Warum Sie Auslandsaktien bis jetzt zu teuer gekauft haben

Warum Sie Auslandsaktien bis jetzt zu teuer gekauft haben

Lieber Börsianer, 

heute Morgen war ich schon ganz fleißig und habe die Aktie des US-Versicherers Aflac ohne Limit in New York bestellt. Insgesamt werde ich für diesen Kauf exakt 0,61 % gemäß der Kosteninformation der Deutschen Bank (Maxblue) bezahlen. Daneben habe ich eine limitierte Verkaufsorder für die Aktie des britischen Netzbetreibers National Grid an den Börsenplatz London gegeben. Das wird mich bei Ausführung exakt 0,7 % vom Transaktionsvolumen kosten.  

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Ist der Mann noch ganz bei Trost? Schließlich handeln wir an deutschen Börsenplätzen deutlich kostengünstiger als im Ausland. Und in der Tat hätte ich beide Aktien etwa über Tradegate für rund 0,3 % kaufen bzw. verkaufen können.  

Deshalb scheuen viele Privatanleger die Auslandsorder wie der Teufel das Weihwasser. Die Auslandsorder gilt allgemeinhin als vergleichsweise teuer. Auch die zuvor aufgeführten Zahlen scheinen diesen Eindruck zu bestätigen, oder? 

Ich nehme es gleich vorweg: Der erste Eindruck trügt. Denn der Kostenausweis Ihrer Bank unterschlägt den sogenannten Spread, also den Aufschlag oder Mehrpreis, den Sie gerechnet auf den Geldkurs der Aktie bezahlen.  

Beispiel Aflac: Die Aktie kostete, als ich diese Zeilen schrieb, auf Tradegate exakt 46,005 Euro. Tatsächlich muss der Käufer allerdings 46,455 Euro (Briefkurs) bezahlen. Das entspricht also einem satten Aufschlag von 0,97 %. In New York werde ich heute Nachmittag allerdings nur einen minimalen Spread von maximal 0,02 % bezahlen. Der Spread an der Heimatbörse fällt also nicht wirklich ins Gewicht.  

Das gleiche Bild bei National Grid: Auf Tradegate berappe ich aktuell einen satten Spread von 1,08 %, in London liegt der Spread aktuell hingegen lediglich bei 0,02 % 

Sie verstehen bereits, worauf ich hinauswill. Tatsächlich bezahle ich in Deutschland inclusive Spread für die Aflac-Transaktion über 1,2 % des Transaktionsvolumens, in den USA – trotz der höheren Bankspesenberappe ich lediglich 0,61 %. Hier ist also tatsächlich die Inlandsorder doppelt so teuer wie die vergleichbare Auslandsorder.   

Achten Sie immer auf das Handelsvolumen! 

Also kaufen Sie künftig Apple, Amazon oder Coca-Cola nicht mehr an einem deutschen Börsenplatz, sondern besser in New York, oder? Hier müssen wir differenzieren. Auslandsaktien, die hierzulande bekannt und beliebt sind, werden in der Praxis in Deutschland mit einem starken Volumen gehandelt. Deshalb ist der Spread vergleichsweise gering. So weist die Apple-Aktie derzeit nur einen kleinen Spread von 0,14 % auf. In diesem Fall ist folglich die Inlandsorder für Sie günstiger.  

Setzen Sie hingegen auf Auslandsaktien, die hierzulande eher unbekannt sind, sollten Sie sich diese Titel eher an der Heimatbörse besorgen. Wie von mir eingangs nachgewiesen, kommen Sie hier spesenseitig in der Regel deutlich besser weg als mit einer Inlandsorder.  

Hier gilt eine einfache Regel: Je stärker das Handelsvolumen einer Aktie, desto geringer der Spread. Umgekehrt gilt: Schwach gehandelte Aktien weisen immer einen höheren Spread auf und sollten daher bevorzugt an ihrer Heimatbörse erworben bzw. verkauft werden.  

Noch ein Profi-Tipp für Sie: Tatsächlich ist der reibungslose Handel von Auslandsaktien in Deutschland nicht immer gewährleistet. So können Sie derzeit z.B. die Aktie von Standard Lithium hierzulande kaum noch für einen halbwegs fairen Preis verkaufen. Der Titel wurde in der Vergangenheit von einigen spekulativen Börsenbriefen massiv gehypt. Zuletzt schwand allerdings die Begeisterung für den Lithium-Explorer und der Handel trocknete hierzulande weitgehend aus. Und da, wo kein Käufer ist, werden Sie auch nichts verkaufen. 

