Gegenteil der berüchtigten quantitativen Lockerung (QE), die die Fed seit 2008 praktiziert hat. Die Fed vernichtet jetzt Geld.

Nach der Zinserhöhung um 0,25 % im März werden die Zinserhöhungen im Mai und Juni die Zinssätze in nur drei Monaten von 0 % auf 1,25 % (oder höher) ansteigen lassen. Zusammen mit der QT wird dies die schnellste Form der geldpolitischen Straffung seit den Tagen von Paul Volcker sein.

Das Problem ist natürlich, dass die Fed die Zinsen angesichts der wirtschaftlichen Schwäche strafft. Das ist keine Überraschung, sondern das übliche Muster der Fed. Das Handelsministerium meldete kürzlich, dass das BIP in den USA im ersten Quartal um 1,4 % (auf Jahresbasis) gesunken ist. Das Prognoseinstrument GDPNow der Atlanta Fed schätzt das BIP-Wachstum für das zweite Quartal 2022 auf 1,8 %. Wenn diese Schätzung für das zweite Quartal zutrifft, bedeutet dies, dass das Wachstum in der ersten Jahreshälfte ziemlich nahe bei null liegt.

Es gibt wenig Grund zur Annahme, dass sich das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen wird. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Sanktionen gegen Russland fortbestehen werden – zusammen mit all den wirtschaftlichen Störungen, die sie verursacht haben.

Die Russen ziehen nicht ab

Wie Bloomberg News berichtet, hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock erklärt, dass „die Sanktionen gegen Russland erst nach einem vollständigen Abzug seiner Truppen aus dem ukrainischen Gebiet aufgehoben werden“. Es gibt nur ein Problem mit dieser Politik: Die Russen werden nicht abziehen.

Es bleibt abzuwarten, wie viel ukrainisches Territorium Russland beschlagnahmen wird und wie die endgültigen Bedingungen für eine Friedensregelung aussehen könnten. Aber Russland wird sich auf keinen Fall vollständig aus der Ukraine zurückziehen. Russland hat unter hohen Kosten eine Landbrücke zur Krim gebaut und wird diese nicht aufgeben.

Das bedeutet, dass die Sanktionen niemals aufgehoben werden (es sei denn, Baerbock und andere westliche Entscheidungsträger ändern ihre Ansichten). Das bedeutet auch, dass die globalen Lieferketten enorme Schäden davontragen werden.

Und dann ist da noch China. Wir wissen jetzt, dass Lockdowns die Ausbreitung von COVID nicht aufhalten können. Aber China verfolgt weiterhin seine irrsinnige „Null-COVID-Politik“. In Shanghai, einem der wichtigsten Handelsplätze der Welt, wird weiterhin hart durchgegriffen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Auswirkungen dieser Lockdowns auf die globalen Lieferketten sind tiefgreifend. Die chinesischen Exporte befinden sich auf einem Zwei-Jahres-Tief, was die Weltwirtschaft erheblich belastet.

Wenn man die Unterbrechung der Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine und die neuen Pandemieeinschränkungen in China in Betracht zieht, liegt die Vermutung nahe, dass die US-Wirtschaft noch vor Ende 2022 in eine schwere Rezession rutschen könnte. So beunruhigend diese Aussicht auch ist, für viele Menschen auf der Welt wird es noch viel schlimmer kommen.

Die kommende Hungersnot

Den meisten Analysten ist bekannt, dass die Ukraine und Russland zusammen etwa 25 % aller Getreideexporte der Welt liefern, darunter Weizen, Gerste und Mais. Das ist ein enormer Prozentsatz. Betrachtet man jedoch die Importländer in Afrika und im Nahen Osten, so liefern die beiden Kriegsparteien 70 bis 100 % des von diesen Ländern importierten Getreides.

Zu den größten Importeuren gehören Ägypten, Libanon, Sudan, Kenia, Somalia, Jordanien und viele andere. Zusammen haben diese großen Importeure eine Bevölkerung von 700 Millionen Menschen, was etwa 10 % der Weltbevölkerung entspricht. Es gibt keinen fertigen Ersatz für diese Importe.

