Warum wir technische Innovationen unterschätzen

Warum wir technische Innovationen unterschätzen

Lieber Börsianer, 

als damals zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die ersten Autos über die Straßen rollten, wollte niemand so richtig an die Zukunft dieser Vehikel glauben. Sie waren schmutzig, laut und nicht besonders zuverlässig. Lediglich besonders wohlhabende Menschen und technikaffine Bastler interessierten sich für diese Entwicklung. Der Verkehrsalltag wurde, auch nach der Erfindung des Automobils von Kutschen und Pferdekarren dominiert. Die meisten Menschen glaubten daran, dass sich das wohl nie ändern würde. Kaiser Wilhelm II soll gesagt haben: „Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. 

Diese Geschichte lehrt uns, wie falsch die meisten Menschen die Tragweite von technischer Innovation beurteilen. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind Autos und Lastkraftwagen zur Normalität geworden. Das Pferd als Transportmittel ist hingegen zu einem Exoten für Liebhaber geworden. 

Die technische Innovation schreitet seit Menschheitsbeginn immer schneller voran und keine Branche ist davor geschützt, plötzlich obsolet zu werden. Die Kunst liegt darin, diese Veränderungen frühzeitig vorherzusehen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn den meisten Menschen fällt es schwer das Potential neuer Technologien zu erkennen. 

Während sich viele Unternehmen auf eine spezielle Branche fokussieren, kämpfen andere gleich an zahlreichen Fronten. Ein gutes Beispiel ist Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt. Kaum ein Konzern hat die Entwicklung moderner PCs so maßgeblich beeinflusst wie das Unternehmen aus Cupertino. Seit der Jahrtausendwände dringt Apple regelmäßig in neue Märkte vor. Mit dem iPod hat Apple die Branche für mobile Mediaplayer quasi erfunden. Mit dem iPhone revolutionierte Apple den Handymarkt und drängte die großen Player wie Nokia und Blackberry in die Bedeutungslosigkeit. Auch das iPad war das erste massentaugliche Gerät seiner Klasse.  

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen mit der Apple Watch einen neuen Markt betreten. Anfangs wurde die Computeruhr von vielen belächelt. Geringe Akkukapazität, geringe Leistung. Jetzt auch noch die Armbanduhr jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen, war für viele Menschen, die erst kurz zuvor von den alten Handys mit schier ewiger Akkuleistung auf die energiehungrigen Smartphones umgestiegen sind, eine Horrorvorstellung. 

Die meisten dachten wohl, die Apple Watch wird ein Nischenprodukt für Technikfreaks. Niemand rechnete damit, dass Apple eine ernsthafte Konkurrenz für die altehrwürdige Luxusuhren oder für die Hersteller auf dem Massenmarkt werden könnte. 

Wer so dachte, unterlag dem gleichen Irrtum wie einst Kaiser Wilhelm II. Innerhalb weniger Jahre stieg die Apple Watch zur meistverkauften Uhr der Welt auf. Im Jahr 2019 verkaufte Apple 31 Millionen Stück seiner Apple Watches. Die gesamte altehrwürdige Schweizer Uhrindustrie hingegen konnte nur noch 21 Millionen Uhren absetzen. 

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Uhr von Apple ist konkurrenzlos, weil sie viel mehr als eine Uhr ist. Die aktuellen Modelle können nahezu alle Funktionen eines Smartphones übernehmen. Sie können telefonieren, Emails versenden oder Musik abspielen. Dies alleine würde aber nicht ausreichen, um diese Erfolgsgeschichte zu erklären. Wie bei jedem Produkt ist es Apple auch bei der Uhr gelungen, etwas Einmaliges zu erschaffen. 

Die Apple Watch entwickelt sich mit rasantem Tempo zu einem bedeutenden Gesundheitsbaustein. Auf der einen Seite stehen zahlreiche Fitness- und Aktivitätsanwendungen, mit denen die Nutzer zu einer gesunden Lebensweise motiviert werden sollen. Auf der anderen Seite enthält das Gerät medizinische Diagnosewerkzeuge wie ein EKG und neuerdings eine Analyse über den Sauerstoffgehalt im Blut. Mit all diesen Tools kann die traditionelle Uhr nicht mithalten und wird früher oder später zu einem Exoten, der nur noch bei Liebhabern anzutreffen ist.