Noch ein Beispiel: Bekanntlich können wir derzeit an deutschen Börsenplätzen keine Schweizer Aktien mehr handeln. Lediglich im Direkthandel kommen Sie zu Ihren Stücken. Aber Achtung: Diese Sondersituation hat die Spreads im Direkthandel stark getrieben. So bezahlen Sie hier derzeit selbst für Schweizer Standardtitel mindestens 0,5 % (Spread) mehr als am Börsenplatz Zürich.  

Fazit: Im Prinzip bevorzugen Profi-Anleger immer den Kauf an der Heimatbörse. Nur wenn die Inlandsorder einen klaren Preisvorteil bietet, kauft der Profi eine Auslandsaktie an einem deutschen Börsenplatz. Den echten Preis einer Order erkennen Sie immer erst dann, wenn Sie zu den ausgewiesenen Bankspesen den Spread des jeweiligen Börsenplatzes addieren.  

Aflac: Sie brauchen diese Aktie!

Aflac: Sie brauchen diese Aktie!

Lieber Börsianer, 

ich schmücke mich nicht mit fremden Federn. Diese Aktie hat mir vor einigen Monaten einer meiner Kunden vorgeschlagen: Aflac. Mir war dieses US-Unternehmen zunächst auch dem Namen nach unbekannt. Mit dieser Unkenntnis war ich in Deutschland nicht allein. So wird der Titel normalerweise hierzulande überhaupt nicht gehandelt, obwohl die Aktie dieses US-Versicherers im S&P 500 vertreten ist und derzeit fast 38 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung auf die Börsenwaage bringt.  

Hier haben wir uns in Deutschland einen echten Highflyer durch die Lappen gehen lassen. So legte die Aktie allein in den vergangenen 5 Jahren um über 81 % zu. Rechnen Sie noch die Dividende für diesen Zeitraum hinzu, kommen Sie auf eine Gesamtperformance von über 107 %. Zum Vergleich: Die Allianz-Aktie schaffte inclusive Dividenden in diesem Zeitraum einen Zuwachs in Höhe von 86 %, während der DAX – bekanntlich ebenfalls inclusive aller Dividenden – ein Plus von 68 % schaffte.  

 

Was macht Aflac so stark? Zunächst der Versicherungsbereich, in dem man nicht aktiv ist. So bietet der US-Versicherer keine Sachversicherungen an und leidet daher nicht unter dem Klimawandel. Wenn es stürmt, regnet oder hagelt, das ist für Aflac kein Versicherungsfall.  

Aflac konzentriert sich ausschließlich auf den Bereich der Personenversicherungen. Man versichert Unfallrisiken, Krebs und andere schwere Krankheiten und Augenleiden. Daneben vertreibt das Unternehmen Unfallversicherungen oder Policen für kurzfristige Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit (Krankentagegeld).  

Klarer regionaler Fokus auf Japan und USA 

Auch regional hat sich das Unternehmen klar fokussiert. So hat Aflac kein Interesse an dem konkurrenz-intensiven mitteleuropäischen Markt. Stattdessen setzt man in erster Linie auf Japan und den Heimatmarkt USA. In Japan hat man dabei bereits vor einigen Jahren die Post als Vertriebspartner gewonnen. Japan Post agiert dort eben nicht nur als Auslieferer von Briefen und Paketen, sondern bietet in 20.000 Postfilialen zusätzlich Versicherungs- und anderen Finanzlösungen an. So hat Japan Post im vergangenen Jahr 25 % der Aflac-Policen verkauft.  

Auf dem Heimatmarkt profitiert der US-Versicherer davon, dass viele Krankenversicherte nur unzureichend abgesichert sind und deshalb gezwungen sind, weitere Ergänzungs- bzw. Zusatzversicherungen abzuschließen. Spätestens wenn ein Patient in den USA ins Krankenhaus muss, deckt die Hauptversicherung nur rund 60 % der Kosten ab.  

Buy on dips – Kaufen Sie in der Kursdelle!  