Die USA, Kanada und Australien sind alle große Getreideproduzenten, aber sie verbrauchen ihr Getreide bereits im Inland (hauptsächlich als Tierfutter für Rind- und Schweinefleisch) oder haben bestehende Exportmärkte, die ebenfalls auf dieses Getreide angewiesen sind.

Die sich abzeichnende Getreideknappheit wird durch einen weltweiten Mangel an Düngemitteln verstärkt, die ebenfalls zu einem großen Teil aus der Ukraine und Russland stammen. Viele Landwirte können überhaupt keinen Dünger bekommen, und diejenigen, die ihn bekommen können, müssen das Doppelte bis Dreifache des Vorjahrespreises bezahlen.

Dies wird zu weiteren Engpässen bei der Getreideversorgung führen und die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben, da sich die höheren Düngemittelkosten (und die Transportkosten aufgrund der höheren Dieselpreise) in der Lieferkette niederschlagen. Das Ergebnis dieser verschiedenen Einflussfaktoren ist eine potenzielle humanitäre Krise von noch nie da gewesenem Ausmaß Ende dieses Jahres und Anfang nächsten Jahres.

Es ist nicht weit hergeholt, dass die Gesamtzahl der Menschen, die infolge dieser Nahrungsmittelknappheit verhungern, größer sein wird als die Gesamtzahl der auf den Schlachtfeldern der Ukraine getöteten Menschen. Ja, der Krieg kann noch schlimmer werden. Und das wird er auch.

Angesichts der heutigen wirtschaftlichen Turbulenzen fragen mich die Leute, ob ich Gold kaufe. Das tue ich, aber in letzter Zeit habe ich mehr Zeit damit verbracht, Gefriertruhen mit großem Fassungsvermögen zu kaufen, um meine Lebensmittelvorräte aufzustocken (ich habe bereits drei). Die Lebensmittelknappheit dürfte in diesem Herbst stark zunehmen.

Schnallt euch an!

Insgesamt werden die verbleibenden Monate in diesem Jahr sowie das nächste Jahr für Anleger eine Herausforderung darstellen, wie es sie seit der Großen Depression nicht mehr gegeben hat. Wir haben uns an Aktienmarktrückgänge von 20 % und sogar 30 % gewöhnt (wie 2008, 2018 und 2020). Ein echter Börsencrash kann jedoch 80 % oder mehr betragen (wie in den Jahren 1929 bis 1932 und beim Nasdaq in den Jahren 2000 bis 2001). Das ist die Größenordnung, die Anleger im Auge behalten müssen.

Die Richtung für Anleger ist klar. Die Aktienquote sollte reduziert werden. Der Anteil der liquiden Mittel sollte deutlich erhöht werden, vielleicht auf bis zu 30 %. Investitionen in Sachwerte wie Immobilien, Ackerland, Gold, Silber und natürliche Ressourcen sind ein Muss.

Eine Möglichkeit, sich am Aktienmarkt zu beteiligen, aber dennoch auf natürliche Ressourcen zu setzen, sind Energie- und Bergbauaktien. Beide Sektoren dürften sich besser entwickeln als die wichtigsten Indizes.

Sollte es jedoch zu einer schweren Rezession kommen, wie ich sie vorhersage, gibt es einen Lichtblick: Rezessionen sind oft das einzige zuverlässige Mittel gegen Inflation. Der Preis dafür ist hoch, aber er kann sich lohnen.

Es besteht allerdings auch die reale Möglichkeit, dass wir gleichzeitig unter schwachem Wachstum und Inflation leiden werden. Möglicherweise kehren wir zu dieser unangenehmen Kombination aus geringem Wachstum und hoher Inflation zurück, die als Stagflation bekannt ist. Wenn dies der Fall ist, wird es eine Rückkehr zu den späten 1970er-Jahren geben, als der „Elendsindex“ geschaffen wurde, um die Stagflationskombination aus hohen Zinsen und hoher Arbeitslosigkeit zu beschreiben.

Mein Rat lautet, sich anzuschnallen.