Vorhersage der Zwischenwahlen in den USA

Vorhersage der Zwischenwahlen in den USA

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

es gibt 435 Sitze im US-Repräsentantenhaus und alle stehen im November zur Wahl. Im Moment kontrollieren die Demokraten das Repräsentantenhaus mit 219 Sitzen gegenüber 211 Sitzen für die Republikaner (es gibt fünf freie Sitze). Um das Repräsentantenhaus zu kontrollieren, sind 218 Stimmen erforderlich. Das heißt, wenn die Republikaner ihre Sitze halten und nur sieben Sitze von den Demokraten hinzugewinnen können, werden sie das Repräsentantenhaus kontrollieren.

Wird dies der Fall sein? Der Wahlzyklus 2022 ist schwieriger vorherzusagen als sonst, weil es die erste Wahl seit der Volkszählung 2020 ist, bei der die Landkarte des Repräsentantenhauses neu gezeichnet wurde, um Bevölkerungsgewinne oder -verluste in den einzelnen Bundesstaaten zu berücksichtigen. Texas gewann zwei Sitze im Repräsentantenhaus, während Colorado, Florida, Montana, North Carolina und Oregon jeweils einen Sitz hinzugewannen. Die Verlierer waren Kalifornien, Illinois, Michigan, New York, Ohio, Pennsylvania und West Virginia, die jeweils einen Sitz verloren. Die neuen Bezirkskarten begünstigen insgesamt die Republikaner.

Ein weiterer Faktor, der die Republikaner begünstigt, ist die Tatsache, dass sich die Wähler häufig wieder der Partei zuwenden, die gegen den amtierenden Präsidenten antritt, entweder aus Unzufriedenheit mit der Wahl des Präsidenten oder einfach, um die Waage so auszugleichen, dass eine Partei nicht zu stark wird.

Seit 1982 hat die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen in der ersten Amtszeit durchschnittlich 30 Sitze verloren. Wären das die einzigen Informationen, die mir vorliegen, würde ich prognostizieren, dass die Republikaner im November 30 Sitze hinzugewinnen. Damit käme das Repräsentantenhaus auf 241 Republikaner und 189 Demokraten, eine solide Mehrheit von 47 Sitzen.

Interessant ist, dass eine Prognose von RealClearPolitics, die auf dem Durchschnitt zahlreicher Umfragen beruht, 219 Sitze für die Republikaner und 182 Sitze für die Demokraten voraussagt. Bei 34 Sitzen lässt sich kein Ergebnis prognostizieren.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Verhältnis der prognostizierten Sitze (219 zu 182 oder 55 % Republikaner zu 45 % Demokraten) auf die unentschlossenen Wähler im selben Verhältnis übertragbar ist, würde das diese Wählergruppe in 19 Republikaner und 15 Demokraten aufteilen. Dies würde zu einer Sitzverteilung im Repräsentantenhaus von 238 Republikanern und 197 Demokraten führen, was fast genau dem Ergebnis entspricht, das die historische Bilanz vorhersagt.

Aber können wir über Statistiken und Umfragen hinausgehen, um idiosynkratische Faktoren zu erkennen, die die Ergebnisse von der zentralen Tendenz ablenken könnten? Es gibt zwei Faktoren. Der erste ist der Trend der Hispanoamerikaner und Afroamerikaner hin zu den Republikanern und weg von den Demokraten.

Die hispanischen Wähler haben in der Vergangenheit zu etwa 70 % für die Demokraten gestimmt. Jüngste Umfragen zeigen jedoch, dass die Republikaner dieses Mal mehr als 50 % der hispanischen Wähler für sich gewinnen könnten, da die Hispanoamerikaner tendenziell konservativ sind und sich kulturell gegen Abtreibung, Kriminalität sowie für die Kontrolle der Grenze aussprechen.

