Offener Brief an den Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Offener Brief an den Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Lieber Börsianer, 

bereits am 28. Juni habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass die Bundesregierung bzw. das zuständige Bundesfinanzministerium die Einführung einer weiteren Aktiensteuer plant. Darauf hat sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz zuletzt mit 9 anderen EU-Finanzministern geeinigt. Noch ist das nationale Gesetzgebungsverfahren nicht angelaufen.  

Ich habe mich deshalb entschieden, einen offenen Brief an den Finanzminister zu richten. Diesen Brief lesen Sie gleich anschließend. In diesem Brief nehme ich ausführlich Stellung zu dem neuen Steuervorhaben der Bundesregierung.  

Bitte unterstützen Sie mein Engagement für die freie Aktienanlage und private Altersvorsorge in Deutschland! Setzen Sie sich für Ihre Interessen als Aktionär ein und richten Sie diesen Brief in eigenem Namen ebenfalls an Herrn Scholz!  

Seine E-Mail lautet: olaf.scholz@spd.de   

Die Postanschrift lautet:  

Bundesministerium der Finanzen  

z.Hd. Herrn Bundesminister Olaf Scholz 

11016 Berlin 

Die Antwort des Bundesfinanzministers werde ich dann im RENDITE TELEGRAMM veröffentlichen.

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Mein Brief im Wortlaut: 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz, 

unter Federführung Ihres Hauses arbeitet die deutsche Bundesregierung offenbar an der Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTT), wie ich jüngst diversen Medien entnommen habe. Danach sollen ab 2021 nach französischem Vorbild Käufe bzw. Verkäufe von Aktien mit einem Steuersatz von rund 0,2 bis 0,3 % belastet werden. Ausgenommen werden von der FTT z.B. Derivate, obwohl diese Instrumente nach Expertenmeinung wesentlich für die Entstehung der Finanzkrise 2008/9 verantwortlich waren.  

Derzeit werden neben Deutschland 9 weitere EU-Staaten an diesem neuen Steuerregime teilnehmen. Folglich sind von der FTT lediglich Aktien von Unternehmen, die ihren Sitz in einem dieser Länder haben, betroffen. Für die Unternehmen bzw. Volkswirtschaften ist das sicherlich kein Wettbewerbsvorteil. Hier ist zu befürchten, dass weiteres Kapital etwa in den attraktiven US-Aktienmarkt fließen wird. Schließlich bieten diese Wertpapiere künftig pauschal eine bessere Rendite in Höhe von 0,4 %. Ist diese indirekte Schädigung der europäischen Wirtschaftsstandorte wirklich der Plan des Bundesfinanzministeriums? 

In der Gesamtschau: SPD bekämpft seit Jahren den deutschen Kleinanleger 

Eine maßvolle Belastung von Aktien-Transaktionen macht für sich betrachtet die private Aktienanlage nicht gleich unattraktiv. Gleichwohl ergibt sich in der Gesamtschau für den Aktionär und den Privatanleger ein verheerendes Bild:  

2009: Einführung der Abgeltungsteuer auf zuvor steuerfreie Kursgewinne. Dadurch staatlich verordnete Absenkung der Kursrenditen um 26,375 % (ohne Kirchensteuer).  

2018: Einführung des Investmentsteuergesetzes, das unter anderem für eine Kappung des Steuerprivilegs von Altbestände bei Investmentfonds sorgte.  

2021: Weitere Verteuerung des Aktienhandels durch Einführung der FTT 

Zur Erinnerung: An allen diesen Maßnahmen war bzw. ist Ihre Partei, die SPD, maßgeblich beteiligt. Das lässt kein anderes Urteil zu: Die SPD bekämpft mit Hingabe die freie Kapitalanlage. Eigenverantwortlichkeit hat für die deutsche Sozialdemokratie ganz offensichtlich keinen Wert. Stattdessen favorisiert man das subventionierte, aber leider weitgehend risikofreie Riester-System. Sofern hier Renditen entstehen, resultieren diese hauptsächlich aus den staatlichen Zuschüssen.   

