Unser Wohlstand kommt übers Meer

Unser Wohlstand kommt übers Meer

 

Lieber Börsianer, 

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten. 

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt. 

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel. 

Deutschland ist Exportweltmeister Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronikchemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert. 

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.  

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die Container, die rund um die Welt geschickt werden. Diese werden nicht nur auf See, sondern auch auf LKW’s und Zügen eingesetzt. 

Die Schifffahrt ist ein kapitalintensives Geschäft In meinen Depots finden Sie dennoch keine der großen Reedereien. Der Betrieb von Tankern und Containerschiffen ist sehr kapitalintensiv. In einer Krise wie derzeit stehen die Schiffe still und produzieren keine Gewinne. Wenn die Flaute länger anhält, geraten die Reedereien schnell in die Krise. Ich setze lieber auf Geschäfte, die weniger kapitalintensiv sind. Die Unternehmen mit gut skalierbaren Geschäftsmodellen und niedrigen Fixkosten können sich auf eine veränderte Nachfrage viel besser einstellen und in jeder Wirtschaftslage Gewinne erzielen. 

Auf das Geschäftsmodell kommt es an Reedereien sind auch deshalb in Krisenzeiten wenig rentabel oder fahren sogar Verluste ein, weil sie sich von der Konkurrenz nicht so deutlich abheben können. Die Transportdienstleistungen sind austauschbar. Bei einer Unterauslastung der Kapazitäten treten die Unternehmen häufig in einen ruinösen Preiskampf ein. Deshalb investiere ich mit Vorliebe in Unternehmen, deren Geschäftsmodell durch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gekennzeichnet ist. 

P.S.: Die Lastenesel auf dem Meer sind wichtig. Die großen Geschäfte werden jedoch an anderer Stelle gemacht. Ich zeige Ihnen im RENDITE-TELEGRAMM in welchen Bereichen ich große Chancen sehe. 

Wenn sich Traditionsunternehmen neu erfinden

Wenn sich Traditionsunternehmen neu erfinden

Lieber Börsianer, 

da wurden die Schweizer aber auf dem ganz falschen Fuß erwischt. So verfügte die kanadische Regierung am 17. März für das nordamerikanische Land den Stillstand (Lockdown). In der Folge sperrte der Kakaoverarbeiter und Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli seine 56 kanadischen Niederlassungen ab, und das ausgerechnet vor dem wichtigen Ostergeschäft.  

In den abgesperrten Filialen lagerten Tonnen von Schokoladen, Pralinen und ähnlichem. Man bereitete sich im Geiste in der Firmenzentrale auf eine gigantische Rabattaktion vor und war bereit, die Süßwaren nach dem Stillstand zu Kampfpreisen in den Markt zu pressen, mit allen Konsequenzen für Umsatz- und Gewinnentwicklung. Die Investoren waren wenig begeistert. Nur bei Nestlé registrierte man die Schwäche des nationalen Konkurrenten mit Wohlwollen und ventilierte erneut Übernahmepläne für den Schoko-Giganten, dessen starke Marke schon gut ins Nestlé-Sortiment passen würdeKeine Frage, als der Lockdown den stationären Vertriebskanal der Lindt verstopfte, war das Unternehmen in echten Problemen.   

Am Ende kam es doch anders. Denn das Lindt-Management stampfte in einer Rekordzeit von 5 Tagen gemeinsam mit Shopify einen echten Onlineshop aus dem Boden. Gleichzeitig wandelte man 16 der 56 kanadischen Niederlassungen in kleine Logistik- und Versandzentren um, sodass die Ware zum Osterfest doch noch zu den Kunden gelangte. Eine starke unternehmerische Leistung! 

Warum schildere ich Ihnen den Kampf der Schweizer gegen das Covid-Virus und den LockdownDas Beispiel zeigt exemplarisch wie sich mittlerweile große Traditionsunternehmen den Online-Markt holen und damit Versendern wie Amazon oder auch Zalando erfolgreich die Stirn bieten. Die Zeiten sind vorbei, in denen Unternehmen wie Lindt&SprüngliWalmart oder auch Hennes&Mauritz wehrlos dem Online-Handel gegenüberstehen. In den letzten Monaten und teils auch Jahren haben die Traditionsunternehmen verstanden, dass das Internet keine Bedrohung ist, sondern eine Chance.  