Die Hispanoamerikaner machen etwa 20 % der Gesamtbevölkerung aus. Wenn sich also die Präferenzen von einem Fünftel dieser Wählergruppe um 20 % verschieben, bedeutet dies einen Zugewinn von 4 % für die Republikaner bei der Wahl. Da viele US-Bezirke fast genau zur Hälfte in Demokraten und Republikanern aufgeteilt sind, ist ein Zugewinn von vier Prozentpunkten enorm. Wir haben diese Dynamik bereits bei den Zugewinnen der Republikaner in den Wahlkreisen an der texanisch-mexikanischen Grenze gesehen, die bis zu diesem Jahr fest in demokratischer Hand waren.

Derselbe Trend ist bei den Afroamerikanern zu beobachten. Sie machen 12 % der Wählerschaft aus und wählen zu etwa 90 % die Demokraten. Jüngste Wahlergebnisse und Umfragen zeigen jedoch, dass dieses Mal bis zu 20 % der afroamerikanischen Wählerschaft für die Republikaner stimmen könnte.

Ein Zuwachs von 10 % bei einer Wählergruppe, die 12 % der Wählerschaft ausmacht, gibt den Republikanern weitere 1,2 %. Kriminalität und Wirtschaft sind die großen Themen für Afroamerikaner. Zusammen mit der Verschiebung bei den Hispanoamerikanern könnte dies den Republikanern mehr als fünf Prozentpunkte bringen. Das ist genug, um viele enge Rennen zugunsten der Republikaner zu entscheiden.

Der zweite Trend, der die Ergebnisse von den statistischen Tendenzen abweichen lassen könnte, sind Bidens sehr niedrige Zustimmungswerte. Im Moment liegt Bidens Zustimmungsrate bei 41,8 %, basierend auf dem Durchschnitt von 11 großen Umfragen. Die Umfragen, die in diesem Durchschnitt enthalten sind, umfassen jedoch einige veraltete Werte aus Mitte August, als Biden aufgrund einiger gesetzgeberischer Errungenschaften im Aufwind war.

Die neueren Umfragen zeigen Biden bei einer Zustimmung von 38 % (Reuters, 30. August). Es ist also wahrscheinlich, dass sich Biden in einem Echtzeit-Abwärtstrend befindet, der ihn wieder in Richtung der 39 % bringt, die er die meiste Zeit während des Sommers hatte.

Auf der Grundlage dieser idiosynkratischen Variablen erscheint es vernünftig, die Erwartung von 241 Republikanern und 189 Demokraten auf ein bereinigtes Ergebnis von 245 Republikanern zu 185 Demokraten zu erhöhen, was einen Zugewinn von 34 Sitzen für die Republikaner bedeutet und zu einer republikanischen Mehrheit von 60 Sitzen führt.

Zusammengefasst lautet meine Prognose für das Ergebnis der Zwischenwahlen in den USA im Jahr 2022 wie folgt: Im US-Repräsentantenhaus werden 245 Sitze an die Republikaner und 190 Sitze an die Demokraten gehen.

Die Vorhersage des Ergebnisses im US-Senat ist sowohl einfacher als auch schwieriger als die Vorhersage im Repräsentantenhaus. Die Prognose ist einfacher, weil es hier weniger Kopf-an-Kopf-Rennen gibt, die wirklich umkämpft sind. Gleichzeitig ist die Prognose schwieriger, weil die geringere Stichprobengröße die Anwendung statistischer Methoden erschwert. Wir müssen Staat für Staat und Kandidat für Kandidat betrachten, um eine genaue Prognose zu erstellen.

Der US-Senat hat 100 Mitglieder, zwei aus jedem Bundesstaat. Die derzeitige Aufteilung ist 50 Demokraten/Unabhängige und 50 Republikaner. Nach der Verfassung kann der Präsident des US-Senats, derzeit Kamala Harris (US-Vizepräsidentin), eine Stimmengleichheit aufheben. Damit haben die Demokraten die Kontrolle über den Senat, auch wenn die Verteilung 50:50 beträgt.

Bei der anstehenden Wahl sind 35 Senatssitze zu vergeben. Die Republikaner sind dabei leicht im Nachteil, da sie derzeit 21 der 35 Sitze innehaben, während die Demokraten nur 14 Sitze zu verteidigen haben. Die gute Nachricht für die Republikaner ist, dass 16 der 21 Sitze, die sie verteidigen müssen, vom Cook Political Report als “solide” oder “wahrscheinlich” für die Republikaner eingestuft werden.