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest

Lieber Börsianer, 

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.  

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.  

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.  

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.  

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker? 

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.  

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren Geldpolitik der Notenbanken beruht. Diese Geldpolitik ist  auch kein Phänomen nur der Fed oder EZB. Bis auf ganz wenige Ausnahmen – wie etwa Australien – liegen die Leitzinsen in den entwickelten Ländern bei oder sogar unter null.  

Wie lange geht das noch gut! 

Diese Frage ist legitim: Wie lange wird dieses System der Nullzinsen noch tragen? Ist das wirklich nachhaltig oder steht am Ende der Reise wieder einmal der Kollaps der Währungen 

Leider hat mich der liebe Gott nicht mit seherischen Fähigkeiten ausgestattet. So viel kann ich allerdings sagen: Das System wird solange funktionieren, wie die Inflationsraten niedrig bleiben. Sollten diese einmal spürbar anziehen, werden die Notenbanken gegensteuern, wenn sie nicht das Ende unseres Währungssystems riskieren wollen.  

Und dann werden Fed, EZB und Co. Kapital aus dem Markt herausnehmen bzw. kein frisches mehr nachschießen. In diesem Szenario wird es dann an der Börse ungemütlich für uns. Diese Perspektive ist derzeit allerdings nicht wirklich konkret, wie die gestrigen Einlassungen der Fed gezeigt haben.  

Fazit: Ich behaupte nun nicht, dass wir in den nächsten Jahren nie wieder eine Korrektur des Aktienmarktes erleben werden, weil die Notenbanken alle entstehenden Probleme rechtzeitig mit frischem Notenbankgeld zuschütten werden. Trotzdem: Ein echter Bärenmarkt – also langfristig sinkende Kurse – sind bei der üppigen Kapitalausstattung des Aktienmarktes unwahrscheinlich.

Warum haben wir keine Börsengänge mehr?

Warum haben wir keine Börsengänge mehr?

Lieber Börsianer, 

es ist ein eigentümlicher Befund. Im vergangenen Jahr ging der deutsche Aktienmarkt steil. Zu Deutsch: Das Geld saß locker, und die Investoren fassten zu. Trotzdem verschmähten viele Unternehmen dieses Geld und verzichteten auf einen Börsengang. Ganze drei Unternehmen haben im vergangenen Jahr den Gang aufs Parkett gewagt. 2020 das nämliche Bild. Bis jetzt zähle ich mit Teamviewer und dem Datenbankspezialisten Exasol zwei IPOs (Börsengang).   

Zum Vergleich: 1999 feierten 175 Unternehmen hierzulande ihr Börsendebüt, ein Jahr später zählten die Statistiker 142 IPOs. Natürlich wurde damals auch viel Schrott verkauft, wie dann die Folgejahre zeigten. Dennoch legten die Investoren damals den Grundstein für den digitalen Standort Deutschland.  

Diese Frage drängt sich auf: Warum geht bei uns jetzt nichts mehr? 

Meine Antwort fällt differenziert aus. Es ist richtig, dass viele Unternehmen derzeit keinen Börsengang planen, weil sie sich das Geld in Form von Fremdkapital anderweitig besorgen können. Ein Beispiel: Wenn die Bosch GmbH bedeutenden Kapitalbedarf hat, dann geht man einfach zur Bank oder zapft den Rentenmarkt an und holt sich dort Fremdkapital zu Nullzinsen.  

Holte sich Bosch das Geld als Eigenkapital an der Börse, müsste man eine Dividende von – sagen wir 2 oder 3 % – bezahlen. Der Zusammenhang ist klar: Das derzeitige Zinsumfeld begünstigt also nicht unbedingt den Börsengang, wenn es um die Finanzierung von unternehmerischer Tätigkeit geht. 

Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit wie die Beispiele CureVac sowie EuroEyes International zeigen. So feierte der Impfstoff-Spezialist CureVac kürzlich sein Börsendebüt in New York. Und das war eine rauschende Party. Gleich am ersten Tag zog die neue Aktie 250 % in die Höhe. Die Erstzeichner – allesamt US-Investoren – schoben sich rund 700 Millionen USD in die Taschen. Und wir hier blickten in die Röhre.  