Apropos Riester: Ihnen dürfte bekannt sein, dass die FTT mittelbar auch auf aktienfonds-basierte Riesterverträge wirkt. Daneben sind selbstredend fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen und andere Sparpläne betroffen. Das sind alles keine Produkte für „die Superreichen“, sondern für den kleinen Mann bzw. die Frau, die mühsam versucht, ihre Rentenlücke abzudecken. 

Fazit: Die FTT trifft nicht nur den Aktionär, sondern in der Praxis nahezu jeden Sparer in Deutschland. Haben Sie, Herr Bundesminister, auch diese Zweiteffekte Ihres Vorhabens berücksichtigt?  

Machen Sie sich jetzt stark für die freie Altersvorsorge!  

Abschließend möchte ich auch auf die anhaltende steuerliche Bevorzugung der Immobilienanlage in Deutschland hinweisen. Hier werden unter anderem Anschaffungs- und Instandhaltungskosten  umfassend steuerlich berücksichtigt, während der Aktionär mittlerweile nicht einmal mehr eine Briefmarke als Werbungskosten absetzen kann. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Das ist keine Aufforderung, nun auch diese Investorengruppe zu belasten.  

Stattdessen appelliere ich an Sie als zuständigem Fachminister: Machen Sie sich stark für die freie Altersvorsorge und verzichten Sie auf die Finanztransaktionssteuer. Denn diese Aktiensteuer trifft die falschen und leistet in ihrem geplanten Umfang auch keinen Beitrag zur Stabilisierung der Kapitalmärkte.  

Außerdem: Senden Sie ein starkes Signal aus, dass die Politik die freie Aktienanlage begrüßt und unterstützt! Setzen Sie sich in der Bundesregierung für die Abschaffung des Soli-Zuschlags auf Kapitalerträge ein! Und erhöhen Sie bitte endlich spürbar den Sparerfreibetrag, der seit 10 Jahren nicht mehr angepasst worden ist.     

Meine letzte Bitte: Schaffen Sie jetzt Öffentlichkeit und informieren Sie uns als Anleger, Sparer und Bürger über die Pläne Ihres Hauses. Wie hoch soll z.B. der Steuersatz der neuen Steuer ausfallen? Und vor allem: Ist das erst der Einstieg in ein weit umfassenderes Steuerregime?  

Ich freue mich auf eine Antwort aus Ihrem Haus! 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Alexander von Parseval 

Eilmeldung: Schweizer Aktien nicht mehr handelbar in Deutschland

Eilmeldung: Schweizer Aktien nicht mehr handelbar in Deutschland

Lieber Börsianer, 

das ist ein Rückfall in graue Vorzeiten des Börsenhandels. Seit dem vergangenen Montag können wir Schweizer Aktien nicht mehr an deutschen Börsenplätzen. Ein Kauf oder Verkauf von Nestlé, Novartis und Co. ist aktuell nur noch an der Börse Zürich bzw. außerhalb der EU möglich. Auch offene Transaktionen, die vor dem 1. Juli gesetzt wurden, sind betroffen. Was bedeutet das konkret für die Halter dieser Aktien? 

Seit Montag wird an sämtlichen deutschen Börsenplätze – inklusive Xetra – keine einzige Aktie mehr gehandelt, deren Unternehmen ihren Unternehmenssitz in der Schweiz haben. Damit bleiben viele deutsche Anleger derzeit auf ihren Schweiz-Titeln sitzen bzw. haben keinen Zugriff mehr auf Nestlé und Co. Jetzt kommt naturgemäß Unruhe unter den Börsianern auf. So sehr wir Qualitätstitel des Schweizer Kurszettels schätzen, die haben wir doch unter der Annahme gekauft, dass die Aktien börsentäglich auch wieder veräußerbar sind.  

Was sind die Hintergründe? Bereits seit Jahren arbeiten die Verhandler aus der Schweiz und der EU an einem neuen Partnerschaftsabkommen. Dieser Vertrag soll die Schweiz noch näher an die EU heranführen. Ein Unterabkommen etwa sieht vor, dass die Schweiz in außenwirtschaftlichen Fragen automatisch das Recht bzw. seine Weiterentwicklung aus der EU übernimmt.  