Bei den Demokraten werden neun der 14 zu verteidigenden Sitze als “solide” oder “wahrscheinlich” eingestuft. Dies bedeutet, dass nur 10 der 35 Senatssitze bei dieser Wahl wirklich umkämpft sind. Die Kontrolle über den Senat wird sich auf diese 10 Sitze beschränken. Die Republikaner und Demokraten halten derzeit jeweils fünf der umkämpften Sitze.

Um den Senat zu kontrollieren, muss eine der beiden Parteien ihre fünf umkämpften Sitze halten und der anderen Partei einen abnehmen. Verliert man einen Sitz, muss man einen weiteren hinzugewinnen, um gleichzuziehen. So knapp ist es.

Meiner derzeitigen Einschätzung nach werden die Republikaner Florida, North Carolina und Ohio halten können. Ebenso dürften die Demokraten ihre Sitze in Colorado und New Hampshire behalten. Das bedeutet, dass die Kontrolle über den Senat nur noch in Arizona, Georgia, Nevada, Wisconsin und Pennsylvania liegt.

Falls Ihnen diese Liste bekannt vorkommt, dann liegen Sie richtig. Es handelt sich um dieselben fünf Staaten, die bei der Präsidentschaftswahl 2020 heiß umkämpft waren. Alle fünf haben sich für Biden entschieden. Obwohl die verbleibenden Rennen alle knapp sind, schätze ich Nevada und Georgia als Siege für die Republikaner ein. Diese beiden Siege bedeuten einen Gewinn von zwei Senatssitzen für die Republikaner, da beide derzeit von demokratischen Amtsinhabern gehalten werden. Arizona dürfte an die Demokraten fallen.

Wisconsin und Pennsylvania sind beide extrem knapp, aber im Moment müsste man sie als Siege für die Demokraten werten. Das ist ein Zugewinn von zwei Sitzen für die Demokraten, da beide Sitze derzeit von den Republikanern gehalten werden.

Wenn diese Prognose zutrifft, steht es im Senat wieder 50:50. Einige Staaten würden von den Demokraten zu den Republikanern (Nevada und Georgia) oder von den Republikanern zu den Demokraten (Wisconsin und Pennsylvania) wechseln, aber die Gesamtverteilung von 50:50 würde unverändert bleiben.

Ich habe eine weitere Prognose: Die aktuellen Umfragewerte und Prognosen werden sich ändern, denn es sind immerhin noch zwei Monate bis zur Zwischenwahl in den USA.

Arizona, Pennsylvania und Wisconsin könnten in den nächsten zwei Monaten zu den Republikanern tendieren. Georgia könnte bei den Demokraten bleiben. Ich kann nur sagen, dass ich die Entwicklung genau beobachten und Sie Schritt für Schritt auf dem Laufenden halten werde.

Ein umsichtiger Anleger würde einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Barmitteln halten, um die Volatilität im Depot zu reduzieren und um von attraktiven Einstiegspunkten bei bestimmten Vermögenswerten zu profitieren.

Schnallen Sie sich an, es wird eine holprige, aber faszinierende Fahrt werden.

Der Kreml nimmt sich Europa zur Brust

Der Kreml nimmt sich Europa zur Brust

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

es ist ein eigentümlicher Befund: Für uns in der Euro-Zone und sogar in der Schweiz wirkt der US-Dollar wie eine Hartwährung. Er wertet fortgesetzt auf. Amerikanische Verbraucher hingegen haben von Ihrem Papiergeld einen ganz anderen Eindruck. Mit dem Dollar kann man von Monat zu Monat weniger kaufen.

Im August sind die Preise in den USA im Vergleich zum Vorjahr um über 8 % gestiegen. Sicherlich, die Inflationsdynamik scheint zumindest eingehegt zu sein. So sind die US-Preise im vergangenen Juni im Jahresvergleich noch um über 9 % gestiegen. Aber durchschnittliche Inflationsraten erzählen immer nur einen Teil der Wahrheit. So dürften die persönlichen Inflationsraten der unteren Einkommensgruppen oder etwa von Berufspendlern noch ganz andere sein, als die Statistiker errechnen.