Und das sei an dieser Stelle, liebe Bundesregierung, schon einmal angesprochen! Das Biotech-Unternehmen aus Tübingen wurde aus dem Staatssäckel üppig alimentiert und subventioniert. Und dann bleibt am Ende ein Ergebnis: US-Investoren: 700 Millionen Gewinn und deutsche: 0 Millionen. Clevere Wirtschafts- und Standortpolitik sieht anders aus.    

Dem ein oder anderen unter Ihnen ist EuroEyes sicherlich als Patient ein Begriff. Hier wird die Sehkraft mittels des Lasers (LASIK- oder LASEK-Verfahren) wieder hergestellt, sodass der behandelte Patient seine Brille wieder ablegen kann. Als Investor hingegen dürfte Ihnen das Unternehmen eher unbekannt sein. Schließlich ging das Hamburger Unternehmen in Hong Kong an die Börse. Die Bilanz: 90 % Kurssprung am ersten Tag oder 66 Millionen Euro für chinesische Investoren 

Das ist derzeit hierzulande unsere Realität als Anleger. Wenn junge und innovative Unternehmen aus Deutschland flügge werden, dann wird andernorts geerntet. Immerhin tun wir damit etwas für die Völkerfreundschaft 

So, jetzt habe ich ausreichend gejammert und erkläre Ihnen, wie Sie trotzdem (nachgelagert) von Börsengängen im Ausland profitieren können. Praxisbeispiel Alibaba: Im September 2014 ging der chinesische Online-Händler Alibaba in New York an die Börse. Die Erstzeichner kauften zu 68 USD, zur Erstnotiz legte die Aktie auf rund 100 USD zu (+45 %). Europäische Investoren hatten in der Praxis keinen Zugriff auf die neuen Aktien. Die Gewinne holten sich nahezu ausnahmslos die einschlägigen Adressen der Wall Street.  

Nun beobachten Sie bei dem Börsengang eines Trendunternehmens fast immer das gleiche Kursmuster. Am ersten Handelstag schießt die Aktie sinnlos in die Höhe und markiert ein Rekordhoch, das in der Praxis oftmals nur wenige Stunden hält. Von diesem Hochkurs schlagen Sie nun im Geiste zwischen 40 und 50 % ab und gewinnen auf diese Weise einen ziemlich fairen Einstiegspreis und profitieren quasi nachgelagert doch noch vom Börsengang.  

Mit diesem Vorgehen habe ich in der Vergangenheit etwa bei Alibaba und auch Facebook recht schönes Geld verdient, obwohl ich beim Börsengang selbst nie teilnehmen konnte. Genau nach dieser Methodik arbeite ich auch in den Premium-Chancen.

So werden Achterbahn-Aktien für Sie beherrschbar

So werden Achterbahn-Aktien für Sie beherrschbar

Lieber Börsianer, 

stellen Sie sich vor, Sie hätten im Börsenjahr 2008 die Aktie der Netflix für – sagen wir – für 3,50 USD gekauft. Diesen Kurs hätten Sie in diesem Jahr spielend bekommen. Zeitweise notierte die Netflix sogar noch deutlich tiefer. Heute kostet ein Anteilsschein des US-Unternehmens 476 USD. Die Aktionäre dieser frühen Stunde sitzen heute also auf einem Buchgewinn von 13.485 %. Oder: Aus 1.000 Euro wären heute 135.850 Euro geworden. 

Sie denken jetzt möglicherweise: Das ist doch Theorie, in der Praxis funktionieren solche Monster-Renditen nicht. Da haben Sie ohne Frage nicht ganz Unrecht.  

Denn die Aktie der Netflix fuhr in ihren ersten Jahren nur Achterbahn. Die Anleger der ersten Wochen und Monate erlebten einen schlimmen Höllenritt. Eine kleine Kostprobe: Mitte 2011 stürzte die Aktien des Video-Streaming-Dienstes nach brutal schlechten Zahlen ab. Binnen weniger Wochen viertelte sich die Aktie im Wert und fiel auf rund 10 USD. 