So ist heute Walmart eines der größten Online-Unternehmen des US-Marktes, nachdem man für sich den Online-Kanal entdeckt hatte. Mit seiner enormen Marketing- und Finanzkraft ließ die US-Einzelhandelskette gemessen am Online-Umsatz Konkurrenten wie eBay oder sogar Apple ziemlich alt ausschauen.  

Ich schätze solche Konstellationen, wenn Unternehmen der Old Economy sich in Teilen neu erfinden und in den Online-Markt vordringenHier finden wir als Börsianer einerseits starke Marken und oftmals viel Substanz vor, die sich Unternehmen wie Lindt&Sprüngli oder Walmart in den letzten Jahrzehnten erarbeitet haben. Andererseits holen Sie sich mit solchen Aktien Wachstumsphantasie und „Internet-Touch“ ins Depot. Das ist keine schlechte Kombination, die sowohl konservative als auch eher offensiv orientierte Anleger gleichermaßen anspricht.  

Werfen Sie doch einmal einen Blick auf die Lindt-Aktie! Ich wiederhole mich: Hier finden Sie Finanzstärke, eine bestens eingeführte Marke sowie mittlerweile auch WachstumspotenzialNun hat die Schweiz-Aktie aus unserer Sicht einen entscheidenden Nachteil, nämlich der Preis pro Aktie. So müssen Sie derzeit für die Namensaktie fast 83.000 Franken überweisen. Der sog. Partizipationsschein, also die stimmrechtslose Vorzugsaktiekostet momentan knapp 8.000 Franken. Das ist nicht eben anlegerfreundlich und stellt selbst Inhaber sechsstelliger Depots vor gewisse Probleme.  

Ich löse diese Probleme für Sie im RENDITE-TELEGRAMM. Hier finden Sie im Trenddepot erschwingliche Aktien, die auch in einem kleineren Depot funktionieren. Und dabei profitieren Sie von allen Vorzügen der Lindt-Aktie, wie eben von dieser reizvollen Kombination aus Tradition und Innovation, ohne dabei gleich 80.000 Franken mit einem Schlag auf den Tisch legen zu müssen. Hier finden Sie weitere Informationen zu meinem Börsendienst!  

Das Auto-Land erwacht aus der Schockstarre

Das Auto-Land erwacht aus der Schockstarre

Lieber Börsianer, 

wir reiben uns verwundert die Augen. Deutschland, das Land des Verbrennungsmotors und der Einspritzpumpe erwacht und wendet sich nun der Zukunft zu. Ganz offensichtlich, die Automanager in Stuttgart, Wolfsburg und München beenden nun die Zeit der Trauer um den verlorenen Diesel und wenden sich der Brennstoffzelle und/oder dem autonomen Fahren zu. Erste kleine Resultate oder Erfolge gibt es auch schon zu bewundern. 

So wird der schwäbische Autozulieferer ElringKlinger künftig im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens mit Airbus die Brennstoffzellen-Technologie für die Luftfahrt voranbringen. Natürlich wird es noch viele Jahre in Anspruch nehmen, bis die erste Airbus-Maschine emissionsfrei und voll elektrisch abheben wird.  

Eine andere Botschaft ist wichtiger: Ein konventioneller Autozulieferer aus Deutschland hat erstmals die eingesessenen Platzhirsche und Technologieführer wie Ballard Power in die Schranken gewiesen. Offenbar traut man bei Airbus den Schwaben Einiges zu. Nicht überraschend geht die Aktie heute durch die Decke und steigt derzeit auf Xetra um fast 20 %. In den Premium-Chancen sind wir dabei und spielen damit den Wandel der deutschen Autobranche. Eine sehr spannende Entwicklung! 