Sie kennen ja diesen Witz: Liegen Sie mit dem Schädel im Eisfach und mit den Füßen im aufgedrehten Backoffen, „genießen“ Sie im Durchschnitt eine angenehme Temperatur.

Zurück zum Thema: Was bedeutet eigentlich eine Inflationsrate von 8 % konkret für Ihre Kaufkraft? Ein Produkt, das heute 1.000 Euro kostet, wird Sie in 5 Jahren ziemlich genau 1.469 Euro kosten. Eine Inflationsrate von 8 %, die über einen Zeitraum von 5 Jahren wirkt, wird Sie gemessen an Ihrer Kaufkraft um rund ein Drittel ärmer machen.

In Europa sehen wir die nämliche Situation. In der Euro-Zone sind die Preise zuletzt im Schnitt um 9,1 % gestiegen. Einige Euro-Mitglieder wie die Balten müssen mittlerweile sogar mit Teuerungsraten von über 20 % leben. Hier verlieren die Verbraucher in 5 Jahren rund 60 % ihrer Kaufkraft. Prozentual zweistellige Inflationsraten wirken bereits mittelfristig existenzgefährdend.

Solchen Kaufkraftverlust holen Sie auch nicht durch Lohnerhöhungen, Beförderungen oder Überstunden herein. Man ist als Verbraucher in einem solchen Szenario hilflos und kann nur noch durch schmerzhaften Konsumverzicht entgegenwirken.

Besser stehen sich in einem Inflationsumfeld Börsianer und Investoren. Wir können nämlich den Ort der Wertvernichtung – also die Währung ­– verlassen. Vor diesem Hintergrund befassen sich immer mehr Anleger erstmals oder wieder mit Kryptowährungen. Natürlich sind die digitalen Währungen nicht ganz risikofrei, da sie immer wieder Spekulationsblasen ausbilden können.

Zumindest momentan kann davon allerdings keine Rede sein, denn der Bitcoin hat in den letzten Monaten eine scharfe Korrektur durchlaufen. Per saldo verlor die Kryptowährung fast zwei Drittel ihres ursprünglichen Wertes.

Ich bin da ganz offen mit Ihnen. Ich bin nicht der ganz große Kryptokenner und greife deshalb für mich persönlich auf die Expertise meines US-Kollegen Ian King zurück. Dessen Börsendienst Crypto Profits dreht sich ausschließlich um die Kryptos und die Aktien derjenigen Unternehmen, die ihr Geld wesentlich mit dem Bitcoin oder etwa dem Ether verdienen.

Ian King kennt wahrscheinlich alle Kryptowährungen dieser Welt und kann Ihnen genau erklären, wie der Bitcoin, der Tether oder der Cardano wirklich funktioniert. Das ist wichtig, um das Renditepotenzial einer einzelnen Währung abschätzen zu können.

Sie möchten aus dem Weichgeld des Euro oder des US-Dollar jetzt zumindest teilweise raus? Sie möchten Ihre Kaufkraft erhalten und vielleicht sogar nach Inflation Gewinnzuwachs erzielen? Dann sollten Sie sich einmal mit dem Fachdienst Crypto Profits beschäftigen. Das können Sie hier tun.

Dollar verliert weiter Kaufkraft – Inflation wird zum Existenzrisiko

Dollar verliert weiter Kaufkraft – Inflation wird zum Existenzrisiko

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

es ist ein eigentümlicher Befund: Für uns in der Euro-Zone und sogar in der Schweiz wirkt der US-Dollar wie eine Hartwährung. Er wertet fortgesetzt auf. Amerikanische Verbraucher hingegen haben von Ihrem Papiergeld einen ganz anderen Eindruck. Mit dem Dollar kann man von Monat zu Monat weniger kaufen.