Wie Sie unschwer am vorangestellten Chartbild erkennen, hat die US-Aktie in den vergangenen Wochen etwas gelitten und sackte von einem historischen Rekordkurs rund 14 % zurück. Was ist der Hintergrund? 

Offenbar hat Japan Post zuletzt viele Aflac-Policen recht aggressiv vertrieben. Hier wurden die Versicherten beim Abschluss unsauber beraten. Zudem wurden teilweise Prämien doppelt eingezogen. Nun muss der Aflac-Vertriebspartner rund 100.000 Abschlüsse im Zeitraum zwischen Mai 2018 und Mai 2019 nochmals öffnen und möglicherweise auch rückabwickeln. Das hat kurzfristig natürlich den Ruf des US-Versicherers auf dem japanischen Markt geschädigt. So brach das Neugeschäft in Japan im vergangenen Quartal spürbar ein.  

Gleichwohl ist man in der Unternehmensführung optimistisch, dass dieser Rückgang im Neugeschäft vorübergehender Natur ist. Derzeit klärt Aflac die Vorgänge in Japan umfassend auf, um das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. 

Nun, es gibt nun einmal keine Kursdelle ohne schlechte Nachrichten. Davon lasse ich mich allerdings nicht beeindrucken, sondern werde mir jetzt einige Stücke dieses konservativen Highflyers ins Depot holen. Dabei freue ich mich schon jetzt auf die Dividende des Unternehmens. In den vergangenen 5 Jahren hat Aflac die Dividende im Durchschnitt um 8,5 % pro Jahr gesteigert. Dabei war Aflac bisher durchaus geizig und hat nur rund ein Viertel des Gewinns ausgekehrt. Mit anderen Worten: Selbst wenn es in diesem Unternehmen einmal kurzfristig nicht läuft, ist das für Aflac kein Grund, die Dividende nicht trotzdem weiterhin jährlich anzuheben.  

Wer ist eigentlich Alexander von Parseval?

Wer ist eigentlich Alexander von Parseval?

Lieber Börsianer, 

in den vergangenen Wochen haben wieder zahlreiche Börsianer und auch Neu-Börsianer meinen täglichen Dienst für sich entdeckt. Lassen Sie mich dies zum Anlass nehmen, um mich nochmals bei Ihnen vorzustellen. Sicherlich interessieren Sie sich dafür, wer ich eigentlich bin und was ich bisher im Leben gemacht habe.  

Ich entstamme ursprünglich einer französischen Bankiersfamilie, die im 19. Jahrhundert die Banque Dupuy de Parseval (BDP) mitbegründet hat. Diese Bank besteht heute in der siebten Generation fort und ist mittlerweile Bestandteil der französischen Bankengruppe Banque Populaire 

Die Geldanlage und die Börse waren mir also quasi in die Wiege gelegt. Mein Berufsweg war früh vorgezeichnet. Die notwendige harte Kompetenz habe ich mir in einem Studium – unter anderem der Volkswirtschaftslehre – in Augsburg und Grenoble besorgt. Kurzzeitig habe ich im Stab des damaligen Finanzministers Theo Waigel gearbeitet und dabei an der Vorbereitung und Einführung des Euro mitgewirkt. 

Anschließend heuerte ich als Junior-Analyst bei einem Münchener Börsendienstleister an und war dort für den US-Markt zuständig.  

2003 schließlich habe ich gemeinsam mit einem Partner ein Unternehmen für Vermögensberatung gegründet. Heute betreue ich gemeinsam mit einem Augsburger Vermögensverwalter wohlhabende Privatkunden in Deutschland und Österreich.  

Ich habe ziemlich schnell verstanden, dass die Finanzbildung oder genereller formuliert die Aktienkultur in Deutschland seinerzeit nicht sehr ausgeprägt war. Deshalb habe ich 2011 gemeinsam mit einem Bonner Verlag den Börsendienst Der Parseval konzipiert und auch auf den Markt gebracht. Ich wollte erklären, wie Börse funktioniert und vor allem das Börse keineswegs immer nur spekulatives Teufelszeug ist. Ich bin der Überzeugung, dass es neben der Immobilie keine bessere Form der privaten und freien Altersvorsorge gibt.  