Berlin will den Selbstfahrer auf deutschen Straßen sehen 

Aber auch an anderer Stelle machen die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft jetzt richtig ernst. So wurde auf dem letzten Autogipfel vereinbart: Deutschland will die Führungsrolle beim Autonomen Fahren. Nun kann man immer viel reden und schreiben, wenn der Tag lang ist. Aber tatsächlich, das Zusammentreffen der Autobosse und der Politik hat bereits erste Ergebnisse gezeitigt. 

Diese lesen sich im Bürokraten-Deutsch wie folgt: Deutschland soll „das erste Land weltweit sein, das fahrerlose Kraftfahrzeuge im Regelbetrieb sowie im gesamten nationalen Geltungsbereich erlaubt. Damit werden voraussichtlich ab 2022 zwischen Oberammergau und Husum Roboterautos neben konventionellen Fahrzeugen rollen. Damit geht Berlin weit über den Status quo in den USA hinaus. Dort verkehren Selbstfahrer immer noch nur auf eigens ausgewiesenen und präparierten Teststrecken.  

Der norddeutsche Autobauer VW, der beim Roboterauto mit Ford kooperiert, plant bereits die Verlegung des Testbetriebs nach Deutschland, weil hier die Bedingungen für die Branche dann günstiger als in den USA sein werden.   

Bei aller Euphorie: Ordnen wir die letzten Ereignisse sachlich ein! Wie bereits angedeutet, die Brennstoffzelle ist technologisch betrachtet noch in den Kinderschuhen. Hier muss weltweit in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen noch viel gearbeitet werden. Und auch die Kooperation der ElringKlinger mit Airbus verschafft den Schwaben nicht gleich morgen einen Gewinnsprung.  

Gleichwohl stehen die Entwicklungen der letzten Wochen und Monaten für einen Mentalitätswandel in der Autobranche. Kurzum: Die Aktien dieser Unternehmen sind jetzt wieder heißDeutschland rockt, hat Tesla-Chef Elon Musk zuletzt in diesem Zusammenhang erklärt. 

Sie haben auch als Börsianer Wasserstoff und Strom im Blut? Dann kommen Sie jetzt zu uns in das RENDITE-TELEGRAMM und profitieren Sie vom großen Turnaround der Autobranche und natürlich vom bevorstehenden Boom der BrennstoffzelleHier finden Sie weitere Informationen!  

 

P.S. Weihnachten steht nächstens wieder vor der Tür. Der Schokoladenverbrauch wird also steigen. Morgen schaue ich mir deshalb einmal eine Schokoladenfabrik für Sie an. Wo tut man so etwas? Richtig, bei unseren Nachbarn in der Schweiz. Seien Sie gespannt auf einen Marktführer aus dem Segment Konsum und Nahrung, der jetzt erstmals online geht!  

Warum ein Börsenbrief kein Metzger ist

Warum ein Börsenbrief kein Metzger ist

Lieber Börsianer, 

wie gehen Sie eigentlich mit einem Börsenbrief um, den Sie gerade neu bestellt haben? Gehören Sie zu den selektiven Testkäufern? Was meine ich damit? 

Es versteht sich von selbst: Wer einen neuen Börsenbrief bestellt, geht nicht gleich aufs Ganze und holt sich sofort alle Kaufempfehlungen auf einen Schlag. Viele von Ihnen kaufen also erst einmal testweise eine oder zwei Empfehlungen. Funktionieren diese Empfehlungen spontan, finden Sie den neuen Dienst gut, schmieren die Empfehlungen ab, ist der Dienst eben schlecht. Ist doch ganz offensichtlich, oder? 

Mit Verlaub, liebe Mitbörsianer, auf diese Weise können Sie den neuen Metzger vor Ort testen. Da kauft man das Nackensteak, und wenn dann nicht zu viel Wasser in der Pfanne ist, nimmt man nächstens einmal den Schweinsbraten. 