Im August sind die Preise in den USA im Vergleich zum Vorjahr um über 8 % gestiegen. Sicherlich, die Inflationsdynamik scheint zumindest eingehegt zu sein. So sind die US-Preise im vergangenen Juni im Jahresvergleich noch um über 9 % gestiegen. Aber durchschnittliche Inflationsraten erzählen immer nur einen Teil der Wahrheit. So dürften die persönlichen Inflationsraten der unteren Einkommensgruppen oder etwa von Berufspendlern noch ganz andere sein, als die Statistiker errechnen.

Sie kennen ja diesen Witz: Liegen Sie mit dem Schädel im Eisfach und mit den Füßen im aufgedrehten Backoffen, „genießen“ Sie im Durchschnitt eine angenehme Temperatur.

Zurück zum Thema: Was bedeutet eigentlich eine Inflationsrate von 8 % konkret für Ihre Kaufkraft? Ein Produkt, das heute 1.000 Euro kostet, wird Sie in 5 Jahren ziemlich genau 1.469 Euro kosten. Eine Inflationsrate von 8 %, die über einen Zeitraum von 5 Jahren wirkt, wird Sie gemessen an Ihrer Kaufkraft um rund ein Drittel ärmer machen.

In Europa sehen wir die nämliche Situation. In der Euro-Zone sind die Preise zuletzt im Schnitt um 9,1 % gestiegen. Einige Euro-Mitglieder wie die Balten müssen mittlerweile sogar mit Teuerungsraten von über 20 % leben. Hier verlieren die Verbraucher in 5 Jahren rund 60 % ihrer Kaufkraft. Prozentual zweistellige Inflationsraten wirken bereits mittelfristig existenzgefährdend.

Solchen Kaufkraftverlust holen Sie auch nicht durch Lohnerhöhungen, Beförderungen oder Überstunden herein. Man ist als Verbraucher in einem solchen Szenario hilflos und kann nur noch durch schmerzhaften Konsumverzicht entgegenwirken.

Besser stehen sich in einem Inflationsumfeld Börsianer und Investoren. Wir können nämlich den Ort der Wertvernichtung – also die Währung ­– verlassen. Vor diesem Hintergrund befassen sich immer mehr Anleger erstmals oder wieder mit Kryptowährungen. Natürlich sind die digitalen Währungen nicht ganz risikofrei, da sie immer wieder Spekulationsblasen ausbilden können.

Zumindest momentan kann davon allerdings keine Rede sein, denn der Bitcoin hat in den letzten Monaten eine scharfe Korrektur durchlaufen. Per saldo verlor die Kryptowährung fast zwei Drittel ihres ursprünglichen Wertes.

Ich bin da ganz offen mit Ihnen. Ich bin nicht der ganz große Kryptokenner und greife deshalb für mich persönlich auf die Expertise meines US-Kollegen Ian King zurück. Dessen Börsendienst Crypto Profits dreht sich ausschließlich um die Kryptos und die Aktien derjenigen Unternehmen, die ihr Geld wesentlich mit dem Bitcoin oder etwa dem Ether verdienen.

Ian King kennt wahrscheinlich alle Kryptowährungen dieser Welt und kann Ihnen genau erklären, wie der Bitcoin, der Tether oder der Cardano wirklich funktioniert. Das ist wichtig, um das Renditepotenzial einer einzelnen Währung abschätzen zu können.

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Bidens nachhaltigstes Vermächtnis?

Bidens nachhaltigstes Vermächtnis?

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

die digitalen Währungen der Zentralbanken (CBDCs) sind auf dem Vormarsch. Sie als Leser sollten darauf vorbereitet sein, denn diese CBDCs haben das Potenzial, Bargeld abzuschaffen. Wie der Name schon sagt, sind die digitalen Währungen der Zentralbanken digital und existieren ausschließlich in elektronischer Form.

Sie sind nicht physisch, und die Zentralbanken würden sie kontrollieren. Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um neue Währungen handelt. Sie sind lediglich digitale Formen bestehender Währungen.