Sie können sich die Medienberichterstattung jener Zeit sicherlich gut vorstellen. Das Wall Street Journal sah ein Kartenhaus zusammenbrechen. Analysten prognostizierten, dieses Unternehmen wird nie schwarze Zahlen schreiben. Technologie-Experten rechneten aus, dass die Übertragungsraten des Internets nie ausreichen würden, um ein großvolumiges Video online zu verschicken.   

Anfang 2012 plötzlich die Wende. Binnen weniger Wochen gelang der gebeutelten Aktie die Verdopplung. Die Investoren schnauften durch. Doch nicht alles falsch gemacht! Leider war das Glück nur von kurzer Dauer, denn noch im selben Jahr stürzte die Aktie erneut ab und halbierte sich im Kurs.  

Solche Kursschwankungen hält kein Investor der Welt durch. Es sei denn, er verfügt über eine kluge Kauftaktik und kauft solche jungen Achterbahn-Aktien in mehreren Tranchen. Profis bezeichnen solche versetzten Teilkäufe auch als kurzen Sparplan oder Stufenkauf. Wie funktioniert ein solches Kaufprogramm in der Praxis? 

Zunächst definieren Sie eine Gesamtsumme, die Sie in die Aktie investieren möchten. Sagen wir 10.000 Euro. Im zweiten Schritt bestimmen Sie die Größe der Teilkäufe. Und nun erwerben Sie die erste Tranche für 2.500 Euro. Nun schmiert die Aktie erst einmal ab und notiert mit 20 % in den Nassen. Jetzt aktivieren Sie den zweiten Kauf und verringern dadurch Ihren durchschnittlichen Einstandskurs. Der Verlust in der Position sinkt von 20 auf 10 %. Dieser Verlustabbau ist natürlich nur optischer Natur. Gleichwohl hilft vielen Anlegern dieser kleine psychologische Kniff 

Sie kaufen also nach jedem satten Rücksetzer zu, solange bis Sie die ursprünglich eingeplanten 10.000 Euro in der Aktie untergebracht haben. Dabei müssen Sie nicht päpstlicher als der Papst sein. Startet ein Titel gleich mächtig durch, ist es schon bedenkenswert, das Kaufprogramm vorzeitig abzubrechen. Sinn des versetzten Kaufes ist, dass man billiger und nicht teurer nachkauft.  

Mit einem solchen durchdachten Kaufprogramm steigern Sie am Ende nicht nur Ihr Renditepotenzial, sondern – und das ist eigentlich noch wichtiger – für Sie wird die Gattung der Achterbahn-Aktien beherrsch- und investierbar 

Was meine ich eigentlich mit Achterbahn-Aktien konkret? Ich meine damit nicht einfach nur Aktien, die stark schwanken. Denn dann würde derzeit auch die Wirecard-Aktie meine Definition erfüllen. Nein, ich meine mit diesem Begriff Aktien junger Unternehmen, deren Geschäftsmodell innovativ, aber eben noch nicht ausgereift ist. Vor 10 bis 15 Jahren waren das etwa Titel wie Amazon oder die eingangs angesprochene Netflix. 

Heute sind typische Achterbahn-Aktien etwa Ballard Power, Nel ASA, Nikola und teilweise auch immer noch Tesla. Bei diesen Aktien sind prozentual zweistellige Kursbewegungen auf Tagesbasis eher die Regel als die Ausnahme. Und genau für solche Papiere brauchen Sie ein taktisch klug geplantes Kaufprogramm. Dann werden auch Sie mit Achterbahn-Aktien sehr oft sehr viel Geld verdienen.    

US-Zentralbank Fed verabschiedet sich vom Inflationsziel

US-Zentralbank Fed verabschiedet sich vom Inflationsziel

Lieber Börsianer, 

beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die US-Zentralbank Fed ihr Mandat verändert. Fed-Chef Jerome Powell, der stets seine politische Unabhängigkeit betont hat, ist vor US-Präsident Trump eingeknickt und hat den Weg zu noch größeren Unterstützungspaketen freigemacht. Der Staat wird künftig noch freizügiger durch die Notenpresse finanziert. 