Seit diesem Jahr teile ich die Ergebnisse und Erkenntnisse meiner täglichen Börsenarbeit im Rahmen des Börsendienstes RENDITE TELEGRAMM mit unzähligen Privatanlegern und auch einigen Profi-Investoren. Im RENDITE TELEGRAMM konzentriere ich mich besonders auf wachstumsstarke Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie etwa Internet, Medizintechnik, Neue Mobilität oder etwa Künstliche Intelligenz. Hier wird gewissermaßen unsere Zukunft gemacht. Damit verdienen viele Unternehmen aus diesen Branchen sehr gutes Geld. Generell: Wir leben bereits seit über 10 Jahren in einer Phase des forcierten technischen Fortschritts und der technologischen Veränderung. Genau in diesem Zentrum verdienen Sie als Börsianer die überdurchschnittliche Extra-Rendite.  

Als Analyst und Depotbetreuer, der für die Vermögen anderer Menschen zuständig ist, lernen Sie sehr schnell, was Verantwortung bedeutet. Das schlägt sich auch im RENDITE TELEGRAMM nieder. Deshalb investieren wir hier immer mindestens zur Hälfte in etablierte Marktführer der Tech-Branchen. Das erhöht die Stabilität in Ihrem Depot. Neben diesen Marktführern setze ich gezielt auf eher jüngere Unternehmen, die den Markt noch nicht erobert haben. Diese Unternehmen – im Idealfall die neue Facebook oder Amazon – verfügen über enormes Potenzial. 

Ein Beispiel hierfür ist etwa die Isra Vision aus Darmstadt. Das Unternehmen entwickelt komplexe Steuerungssysteme (Machine Vision) für die Industrie und gilt jetzt schon als einer der global führenden Trendsetter- Unternehmen im Segment Industrie 4.0. Bereits seit einigen Wochen geht dieser Titel durch die Decke und beschert uns prächtige Kursgewinne.  

So werden Sie jeden Tag ein besserer und erfolgreicherer Börsianer 

Abschließend komme ich nochmals auf die Aktienkultur in Deutschland und auch Österreich zurück. Mein Ziel ist es, über die Börse sachlich zu informieren, damit Sie als Börsianer die großartigen Chancen des Kapitalmarktes erkennen. Ich möchte, dass Sie möglichst jeden Tag aus meinen Diensten neue wertvolle Erkenntnisse ziehen, kurzum, dass Sie ein noch besserer und erfolgreicherer Börsianer werden.   

Ich wiederhole mich: Börse ist großartig, und Sie profitieren davon mit meiner Hilfe. 

Deutsche Tech-Perle vor der Übernahme?

Deutsche Tech-Perle vor der Übernahme?

Lieber Börsianer,

in London bahnt sich eine staatsrechtliche Krise veritablen Ausmaßes an. So hat Premierminister Boris Johnson angekündigt, den jüngsten Parlamentsbeschluss zu ignorieren. Er lehnt es ab, in Brüssel nochmals nach einer Verschiebung des Brexit-Termins nachzusuchen. Mit dieser Causa werden sich nun in London die höchsten Gerichte befassen müssen.  

Aber es gab auch gute Nachrichten: So sollen neue Handelsgespräche zwischen Peking und Washington, möglicherweise noch im September, stattfinden. Am Markt wächst damit die Hoffnung, dass der Handelskonflikt zumindest etwas entspannt werden kann. Gleichzeitig hat sich in Rom eine neue Regierungskoalition gebildet, die also relativ pro-europäisch gelten darf. In der Folge sanken die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen spürbar.  

Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die wichtigen Indizes weltweit positiv. Der DAX und der NASDAQ 100 rückten um rund 2 % voran, während der marktbreite S&% 500 sogar um 3 % zulegte.  

In dieser und der nächsten Woche wird nochmals die Geldpolitik eine wichtige Rolle spielen. So tagt die EZB an diesem Donnerstag. Die Markterwartungen sind klar: Die Investoren rechnen damit, dass der Zinssatz für Bankeinlagen von minus 0,4 auf mindestens minus 0,5 % gesenkt wird. Ferner rechnet man damit, dass das im vergangenen Jahr ausgesetzte Anleihenkaufprogramm wieder aufgenommen wird.  