Dagegen regt sich bereits seit einigen Monaten unter den Eidgenossen Widerstand. Vor allem die rechtskonservative SVP schießt massiv gegen die EU und spricht sich gegen die Ratifizierung des eigentlich unterschriftsreifen Abkommens aus.  

Die EU lehnt allerdings bislang eine Nachverhandlung des Abkommens ab und hat nun Schweizer Aktien von den EU-europäischen Börsenplätzen faktisch verbannt. Vor allem vor dem Hintergrund des bevorstehenden Brexits demonstriert Brüssel derzeit auch in rechtlichen Detailfragen eine gewisse Unnachgiebigkeit. Der Streit wird sich also nicht schon morgen aus der Welt schaffen lassen.  

Das ist die Lösung: Handeln Sie über Zürich oder hierzulande außerbörslich 

Vor allem Privatanleger sind die Angeschmierten in dieser Posse. Für Sie habe ich allerdings zwei Möglichkeiten entdeckt, wie Sie dennoch in den kommenden Wochen Ihre Favoriten aus der Schweiz handeln können.  

Option 1: Unverändert steht Ihnen als Handelsplatz die Börse Zürich zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Ihre Depotbank diesen Handelsplatz auch anbietet. Einige Discount-Banken – wie etwa die ING-Diba-Bank bieten diesen Handelsplatz nicht an. Ferner müssen Sie Ihre Schweiz-Bestände vor dem Verkauf auf den Zentralverwahrer der Schweizer Börse übertragen lassen. Haben Sie hingegen die Schweiz-Aktien bereits zuvor in Zürich erworben, ist eine Umlagerung der Bestände nicht erforderlich.  

Achtung: Die Umlagerung einzelner Aktien – nicht zu verwechseln mit einem Depotwechsel – kann kostenpflichtig sein.   

Option 2: Alternativ können Sie Schweizer Aktien über ausgesuchte Börsenmakler wie Lang & Schwarz oder die Baader Bank handeln. Auch hier gilt: Nicht alle Depotbanken bieten entsprechende Anbindungen an. Der Nachteil zudem: Der Handel ist nur mäßig liquide. Selbst Standardaktien wie Nestlé oder Roche kaufen bzw. verkaufen Sie gegenwärtig außerbörslich mit einem Auf- bzw. Abgeld auf den echten Kurs von rund 0,2 bis 0,3 %. Nebenwerte sind gegenwärtig noch teurer. Hier liegen die Spreads teils bei knapp 1 %.  

In der bevorstehenden Juli-Hauptausgabe des RENDITE TELEGRAMM werde ich diesen Sachverhalt nochmals aufgreifen. Dann erfahren Sie ganz konkret, was zu tun ist und wie Sie auch künftig Schweiz-Aktien spesenoptimal zu guten Kursen handeln werden. Von den Bürokraten in Brüssel und Bern lassen wir uns nicht beeindrucken. Weitere Informationen zu meinem Börsendienst finden Sie hier! 

Das sind die Informationsquellen der Profis

Das sind die Informationsquellen der Profis

Lieber Börsianer, 

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensverwalter gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? 

Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.  

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man dabei durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.  

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.  

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb? 

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. 

Oder aber: Ihr Gegenüber packt richtig aus und nennt Details. Dann weiß ich als Analyst, dass ich hier auf dem richtigen Weg bin. Im Nachgang werden Sie dann als Analyst zur nächsten Analystenkonferenz und Unternehmenspräsentation eingeladen. Allmählich erhalten Sie nun echte Einblicke in das Unternehmen.  

Besonders offen gegenüber Analysten und auch Privatanlegern sind vor allem eher kleinere Unternehmen. Hier interessiert man sich für Sie bzw. Ihr Geld und wird deshalb bereitwillig Ihre Fragen beantworten und Ihre Recherche unterstützen.   

US-Unternehmen sind traditionell besonders aktionärsfreundlich 

Die Aktienkultur ist bekanntlich in den USA sehr ausgeprägt. Dort gehört deshalb die Kommunikation mit den Investoren in jedem Unternehmen zum guten Ton. Man ist dort sehr offen und sehr locker.  