Was ist passiert? 

Die US-Notenbank hat die Zielsetzung für die eigene Arbeit verändert. Traditionell hat die Zentralbank in den USA zwei Ziele: Die Geldwertstabilität zu erhalten und die Arbeitslosigkeit niedrig zu halten. Für das Ziel der Geldwertstabilität galt bisher die Formulierung, dass eine Inflationsrate von bis zu 2% pro Jahr angestrebt wird. Jetzt wurde dieses Ziel angepasst. Die Inflationsrate soll künftig durchschnittlich 2% betragen. 

Auf den ersten Blick wirken die Änderungen klein. Doch in Wahrheit wurde das Ziel der Geldwertstabilität aufgegeben. Das kleine Wort “durchschnittlich” bedeutet nämlich, dass die Fed auch eine höhere Inflation als 2% zulassen darf, ohne geldpolitisch gegensteuern zu müssen. Im Prinzip wurde die Geldwertstabilität des Dollar aufgegeben, zugunsten der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. 

Ihr Geld ist in Gefahr 

Zunächst scheinen Änderungen in der Geldpolitik in den USA für uns Europäer nicht relevant zu sein. Doch das stimmt so nicht. Denn immerhin werden die Finanzmärkte immer noch maßgeblich vom US-Dollar bestimmt. Außerdem arbeitet längst auch die EZB an einer Änderung ihres Mandats. 

EZB-Chefin Christine Lagarde eifert den US-Vorbildern nach und hat eine interne Kommission mit der Überarbeitung des Inflationsziels beauftragt. Unter der Hand ist längst klar, dass auch in Europa die Niedrigzinspolitik verlängert werden soll, um das Versagen der Regierungen zu kaschieren, die immer noch keine Strukturreformen auf den Weg gebracht haben.  

Egal wie die neue Zielstellung der EZB lautet. Eines ist sicher: Mit der Stabilitätspolitik der Deutschen Bundesbank wird das neue Ziel nicht mehr viel gemeinsam haben. 

Ich stamme aus einer alteingesessenen Bankiersfamilie. Aus Erfahrung weiß ich, dass Gelddrucken am Ende nie gut ausgeht. Kurzfristig können sich Zentralbanken und Regierungen durch die Ausgabe des frischen Geldes einen Vorteil erkaufen. Der Wohlstand – oder vielmehr die Wohlstandsillusion – steigt. Doch irgendwann schwindet das Vertrauen in die Währung.  

Eine Inflation von 10% pro Jahr und mehr ist möglich 

Wenn immer mehr Geld gedruckt wird, aber die Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen nicht steigt, dann steigen die Preise. Wir nennen das Inflation. Die Inflation alleine ist jedoch noch nicht das Schlimmste. Gefährlich wird es erst, wenn auch die Inflationserwartungen der Menschen steigen. 

Die Menschen sind schlau. Wenn sie wissen, dass ihr Geld jedes Jahr etwas an Wert verliert, dann werden sie weniger sparen und mehr ausgeben. Umso höher die jährliche Geldentwertung steigt, desto schneller wollen die Menschen ihr Geld wieder ausgeben oder investieren. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes steigt. Wenn das Geld immer schneller umläuft, wird die Inflation dadurch zusätzlich angeheizt. 

In dieser Phase können die Zentralbanken nicht mehr eingreifen und verlieren die Kontrolle über ihre Währung. Denn eine Reduzierung der Geldmenge führt nicht mehr zu den gewünschten Effekten. Die Menschen werden weiterhin ihr Geld so schnell wie möglich ausgeben und dadurch die Inflation anheizen. Eine Phase mit hohen Inflationsraten steht uns bevor. Bis dahin kann es durchaus noch ein paar Jahre dauern. Aber Sie sollten sich darauf vorbereiten. 

So können Sie sich schützen 

Retten Sie Ihr Geld, indem Sie es in Unternehmen investieren, deren Produkte technologisch auf dem neusten Stand sind. Denn diese Unternehmen können die Preise erhöhen und leiden deshalb nicht so stark unter der Inflation. Gold und Silber wird ebenfalls oft als Absicherung empfohlen, aber die Edelmetalle werfen keine Zinsen oder Dividenden ab. Deshalb bevorzuge ich Unternehmensbeteiligungen. 