Die digitale Zentralbankwährung der Europäischen Zentralbank wird also weiterhin der Euro sein. Die digitale Zentralbankwährung der US-Notenbank Fed wird der Dollar sein. Der chinesische Yuan wird ein digitaler Yuan sein. Die Währungen werden einfach in 100 % digitaler Form existieren. Jetzt könnte man sagen: „Moment mal. Ist das nicht eine Kryptowährung?“ Die Antwort lautet, nein.

Digital, aber keine Kryptowährung

Kryptowährungen unterscheiden sich in einigen wichtigen Aspekten. Erstens laufen Kryptowährungen nahezu ausschließlich auf einer Blockchain. Auf diese Weise wird jede Transaktion, die eine bestimmte Kryptowährung wie Bitcoin betrifft, festgehalten.

Eine digitale Zentralbankwährung muss nicht auf einer Blockchain basieren. Es würde funktionieren, jedoch wird es wahrscheinlich nicht umgesetzt. Sie ist also digital, sie ist verschlüsselt, aber sie läuft auf keiner Blockchain und ist keine Kryptowährung.

Die andere Sache bei Kryptowährungen ist, dass sie nicht von einer zentralen Behörde ausgegeben werden. Sie werden mathematisch erzeugt. Eine digitale Zentralbankwährung hingegen wird von einer zentralen Behörde herausgegeben. Sie wird von der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank, der People’s Bank of China oder anderen Zentralbankinstituten ausgegeben. CBDCs und Kryptowährungen sind also nicht dasselbe.

Erst langsam, dann schnell

Die Idee der CBDCs hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Derzeit werden sie in China eingeführt. Hätten Sie mich vor zwei Jahren nach CBDCs gefragt, hätte ich gesagt, dass China sie zeitnah einführt. Europa folgt nicht weit dahinter. Die USA waren vielleicht noch drei oder vier Jahre davon entfernt, weil hier ein studienbasierter Ansatz verfolgt wird.

Diese Reihenfolge hat sich unter Biden geändert, der ihre Entwicklung beschleunigt hat. Wir sind ziemlich schnell von der Forschungsphase in die Umsetzungsphase übergegangen, wie ich es nennen würde. Die Federal Reserve arbeitet mit dem MIT zusammen, um die technischen Probleme zu lösen, was nicht lange dauern dürfte. Die Bahamas haben bereits eine digitale Zentralbankwährung, wenn sie es also schaffen, können es die USA sicherlich auch.

Wie CBDCs gefördert werden sollen

Was sind die Vorteile einer digitalen Zentralbankwährung? Die Vorteile sind Schnelligkeit, Kosten, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit.

Angenommen, Sie kaufen einen Schokoriegel in einem Supermarkt. Sie bezahlen ihn mit einer Kreditkarte, wodurch ein Zahlungsprozess in Gang gesetzt wird, an dem vielleicht fünf Parteien beteiligt sind, darunter der Händler, das Kreditkartenunternehmen, die Bank und ein Vermittler, der sogenannte Merchant Acquirer (es ist nicht nötig, hier alle Einzelheiten aufzuführen, aber es ist kompliziert).

Letztendlich schickt Ihnen die Bank, die Ihre Kreditkarte ausstellt, eine Rechnung, die Sie bezahlen. Außerdem zahlen Sie bei manchen Kreditkarten eine Gebühr und das alles, um einen Schokoriegel zu kaufen. Mit einer digitalen Zentralbankwährung könnten Sie den Schokoriegel einfach mit einem Konto bei der Fed bezahlen.

Sie würden den Acquirer, die Banken und das Kreditkartenunternehmen aus dem Weg räumen. Die Gebühren, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, würden entfallen. Kurz gesagt, das Zahlungssystem wird schneller, billiger, einfacher, schlanker und sicherer.

Die wahren Gründe für die Förderung von CBDCs

 Die Frage ist: Warum tun sie das? Die Banken und Regierung werden Ihnen sagen, dass es billiger, schneller und sicherer ist. Das stimmt auch. Es gibt jedoch eine Menge versteckter Absichten.