Wenn Sie hier eine Frage haben, dann richten Sie die E-Mail gleich an den Vorstandschef. Ich kann mich noch an meine ersten Gehversuche als Junior-Analyst erinnern. Damals hatte ich allein eine Viertelstunde auf die richtige Anrede des Vorstandschefs verwendet. Das ist völlig überflüssig.  

Sie sprechen auch den CEO eines Milliarden-Unternehmens ganz locker mit Vornamen an: „Hi Jeff“. Floskeln wie Dear Sir oder Dear Madam sind unüblich. Selbstverständlich wird man Sie in der Antwort auch mit Ihrem Vornamen anreden.  

Außerdem wichtig: Machen Sie ein wenig Wind um Ihre Person! Bezeichnen Sie sich als „longterm investor with some money“! Das weckt Interesse und steigert die Auskunftsfreudigkeit.  

Ich bin von Natur aus ein kontaktfreudiger Mensch und kommuniziere gerne mit Investoren oder Unternehmen. Das macht mir Spaß. Und das ist noch wichtiger: Auf diesem Wege gewinne ich als Analyst und Vermögensverwalter fundierte Informationen, die wir nicht in jedem beliebigen Börsenbrief finden. Und fundierte Informationen bedeuten an der Börse immer Wettbewerbsvorteil und – wie Sie wissen – eine bessere Rendite. 

Trump kuschelt mit Peking – Investoren sind erfreut

Trump kuschelt mit Peking – Investoren sind erfreut

Lieber Börsianer, 

was haben die Börsianer eigentlich in der vergangenen Woche getan? Nichts! Man wartete auf das Treffen der beiden mächtigsten Männer dieser Welt, Donald Trump und Xi Jinping.  Folglich tendierten die Aktienmärkte mehrheitlich seitwärts.  

Am vergangenen Samstag war es dann soweit. Die beiden Spitzenpolitiker hätten ein „ausgezeichnetes Treffen“, so der US-Präsident.  

Donald Trump hat die Beobachter wieder einmal überrascht. Er gab sich in Osaka unerwartet konziliant, fast schon sanftmütig. So zog er den Bann gegen den chinesischen Telekomausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei teilweise zurück. Das erfreut besonders die Chipbranche, für die Huawei ein wichtiger Kunde in China ist. Generell dürften die Tech-Aktien von dieser Nachricht profitieren. Deshalb zieht aktuell das Trenddepot des RENDITE TELEGRAMM wieder spürbar an.  

Daneben ist auch eine Ausweitung der zuletzt angedrohten Sonderzölle auf chinesische Exporte in die USA zunächst vom Tisch. Beide Seiten wollen die vor rund 2 Monaten abgebrochenen Verhandlungen offensichtlich wieder in Gang bringen. Dennoch sind unverändert immer noch rund 50 % der chinesischen Exporte in die USA von Zöllen belastet.  

Gleichwohl stimmt die Tendenz. Das wird den Aktienmarkt in dieser Woche positiv stimulieren. Es ist nun die Phantasie im Markt, dass der Handelskrieg möglicherweise in einigen Monaten weitgehend beendet werden kann. Damit wäre eine schwere Hypothek beseitigt, die den Aktienmarkt bzw. die Weltkonjunktur doch zuletzt gebremst hat.   

Hernach stattete Donald Trump gleich noch dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un einen Besuch ab. Damit sorgt der US-Präsident gegenwärtig in Asien quasi an allen Fronten für Entspannung. Investoren mögen solche Entwicklungen natürlich.  

China-Börsen vor großer Hausse? 

Vom neuen Schmusekurs der Trump-Regierung werden nicht nur die westlichen Börsen profitieren, sondern vor allem auch der chinesische Aktienmarkt. Zur Erinnerung: Dieser Aktienmarkt war vor allem im vergangenen Jahr wachsweich und verlor binnen 12 Monaten fast ein Drittel seines ursprünglichen Wertes. Immer dann, wenn die US-Regierung neue Sonderzölle angekündigte, sackte der dortige Aktienmarkt aufs Neue ab. Betrachten Sie hierzu bitte auch den folgenden Chart des Shanghai-A-Index.  