Mit anderen Worten: Die Zinsen der Euro-Zone und ganz generell in Europa werden auf absehbare Zeit sehr niedrig bleiben. Das belegt auch die aktuelle Anleihenemission der Siemens. Das Unternehmen hat sich am Rentenmarkt mit frischem Kapital im Volumen von 3,5 Milliarden Euro eingedeckt. Die Papiere stießen auf gute Nachfrage, obwohl die Investoren – gerechnet auf die Endfälligkeit – sowohl in der zwei- als auch in der 5jährigen Tranche garantiert Geld verlieren werden.  

Beide Tranchen rentieren nämlich deutlich im Minus. Noch nie zuvor wurden am Primärmarkt derart schwach verzinste Anleihen angeboten und auch verkauft. Das ist ein Indiz dafür, dass viele Investoren sogar kurz- und mittelfristig mit weiter sinkenden Marktzinsen rechnen. Für die Unternehmen ist das natürlich ein Fest. Selbst bonitätsschwache Unternehmen wie etwa ThyssenKrupp oder Südzucker haben derzeit besten Zugriff auf billiges Fremdkapital.  

In der nächsten Woche wird dann die US-Notenbank Fed tagen. Grundsätzlich sind die US-Währungshüter bereit, den Leitzins nochmals zu senken. Unklar ist derzeit allerdings, ob dies bereits im September geschehen wird. Jüngst erklärte Jerome Powell, Präsident der Notenbank, dass er nicht mit einem Abgleiten der US-Wirtschaft in die Rezession rechnet. Möglich also, dass die Fed den bisherigen Zinssatz unverändert belässt.  

Fazit: Wenn die Börsen in den nächsten Wochen weiter nach oben wollen, die Notenbanken werden dem nicht entgegenstehen.  

Investoren decken sich bei Nachzüglern ein – Trendtitel Isra Vision geht durch die Decke 

In der vergangenen Woche waren vor allem Nachzügler und Rohrkrepierer der Vergangenheit gefragt. So rückte der Telekom-Titel United Internet um 10 % voran, nachdem das Unternehmen erklärte hatte, dass man den Ausbau des neuen 5G-Netzes aus den laufenden Einnahmen bestreiten kann. Ähnlich stark auch ThyssenKrupp sowie Schaeffler. Die Aktie des Autozulieferers hatte sich in den vergangenen 3 Jahren ungefähr halbiert. Jetzt sind die Investoren offensichtlich der Meinung, dass die Korrektur der Schaeffler-Aktie allmählich beendet werden kann. 

Noch stärker präsentierte sich in der vergangenen Woche nur die Aktie der Isra Vision, die ich im Trenddepot des RENDITE TELEGRAMM halte. Der TecDAX-Titel verbesserte sich auf Wochensicht um rund 18 %.   

Was sind die Hintergründe? Der Hauptaktionär und Vorstandsvorsitzende Enis Ersü wird in absehbarer Zeit aus dem operativen Geschäft aussteigen. Bislang fand man allerdings wohl noch keinen Nachfolger. Das befeuert nun Gerüchte, dass das kleine Tech-Unternehmen – Marktkapitalisierung knapp 900 Millionen Euro – übernommen wird.  

Nun, warten wir die weitere Entwicklung bei Isra Vision ab. Ich halte Sie im RENDITE TELEGRAMM auf dem Laufenden.  

Künstliche Intelligenz: Die Wunderdroge des 21. Jahrhunderts

Künstliche Intelligenz: Die Wunderdroge des 21. Jahrhunderts

Lieber Börsianer, 

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Nicht wenige Experten sind der Meinung, dass KI vor allem in den entwickelten Volkswirtschaften langfristig für eine erhebliche Ausweitung der Wachstumsraten sorgen wird. Hierzu einige Prognosen für Deutschland: Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers schätzt, dass ultra-intelligente Softwareanwendungen und andere Steuerungen der deutschen Volkwirtschaft bis 2030 ein zusätzliches Wachstum in Höhe von 11,3 % bescheren wird. Accenture ist noch optimistischer und schätzt, dass sich das deutsche Wachstum bis 2035 von durchschnittlich 1,4 auf 3 % durch KI steigern lässt. Damit würde Deutschland gemessen an der Wachstumsrate endlich wieder zu den USA aufschließen.  