Die Erste ist die Abschaffung des Bargelds. Wenn Sie das digitale Währungssystem der Zentralbank aus Gründen des Datenschutzes nicht mögen sollten, ist ein berechtigter Einwand, dass Sie sich überwacht fühlen könnten. Es ist ein Eingriff in die Privatsphäre. Vor allem, wenn zusätzlich zum Bargeld das traditionelle Kreditkartenzahlungssystem abgeschafft wird. Für den Erfolg der CBDCs ist es aber zwingend erforderlich, dass sowohl das Kreditkartenzahlungssystem als auch das Bargeld abgeschafft wird, weil es in Konkurrenz zueinandersteht.

Regierungen haben ein schweres Verhältnis zu Bargeld, weil es nicht rückverfolgbar ist und Finanzkriminalität wie Geldwäsche usw. ermöglicht.

Negative Zinssätze

Ein weiterer Kritikpunkt an den CBDCs ist, dass die Einführung von negativen Zinssätzen erleichtert wird. Angenommen, Sie vergraben 100.000 Dollar in bar in Ihrem Garten. Wenn Sie ein Jahr später zurückkommen, haben Sie immer noch 100.000 Dollar. Sie erhalten zwar keine Zinsen für Ihr Geld und die Kaufkraft des Geldes hat in dieser Zeit abgenommen, aber zumindest kann die Regierung es Ihnen nicht wegnehmen. Liegt Ihr Geld jedoch in digitaler Form im Bankensystem vor, können darauf Negativzinsen erhoben werden.

CBDCs können auch für eine Menge anderer Dinge genutzt werden. Notenbanken könnten bspw. Konten einfrieren und das darauf enthaltene Vermögen beschlagnahmen. Der Vorstoß der Zentralbanken für digitale Währungen, der in vollem Gange ist, sollte also im Zusammenhang mit der Abschaffung des Bargelds gesehen werden

Der totale Überwachungsstaat

Die CBDCs haben auch enorme politische Auswirkungen, darunter den Höhepunkt des totalen Überwachungsstaates. Aus diesem Grund hat China es getan. Und glauben Sie niemandem, der Ihnen sagt, dass die Vereinigten Staaten das nicht tun werden.

Jede Transaktion ist rückverfolgbar. Man müsste sich daher vor jeder Transaktion Gedanken machen, ob man ins Visier der Behörden gerät. Das kann bspw. auch eine banale Sache wie der Kauf eines regierungsfeindlichen Buchs sein. Dabei müssen Sie nicht einmal diese Gesinnung haben, sondern sich lediglich für den Inhalt und eine andere Sichtweise interessieren oder für Recherchen benötigen. Ein anderes Beispiel wäre eine Spende für eine Partei, die die Regierung nicht mag.

All das sind Extremfälle, die aber mittels der CBDCs und der damit verbundenen totalen Überwachung möglich wären. Das ist der Punkt.

Bidens nachhaltigstes Vermächtnis?

Natürlich kann man Verdächtige auch beschatten lassen, aber zum einen gibt es hierfür nicht genug Personal und zum anderen ist es teuer. Wenn sie jedoch digitale Zentralbankwährungen verwenden, dann gestaltet sich die Identifizierung wesentlich einfacher.

Ich möchte Sie also davor warnen, dass CBDCs nicht nur ein billigeres, besseres und schnelleres Zahlungssystem sind, auch wenn sie das tatsächlich sein mögen und so beworben werden. Sie werden auch eingesetzt, um Bargeld abzuschaffen, Negativzinsen zu erheben und Transaktionen zu verfolgen.

Ich nenne die Dollar-Version der CBDC „Biden Bucks“, weil Joe Biden nachweislich für die rasche Einführung von CBDCs in den USA verantwortlich ist. Sie könnten eines Tages zu seinem nachhaltigsten Vermächtnis werden.

Shakespeares Warnung an Janet Yellen

Shakespeares Warnung an Janet Yellen

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

gerade wenn man denkt, dass die antirussische Sanktionspolitik nicht noch dümmer werden kann, wird sie es doch. Hier ist das Neueste: Die EU und die USA haben einen neuen Plan angekündigt, um den Preis für russisches Öl zu begrenzen, indem sie über die Versicherungsbranche Druck ausüben. Der Plan sieht vor, dass Lloyd’s of London und andere Versicherungskanäle russische Tanker, die Öl exportieren, nicht versichern werden, wenn der Preis nicht wie vom Westen gefordert gedeckelt wird.