 

Ich bin jetzt optimistisch. Sollte es den beiden Supermächten tatsächlich mittelfristig gelingen, ihre Wirtschaftsbeziehungen auf eine neue und nachhaltige Basis zu stellen, werden die zuletzt spürbar geschrumpften Handelsvolumina wieder mächtig anziehen. Von diesem Szenario würde China als Exportweltmeister ohnehin maximal profitieren.  

Außerdem brauchen die Unternehmen im Reich der Mitte Hochtechnologie aus den USA. Nur so können Unternehmen wie Huawei, Alibaba und Baidu auch künftig wachsen. Denn gerade im Bereich des Chip-Designs oder der zukunftsweisenden 5G-Technologie sind die Chinesen noch nicht ganz auf Augenhöhe und benötigen externe Unterstützung.    

Donald Trump hingegen kann vor den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen (2020) bestimmt keinen harten Wirtschaftskrieg brauchen. Ein solches Ereignisse kann seine angestrebte Wiederwahl gefährden.  

Sicherlich wird nicht gleich morgen die große Harmonie zwischen Washington und Peking ausbrechen. Schließlich sind die Meinungsverschiedenheiten nicht aus Pappe. Solche Gegensätze lassen sich nur langfristig ausräumen. Für einen solchen Prozess wurde möglicherweise im japanischen Osaka am vergangenen Wochenende das Startsignal gegeben.  

Neue Aktiensteuer: Die Politik greift uns erneut in die Tasche

Neue Aktiensteuer: Die Politik greift uns erneut in die Tasche

Lieber Börsianer, 

unser Bundesfinanzminister lässt nicht locker. Olaf Scholz bastelt weiter an seinem Lieblingsprojekt, der Finanztransaktionssteuer. Gemeinsam mit dem französischen Finanzminister Le Maire hat er nun insgesamt 10 EU-Länder auf die Einführung dieser neuen Steuer eingeschworen.  

Dabei ist der Begriff Finanztransaktionssteuer mehr als nur irreführend. Faktisch handelt es sich um eine reinrassige Aktiensteuer. Denn wie aus dem entsprechenden Richtlinienvorschlag der 10 EU-Finanzminister hervorgeht, sollen ausschließlich der Kauf und Verkauf von Aktien steuerlich erfasst werden. Derivate etwa, die wesentlich für die Finanzkrise 2008 verantwortlich waren, werden ausgeklammert.  

Was ist aktuell Stand der Dinge? Künftig soll der Kauf oder Verkauf einer Aktie mit einer Steuer in Höhe von 0,2 bis 0,3 % – gerechnet auf das Volumen der Transaktion – zusätzlich belastet werden, ganz unabhängig davon, ob wir mit der entsprechenden Aktie beim Verkauf einen Gewinn oder Verlust erzielt haben.  

Neben Deutschland und Frankreich werden sich auch die beiden EU-Schwergewichte Italien und Spanien beteiligen. Für die Leser in Österreich: Auch Wien ist mit von der Partie. Von den wichtigen EU-Länder sind derzeit nur die Skandinavier und die Niederlande außen vor.  

Damit wird die neue Steuer rund 90 % der EU-europäischen Standardaktien erfassen. Dabei spielt es keine Rolle, an welchem Börsenplatz Sie diese Aktien erwerben werden. Also, eine Vermeidung dieser Steuer dürfte in der Praxis für den Privatanleger unmöglich sein.  

Stand heute werden US-Aktien von der Steuer nicht betroffen sein. Mittelfristig wird dies zu einem erheblichen Kapitalabfluss aus der EU beitragen. Die Wall Street und auch Donald Trump freuen sich jetzt schon über das frische Kapital aus Europa. Ist das wirklich der Plan, Herr Scholz?  

Massive Attacke auf die Aktienkultur und auf unsere Altersvorsorge   

Einfältige Zeitgenossen sind der Meinung, dass eine Aktiensteuer von 0,2 oder 0,3 % verkraftbar ist. Gerechnet auf eine 1.000-Euro-Transaktion würden diese 2 oder 3 Euro pro 1.000 Euro Handelsvolumen vor allem langfristig kaum ins Gewicht fallen.  