Möchten Sie hingegen die Qualität eines Börsendienstes ergründen, müssen Sie etwas differenzierter vorgehen. Dazu finden Sie in den allermeisten Diensten ein Musterdepot, das die Empfehlungen und Performance der Vergangenheit dokumentiert. Das ist schon einmal ein wichtige Information für Sie. Dabei gilt, Musterdepots, in denen jede Position wie in weiche Butter gehauen haben soll und vermeintlich dreistellige Zuwächse geschafft hat, sind kunstvoll frisiert worden. Denn selbst der begabteste Börsianer produziert gelegentlich Rohrkrepierer 

So hingegen testet der kluge Börsianer einen neuen Börsendienst: Vollziehen Sie die vorgeschlagene Strategie nach und kaufen Sie nicht nur ein oder zwei Titel, sondern bilden Sie das Musterdepot quasi en miniature nachGanz konkret: Umfasst ein Musterdepot 10 Titel, dann kaufen Sie davon 4! Bilden Sie also den Kern des Musterdepots nach! 

Dabei notieren Sie sich den aktuellen DAX-Stand. Nach einer Testphase von – sagen wir 6 Monaten – legen Sie Ihr Miniaturdepot gegen die Benchmark, also den DAX. Liegt Ihr Testdepot gleichauf oder sogar über der Benchmark, dann wissen Sie, hier bin ich richtig. Bei diesem Performancevergleich berücksichtigen Sie natürlich, dass der Index keine Kaufspesen und schon gar keine Abgeltungsteuer von 26,375 % bezahlt.  

Hier muss ich auch einmal eine kleine Spitze gegen die Börsen-Theoretiker solcher Publikationen wie Stiftung Warentest loslassen. Natürlich schlagen wir als Praktiker in der Regel unsere Benchmark nicht, weil wir eben Steuern berappen und Transaktionsspesen haben.  

Zurück zur Sache: Sie tun einem Börsenbrief-Redakteur, und da spreche ich auch für alle meine Kollegen und Konkurrenten in dieser Welt, Unrecht, wenn Sie ihn wie einen Metzger behandeln. Der kluge Börsenbrief-Tester hingegen vollzieht die Strategie eines Börsendienstes möglichst umfassend nach und kauft nicht nur eine oder zwei „Top-Empfehlungen“. Denn an der Börse gilt immer eine Regel: Der Einzeltitel zählt nicht, sondern immer nur die Performance des Gesamtdepots.  

Ich breche mir da überhaupt keinen Zacken aus der Krone, wenn ich Ihnen schreibe, dass ich zuletzt im NextGeneration-Depot (Premium-Chancen) einen üblen Rohrkrepierer namens Nikola produziert habe. Einige meiner Leser haben nur diesen einen Titel gekauft und finden folglich meinen Börsendienst jetzt blöd. Die anderen hingegen haben auch Zur Rose (+114 %), Apple (+117 %) oder Tomra Systems (+81 %) gekauft. Das Depot dieser Leser ist nun rund ein Drittel schwerer als zu Jahresbeginn.  

Sie haben meine Botschaft verstanden und interessieren sich für Hochwachstums-Aktien und sterben auch nicht, wenn eine Depotposition einmal versagt? Dann möchte ich Sie in den Premium-Chancen sehen. Melden Sie sich bitte unter [email protected] an. Sie werden dann sofort separat benachrichtigt, wenn wir die nächsten Neuleser aufnehmen.         

 

P.S. Apropos Nikola: Morgen schaue ich nochmals hinter die Kulissen und informiere Sie, was sich dort in den letzten Tagen getan hat und was die neue Unternehmensführung um Stephen Girsky noch tun muss, damit diese Aktie wieder investierbar wird.  

Ich mache mir Sorgen!

Ich mache mir Sorgen!

Lieber Börsianer, 

die Aktienmärkte präsentieren sich unverändert in bester Verfassung. Vor allem das Technologie- und Wachstumssegment des NASDAQ kennt gegenwärtig kein Halten mehr. So steht beim NASDAQ 100 derzeit eine Jahresperformance von rund 54 % zu Buche. Aber auch die Standardaktien des marktbreiten S&P 500 sind mit einem Jahresplus von knapp 19 % (ohne Dividenden) mehr als nur anständig gelaufen. 