Die Autobranche bebt: Nikola und GM tun sich zusammen

Die Autobranche bebt: Nikola und GM tun sich zusammen

Lieber Börsianer, 

das ist eine faustdicke Überraschung: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Wasserstoff-Spezialist Nikola und der konventionelle Autobauer General Motors eng kooperieren werden. Die strategische Allianz hat GM gleich durch eine milliardenschwere Kapitalbeteiligung am Partner abgesichert. Hier hat man also Großes vor.  

Was ist der Inhalt der Vereinbarung? GM wird praktisch Zulieferer und Werkbank für Nikola. Dabei wird man für den Partner den Pick-Up Nikola Badger produzieren, der zur Jahreswende als Lithium-Akku-Antrieb sein Marktdebüt feiern wird. 2022 kommt der Badger dann auch als Wasserstoff-Variante. Beide US-Unternehmen werden ferner bei der Entwicklung und Produktion von Batterien und Brennstoffzellen-Stacks eng zusammenarbeiten.  

Bereits zuvor ist Nikola eine vergleichbare Kooperation mit dem italienischen Lkw-Bauer Iveco eingegangen. Das Ziel ist klar: Anders als Tesla wird Nikola keine Zeit damit „verschwenden“ eine eigene Produktion aufzubauen. Man kommt also sofort zur Sache und will bereits im kommenden Jahr eben mit Unterstützung aus dem konventionellen Autobau in die Massenproduktion starten.  

Tesla steht jetzt unter Druck 

Die aggressive Vorgehensweise des Nikola-Managements setzt den US-Konkurrenten Tesla erheblich unter Druck. Schon jetzt hängt Tesla bei der Entwicklung seines Elektro-Sattelschleppers Semi hinter dem vergleichbaren Nikola-Projekt (Nikola One und Tre) zurück.  

So halten sich in der Branche Gerüchte, dass Elon Musk näher an die Deutschen von VW heranrücken wird. Erst vor wenigen Tagen sah man VW-Chef Herbert Diess, wie er mit einem sichtlich gut aufgelegten Elon Musk im ersten waschechten Stromer aus Wolfsburg, dem ID.3, eine kleine Spritztour unternahm. Entsteht hier nun das nächste Bündnis aus alt und neu? 

Noch ist an diesen Gerüchten nicht viel Fleisch. Beide Unternehmen sind Giganten der Branche und brauchen sich nicht unbedingt. Fest steht allerdings, die beiden Autobauer betrachten sich nicht zwingend als unversöhnliche Konkurrenten. Beide Seiten teilen die gleiche Idee von der Neuen Automobilität bzw. vom elektrischen Fahren. Und beide Seiten wissen, dass es noch ein beschwerlicher Weg sein wird, die Elektromobilität auf den Straßen dieser Welt durchzusetzen. Bei diesem Ziel kann man sich schon gegenseitig unterstützen, oder? 

Zumal der Markt der Elektromobilität gigantisch ist und derzeit mit zu den attraktivsten Wachstumsmärkten dieser Welt gehört. Denn bis 2026 wird sich der Marktanteil der Verbrennungsmotoren gemessen an den Neuzulassungen im Pkw-Segment – ungefähr halbieren, und in diese Lücke stoßen die Stromer sowie die Wasserstoff-Fahrzeuge 

Die alternativen Antriebe sind schon längst aus der Nische herausgetreten, und wenn nun die konventionellen Autobauer mit ihren erheblichen – und derzeit nicht voll ausgelasteten Produktionskapazitäten – auf den Trend aufspringen, wird sich die technische Entwicklung nochmals erheblich beschleunigen.  

Sie interessieren sich für den Trend der Neuen Automobilität? Sie sind überzeugt, dass mit der Brennstoffzelle oder der Lithium-Batterie gutes Geld für die Unternehmen und damit auch für Sie als Investor zu verdienen ist? Dann holen Sie sich jetzt das Rendite Telegramm und setzen Sie gemeinsam mit mir auf eines der großen Trendthemen der nächsten Jahre. Mehr Informationen zum Rendite Telegramm finden Sie hier!