Das kann man so sehen. Ich mache freilich eine andere Rechnung auf. 2009 führte man die Abgeltungssteuer ein und nahm uns so auf einen Schlag 26,375 % der Rendite aus Kursgewinnen weg. Zur Erinnerung: Zuvor waren diese Gewinne nach einer einjährigen Haltedauer komplett steuerfrei. Das war ein ganz massiver Angriff auf diejenigen unter uns, die sich eigenbestimmt eine Altersvorsorge aufbauen möchten oder müssen.  

Der zweite Streich folgte 2018: Das Investmentsteuergesetze brachte massive Nachteile für Fondsanleger. So wurde etwa die Steuerfreiheit für Altbestände eingeschränkt. Daneben wurde dieser dubiose steuerliche Vorabzug für Dividenden und Zinsen aus Fondsvermögen eingeführt. Die Regelung wurde so kompliziert und bürokratisch gestaltet, dass sie selbst Steuerberater hierzulande nicht verstehen.   

Und jetzt der dritte Streich in Form der neuen Aktiensteuer! Aus einem vertraulichen Papier des Berliner Finanzministeriums geht hervor, dass die neue Steuer Einnahmen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro bringen wird. Aber nicht für Deutschland, sondern für alle 10 teilnehmenden EU-Länder zusammen. Nach dem bisher vorläufig vereinbarten internen Verteilungsschlüssel wird der deutsche Fiskus aus diesem Topf rund 625 Millionen Euro erhalten. Slowenien etwa kommt auf neue Einnahmen in Höhe von rund 9 Millionen Euro.  

Berlin setzt neue Steuerspirale für Aktionäre in Gang   

Diese Frage drängt sich auf: Rechnet sich eine solche Mini-Steuer für den Fiskus überhaupt? Genau jetzt kommen wir zum Kern des Problems. Die Aktionäre werden quasi zartfühlend an die neue Steuer herangeführt. Anschließend werden weitere Anlagegattungen wie Anleihen, Edelmetalle und Zertifikate in das Steuersystem aufgenommen. Daneben lässt sich der Steuersatz mit der Zeit selbstverständlich beliebig erhöhen.  

Wir starten also mit 0,2 % und landen am Ende vielleicht bei 1 %. Zu Deutsch: Hier bereitet die Politik für uns eine massive Steuerspirale vor. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass die 10 Finanzminister hier langfristig mit neuen Steuereinnahmen zwischen 30 und 35 Milliarden Euro pro Jahr planen. Diese Hausnummer hat 2013 die EU-Kommission in einem vertraulichen Arbeitspapier aufgerufen, als die Einführung der Finanztransaktionssteuer glücklicherweise noch scheiterte.  

Vorsichtig geschätzt werden von diesen 30 bis 35 Milliarden Euro rund 7 Milliarden Euro direkt und indirekt (z.B. über Fonds) am Ende von deutschen Anlegern zu bezahlen sein. Da werden Sie mir zustimmen, das ist dann keine Mini-Steuer mehr. 

2009 haben wir die Einführung der Abgeltungssteuer noch klaglos hingenommen. Diesmal weht allerdings ein anderer Wind. Vor allem im Internet formiert sich zur Stunde der Widerstand. Wir werden da nicht abseits bleiben, sondern ebenfalls unsere Meinung kundtun. Gleich in der nächsten Woche finden Sie an dieser Stelle meinen offenen Brief an Finanzminister Olaf Scholz sowie weitere Spitzenpolitiker der Großen Koalition.  

Profis kaufen in Tranchen – Machen Sie es genauso!

Profis kaufen in Tranchen – Machen Sie es genauso!

Lieber Börsianer, 

als die ersten Aktiensparpläne auf den Markt kamen, dachte ich spontan: was für ein Blödsinn! Vor allem junge Börsianer schwören allerdings auf diese Sparpläne. Die Zusammenhänge sind klar: Diese Anlegergruppe verfügt noch nicht über das große Kapital und steigt deshalb in vielen Teilkäufen in eine Aktie ein. Teils bieten hier Online-Broker wie Comdirect oder Consors den Einstieg bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro pro Monat an.  