Keine Frage: KI bietet uns die Chance in den nächsten Jahren und vielleicht sogar Jahrzehnten, unseren Wohlstand nochmals zu steigern. Viele Experten sprechen in diesem Zusammenhang bereits von der (wirtschaftlichen) Wunderdroge des 21. Jahrhunderts  

Welche Unternehmen sind gegenwärtig die zentralen Profiteure der KI? Das sind die Programmierer, also die etablierten Unternehmen aus der Internet-Branche wie etwa Amazon, Alphabet oder z.B. Alibaba in China. Diese Unternehmen setzen einerseits auf KI zur Optimierung des eigenen Geschäftes, andererseits ist man nach einer gewissen Zeit auch bereit, die eigenen KI-Lösungen auch auf dem Markt anzubieten.  

Aber KI ist nicht nur ein Gewinnbringer für die etablierten Trendsetter-Unternehmen der ersten Reihe, sondern ebenfalls für die Herausforderer aus der zweiten und dritten Reihe. In Deutschland sind hier kleinere Unternehmen wie etwa Isra Vision oder Cyan zu nennen. In den USA begeistern gegenwärtig die super-intelligenten Kommunikationsanwendungen etwa von Slack Tech oder Twilio, die im Kern jedes größere Unternehmen dieser Welt gewinnsteigernd einsetzen kann.  

Die Nutzerseite: Neue Chancen für die klassische Industrieproduktion    

Entgegen allen Beteuerungen sind echte künstlich-intelligente Anwendungen in der klassischen Industrie – siehe Autobau – noch nicht überall vertreten. Vor allem ältere Produktionsanlagen lassen sich nicht so einfach „intelligent“ aufrüsten. Hier ist oftmals ein Austausch langfristig sinnvoller. Deshalb wird in der Praxis bei den deutschen Autobauern oder auch bei Siemens oftmals noch konventionell produziert.  

Gerade in der Autobranche wird sich dies allerdings jetzt ändern. Der Hintergrund: Die deutschen Autobauer setzen nun endlich massiv auf das E-Auto. Im kommenden Jahr werden zahlreiche neue E-Modelle, die diesmal auch erschwinglich sind, auf den Markt kommen. Bekanntestes Beispiel ist dabei der VW ID.3. Im Rahmen dieser Elektro-Offensive werden neue Anlagen und Linien benötigt, und diese werden dann erstmals komplett vernetzt und intelligent produzieren.  

Der Gesundheitssektor: Die Patientenakte bringt den Durchbruch für KI 

Daneben sehe ich im Gesundheitssektor enorme Chancen für KI. In einem ersten Schritt werden Software-Lösungen die konventionelle ärztliche Diagnose unterstützen. Hier existieren jetzt schon Big-Data-Datenbanken, die zum Beispiel voll automatisch Wechsel- und Nebenwirkungen von Präparaten ermitteln. Kein Arzt der Welt kann die derzeit über 48.000 nach dem deutschen Arzneimittelgesetz zugelassenen Präparate im Blick haben.  

Insgesamt wird im deutschen Gesundheitssektor noch vergleichsweise altertümlich gearbeitet. Eine intelligente Verarbeitung und Interpretation etwa von Daten zur Anamnese, zu verabreichten Medikamenten oder zu Allergien finden derzeit aus Datenschutzgründen in Deutschland nicht statt. Dabei wäre die zentrale Erfassung und Auswertung der Patientendaten im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung so wichtig.    

Die Politik hat das Problem allerdings erkannt. Deshalb wird hierzulande im Januar 2021 die elektronische Patientenakte eingeführt. Damit ist die Basis geschaffen, um endlich künstlich-intelligente Diagnose-Software zur Unterstützung des Behandlers einzusetzen.  

Hier dürfen wir als Börsianer sehr gespannt sein, welche Software-Unternehmen bei diesem Thema zum Zuge kommen werden. Klar ist jetzt schon, dass sich im Segment der digitalen Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren viel bewegen wird. 

Die Möglichkeiten der KI sind enorm. Ich behaupte, dass wir zurzeit die gewaltige Dimension künstlich-intelligenter Anwendungen, Steuerungen und Speichersysteme noch gar nicht absehen können. Bleiben Sie gemeinsam mit mir bei diesem spannenden Thema am Ball!   