Die Erklärung der Börsianer für diese Hausse ist recht einfach. Sie geht ungefähr so: Die Notenbanken werden langjährig den Kapitalmarkt mit reichlich Kapital versorgen. Sollte sich jemals eine Krise am Horizont auftun, werden die Währungshüter einfach nochmal eine Schippe „drauflegen“ und damit quasi jede denkbare Krise, Konjunkturabkühlung o.ä. einfach mit noch mehr Geld zuschütten.  

Außerdem sind die Zinsen ultraniedrig und werden auf absehbare Zeit auch nicht mehr steigen. Die Aktienanlage ist also alternativlos, und das auf Dauer. 

Je länger man dieser „Erzählung“ lauscht, desto offensichtlicher wird einfach: Wir sind endlich im Börsianer-Paradies angekommen, in der Aktien einfach immer nur steigen. Zwischenzeitlich mag es Rücksetzer geben, das sind allerdings immer nur Kaufgelegenheiten,  die es möglichst rasch zu nutzen gilt.  

Auf dem Weg in die Spekulationsblase 

Nun, liebe Kollegen, diese Erzählung vom ewigen Börsianer-Paradies ist sehr gefährlich, weil naiv. Solche Stimmungslagen haben wir in der Vergangenheit auch schon erlebt. Sie führten uns regelmäßig in eine ausgewachsene Korrektur und nicht selten sogar in einen veritablen Crash. 

Denn mittlerweile haben wir vor allem im Technologiesegment Bewertungen aufgebaut, die man nur noch als astronomisch bezeichnen kann. Ein Beispiel: Apple wurde im Jahr 2013 mit dem 12fachen Jahresgewinn bewertet (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Drei Jahre später lag das KGV bei etwa 13,5. Zu Deutsch: Der Aktienkurs ist in diesen 3 Jahren ungefähr im Gleichklang mit dem Gewinn des Unternehmens gestiegen. Alles war völlig unauffällig und fundamental gut unterfüttert. 

Dann legten wir erstmals einen Gang zu. So lag 2019 das KGV für die Apple-Aktie bereits bei knapp 20. Schon eine relativ ambitionierte Bewertung, aber letztlich immer noch im Rahmen unserer Erfahrungen. Dann aber ging die Luzie richtig ab. Inzwischen bezahlen Investoren ohne mit der Wimper zu zucken für eine Apple-Aktie das 38fache des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns.  

Zu Deutsch: Die fundamentale Bewertung des US-Unternehmens hat sich in den letzten 12 Monaten fast verdoppelt. In den letzten 7 Jahren hat sich die Bewertung gemessen am KGV fast verdreifacht.  

Ohne Frage, die Aktie war vor 5 oder 6 Jahren fast schon lächerlich unterbewertet. Damals verkannte der Markt, dass sich das Unternehmen vom Hardware-Hersteller zum Internet-Unterhaltungsunternehmen wandeln würde. Aber rechtfertigt diese Neuausrichtung im Unternehmen eine Verdreifachung der Bewertung?  

Apple ist beileibe kein Einzelfall. Alles was Rang und Namen im NASDAQ hat, ist heute ungleich höher bewertet als vor 5 oder 6 Jahren. Seit 2000 waren Technologie-Aktien nicht mehr so teuer wie zurzeit. 

Rede ich jetzt plötzlich gegen die Aktienanlage? Natürlich nicht! Aber ich muss diesmal mahnen und zur Vorsicht und vor allem zur Besonnenheit raten.  

Brechen Sie in Ihrem Depot nichts übers Knie! Folgen Sie nicht blind der aufkommenden Kaufpanik und geben Sie nicht Ihr gesamtes Kapital in dieser Phase in den Markt! Halten Sie immer etwas Cash zurück!  

Besonders liegen mir die Neubörsianer unter Ihnen am Herz. Wenn Sie in diesem Moment Ihr Depot aufbauen, dann tun Sie das bitte schrittweise und geben Sie nicht auf einen Schlag tausende von Euro in den Markt! Und bitte denken Sie an Streuung und Diversifizierung. Zu Deutsch: Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Schultern!  