Dabei legt der Anleger online vorab einen Kauftag – also etwa immer am Ersten des Monats – fest. Daneben kann er oder sie auch gleich bei der Einrichtung des Aktiensparplans eine Laufzeit festlegen.  

Wie gesagt, anfangs war ich skeptisch. Mir war nicht richtig einsichtig, warum ich eine Aktie pausenlos nachkaufen soll, selbst wenn sie bereits stark gestiegen ist. In meiner Welt gab es einen oder zwei Kaufzeitpunkte, eine Phase, in der die Kursgewinne entstehen und am Ende einen Verkaufstag. Und fertig!  

Trotzdem kann ein solcher gestaffelter Kauf in mehreren Tranchen für uns durchaus segensreich sein. Ein Beispiel: Sie interessieren sich langfristig für die Daimler-Aktie. Allerdings wissen Sie, die charttechnische Situation der Aktie schreit gegenwärtig noch nicht unbedingt nach einem Kauf, und schon gar nicht gleich mit vollem Kapitaleinsatz.  

Hier kann es also sinnvoll sein, das Kaufvolumen von sagen wir 5.000 Euro aufzuteilen auf 5 Tranchen à 1.000 Euro. Mit diesem gestaffelten Einstieg reduzieren Sie nicht nur das Risiko, sondern werden am Ende einen vernünftigen Einstandskurs finden. Notiert die Aktie stärker, kaufen Sie logischerweise gemessen an der Stückzahl weniger. Schwächelt die Daimler-Aktie hingegen, profitieren Sie und senken Ihren durchschnittlichen Einstandskurs pro Aktie. Börsianer bezeichnen diesen Effekt auch als Cost-Average-Effekt.  

Der gestaffelte Kauf lohnt sich besonders in unklaren Marktphasen 

Natürlich lohnt sich in einer starken Phase, wenn der Markt steil geht, eher der sofortige Kauf mit vollem Kapitaleinsatz. Nun gehen allerdings die Aktienmärkte, wie gerade zurzeit, nicht immer steil. Und gerade in diesen Seitwärtsbewegungen entfaltet der gestaffelte Kauf seine volle Stärke. Hier profitieren Sie im Übrigen auch besonders, wenn eine Aktie zu stärkeren Schwankungen neigt. Denn dann kaufen Sie regelmäßig zu vorübergehenden Tiefkursen ein, was sich auf den durchschnittlichen Einstiegskurs günstig auswirkt. In dem Sinne eignen sich für einen Sparplan besonders Tech-Aktien, die quasi von Haus aus immer etwas stärker als Standardwerte der Old Economy schwanken. 

Solche Aktiensparpläne zeichnen sich daneben durch großen Komfort aus. Denn Sie richten diesen Sparplan einmalig ein und schon wird Ihr Kaufprogramm voll automatisch ausgeführt. Leider hat dieser Komfort auch einen Nachteil. Die Bank lässt sich nämlich für einen solchen Sparplan vergleichsweise üppig bezahlen. So entrichten Sie pro automatisch ausgeführtem Kauf 1,5 %, immer gerechnet auf das Kaufvolumen.  

Der eingangs vorgestellte Kaufplan auf Daimler kostet Sie also am Ende rund 75 Euro. Kaufen Sie hingegen auf einen Schlag, sind Sie mit rund 15 Euro Transaktionskosten günstiger bedient. Freilich dürfte der Cost-Average-Effekt des Sparplans diesen Nachteil mindestens ausgleichen und in vielen Fällen sogar überkompensieren.  

Wie gesagt, gerade junge Börsianer mögen solche komfortablen Kaufpläne zum Aufbau ihres Depots. Daneben kaufen natürlich auch Großinvestoren immer gestaffelt ein. Der Zusammenhang ist klar: Wenn ein Investor wie Warren Buffett für mehrere hundert Millionen zufasst, kauft er die entsprechende Aktie nicht an einem Tag. Schließlich reicht das Handelsvolumen eines Tages hier gar nicht aus. Deshalb investieren Profis immer gestaffelt innerhalb eines bestimmten Zeitfensters.