Food Tech II: Amazon steigt in den Ring

Food Tech II: Amazon steigt in den Ring

Lieber Börsianer, 

gestern hatte sich unsere ultra-intelligente Versandsoftware verselbstständigt und Sie mit dem Satz begrüßt: now that you´ve selected a template … Nun, Künstliche Intelligenz ist derweil so weit gediehen, dass die Software gelegentlich quasi menschlich eigene Fehler produziert. Aber Scherz beiseite! Bitte entschuldigen Sie den kleinen Fehler unseres künstlich intelligenten „Kollegen“.  

Zum Thema: Seit dem fulminanten Börsengang des US-Unternehmens Beyond Meat ist Food Tech in aller Munde. Die Lebensmittel-Branche steht vor einer grundlegenden Umwälzung. Und immer wenn etwas bahnbrechend Neues entsteht, ist Amazon erfahrungsgemäß nicht weit. So auch diesmal.     

Der Online-Riese steigt gegenwärtig massiv in die Lebensmittel-Branche ein. Zunächst startete man noch relativ konventionell und übernahm die US-Supermarktkette Whole Foods Market. Whole Foods ist quasi die Plattform, von der Amazon nun durchstarten wird, um in diesen milliardenschweren Markt einzudringen. In einem zweiten Schritt entwickelte man das revolutionäre Go-Konzept. Die Go-Filialen funktionieren völlig barrierefrei, also ohne Kassen und lästige Warteschlangen. Beim Betreten einer Go-Filiale registriert sich der Kunde via Smartphone für den Einkauf. Anschließend registriert ein digitalisierter Einkaufswagen die Produkte des Kunden und rechnet diese beim Verlassen der Filiale automatisch ab.  

Daneben entwickelt das Unternehmen einen kleinen sechsrädrigen selbstfahrenden Lieferroboter namens Scout. Scout liefert zuvor bestellte Lebensmittel – im Bedarfsfall selbstverständlich gekühlt – an den Besteller aus. Zunächst wurde der kleine Roboter für den nicht-öffentlichen Raum konzipiert. Also Scout wird seine Runden drehen z.B. auf großen Arealen von Unternehmen oder Behörden. So spart sich der Arbeitnehmer den Gang in die Kantine und wird direkt von Scout an seinem Arbeitsplatz versorgt.   

 

Amazon hat den Einkauf neu erfunden 

Der Online-Riese folgt bei all seinen Aktivitäten einer letztlich sehr einfachen Geschäftsidee: Der Einkauf soll maximal komfortabel sein. Er soll schnell und spontan ohne jede Barriere und Störung abgewickelt werden. Anders gesprochen: Der Kunde wählt nur das Produkt aus. Die anderen Vorgänge wie Bezahlung und Auslieferung werden anschließend voll automatisiert von der Amazon-Struktur abgewickelt.  

Außerdem hat man den Bestellvorgang in den vergangenen Jahren neu gestaltet. Hier gilt: Eine Bestellung erfolgt jederzeit, an jedem Ort und von jedem denkbaren Endgerät wie Smartphone, Laptop oder Alexa-Sprachassistent. Ein perfektes in sich geschlossenes System.  

Das Unternehmen arbeitet praktisch seit seiner Gründung nach diesem einfachen Prinzip. Dabei wendet Amazon nun all seine Erfahrungen als weltgrößtes E-Commerce-Unternehmen nun auf die Lebensmittel-Branche an. Damit ist Amazon neben Beyond Meat der wichtigste Player im Markt Food Tech.    

Dem US-Unternehmen ist es damit gelungen, eine zuvor wenig dynamische Branche mit notorisch niedrigen Margen und hohem Konkurrenzdruck neu zu beleben. Dabei sieht man nicht nur das Produkt selbst, wie es jahrzehntelange deutsche Discounter gehandhabt haben, sondern man begreift bei Amazon den Einkauf als einen Vorgang, der für den Kunden optimal gestaltet wird.  

Ich bewundere dieses Unternehmen. Wie oft habe ich schon das Ende des Innovationszyklus bei Amazon gesehen, und dann eröffnet sich das Unternehmen schon wieder eine neue Branche und krempelt diese völlig um. Amazon setzt einfach die Marktgesetze außer Kraft.