Wie das in der Praxis funktioniert, erkläre ich Ihnen Woche für Woche im RENDITE TELEGRAMM. Lernen Sie dabei auch meine brandaktuelle Empfehlung kennen, die idealtypisch solides Dauerwachstum mit defensiven Qualitäten verbindet! Genau solche belastbaren Titel brauchen Sie in der gegenwärtigen Marktphase. Mehr dazu lesen Sie gleich hier! 

Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei

Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei

Lieber Börsianer, 

die Aktienmärkte haben das Vor-Corona-Niveau mehrheitlich wieder erreicht. Somit ist alles in Butter, könnte man meinen. Der Corona-Abschwung wurde bereits ausgeglichen. Doch das ist nicht korrekt. 

Während die Aktienmärkte haussieren, liegen große Teile der realen Wirtschaft noch am Boden. Die Arbeitslosenquote betrug im September (aktuell verfügbare Zahlen) 6,2%. Das ist ein Anstieg um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Deutschland steht damit vergleichsweise gut da, allerdings verzerrt der deutsche Sozialstaat die Statistik. 

Kurzarbeit rettet Arbeitsmarkt 

Durch das Kurzarbeitergeld werden zahlreiche Arbeiter in Lohn und Brot gehalten. Ob nach der Krise für alle noch Platz in den Unternehmen sein wird, muss sich erst noch zeigen. Banken, Touristiker, Fluggesellschaften und Automobilhersteller und -zulieferer haben bereits drastische Stellenkürzungen angekündigt. 


Viele Menschen in traditionellen Branchen werden infolge der Corona-Krise ihren Job verlieren 

Aktienmarkt koppelt sich von Realwirtschaft ab 

Der Aktienmarkt spiegelt im Moment nicht den fragilen Zustand unserer Wirtschaft wider. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen fließt viel Geld in den Markt. Die Notenbanken stemmen sich mit riesigen Gelddruckprogrammen gegen die Krise. Das Geld kommt häufig nicht in der Realwirtschaft an und fließt in die Finanzmärkte. Aktien- und Immobilienblasen sind die Folge. 

Zudem sind in den großen Aktienindizes viele Unternehmen vertreten, die von der Krise profitieren. Amazon, Facebook, Apple & Co. bauen ihre Marktmacht im Schatten der Krise aus. Auch Dank dieser Indexschwergewichte entwickeln sich die Aktienmärkte so gut. Denn wie überall gibt es auch an der Börse Gewinner und Verlierer. 

Krisen sind Chancen für Disruptoren 

Wenn sich die bisherigen Gewissheiten auflösen, bestehen für mutige Unternehmer große Chancen die Welt zu verändern. Die Digitalisierung ist nur einer der sichtbarsten Treiber für die rasante Veränderung unserer Lebenswelt. 

Auch die digitale Medizin ist im Kommen. Künftig werden Arztbesuche nicht mehr so häufig nötig sein. Videosprechstunden – auch bei räumlich weit entfernt praktizierenden Spezialisten – sind mittlerweile technisch möglich. Wenn dies mit der entsprechenden Diagnostik mit einem Fitnesstracker am Arm des Patienten kombiniert wird, ergeben sich ganz neue Behandlungschancen, die die Lebensqualität der Menschen verbessern können. 

Das Öl-Zeitalter geht zu Ende. Neue Antriebsformen werden entdeckt. Ob sich am Ende das Elektro-Auto, der Wasserstoffantrieb oder eine völlig andere Form der Energienutzung durchsetzt, ist offen. Auf jeden Fall gibt es sehr viel Raum für innovative Ideen und Geschäftsmodelle.  

In den vergangenen 20 Jahren waren die Chancen nie so gut wie heute, um von innovativen Geschäftsideen zu profitieren. Die Welt befindet sich im Wandel. Unternehmen, die sich nicht darauf einstellen, werden früher oder später vom Markt verschwinden. Für die innovativen Anbieter ergeben sich hervorragende Chancen. Auf welcher Seite wollen Sie stehen?