Da mehr als 90 % der Schiffe weltweit über in London ansässige Versicherer wie Lloyd’s of London versichert sind, erwarten Beamte der USA und der EU, dass dieser Schritt erhebliche Auswirkungen auf die russischen Energieeinnahmen haben wird.

Die Preisobergrenze soll die russischen Öleinnahmen schmälern, ohne das weltweite Ölangebot einzuschränken, wodurch die Preise steigen würden. US-Finanzministerin Janet Yellen sagte: „Diese Preisobergrenze ist eines der wirksamsten Instrumente, die wir haben, um die Inflation zu bekämpfen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen in den Vereinigten Staaten und weltweit vor künftigen Preisspitzen zu schützen, die durch globale Störungen verursacht werden.“

Tut mir leid, aber dieser Plan ist zum Scheitern verurteilt.

Yellen sollte „Der Kaufmann von Venedig“ lesen

Zunächst einmal kann Russland die westliche Versicherung leicht ersetzen. An dieser Stelle ist es nicht nötig, auf die Einzelheiten der Versicherungswirtschaft einzugehen, aber die beiden wichtigsten Techniken sind die Selbstversicherung (Sie legen einen Teil Ihrer Einnahmen in einen Fonds zurück, um bei Bedarf Schäden zu begleichen) und die konzerneigene Versicherung (Sie gründen Ihre eigenen Versicherungsgesellschaften mit Beteiligung der Betroffenen). Shakespeare beschrieb dies bereits 1598 in „Der Kaufmann von Venedig“. Vielleicht sollten Yellen und ihre EU-Kollegen das Buch lesen.

Einfach ausgedrückt: Russland kann sich problemlos auf anderen Märkten versichern, die sich nicht an dem Boykott beteiligen, darunter Dubai, Indien und China sowie Russland selbst. Die Versicherung wird also nicht als wirksame Waffe gegen Russland dienen, und die Preisobergrenze wird scheitern.

Der Ölpreis wird auf dem Weltmarkt bestimmt – es handelt sich nicht um einen regionalen Preis. Russland braucht keine Kunden in Europa, da das Land genügend Abnehmer in China und Indien besitzt. Russland selbst hat erklärt, dass es kein Öl in Länder exportieren wird, die sich an der Preisobergrenze beteiligen. Wem würde der Plan also wirklich schaden?

Es wäre nur eine weitere in einer langen Liste von gescheiterten Sanktionen. Dies ist nur ein weiterer irrwitziger Plan von Janet Yellen.

Preise spielen keine Rolle, wenn es kein Angebot gibt

Gleichzeitig plant die Regierung in Deutschland, den Bürgern, die unter den himmelhohen Energiepreisen leiden, finanzielle Erleichterungen anzubieten. Das Preisschild für dieses Rettungspaket beträgt 65 Milliarden Dollar. Es ist gut möglich, dass das tatsächliche Preisschild am Ende noch viel höher sein wird. Ähnliche Pläne zur Rettung der Verbraucher werden von der neuen britischen Premierministerin Liz Truss und von der Regierung der Tschechischen Republik in Erwägung gezogen.

Doch diese Subventionen gehen am Kern der Sache vorbei. Sie mögen den europäischen Verbrauchern kurzfristig eine gewisse Erleichterung verschaffen, aber die Kosten sind nicht das Hauptproblem. Die Frage ist nämlich, ob Erdöl und Erdgas zu jedem Preis verfügbar sein werden. Der Preis ist irrelevant, wenn das Angebot nicht vorhanden ist.

Russland hat die Erdgasströme durch die Nord-Stream-1-Pipeline ausgesetzt. Die Nord-Stream-2-Pipeline wurde zwar gebaut, aber nie in Betrieb genommen, sodass auch hier der Durchfluss gleich null ist. Russland leitet seine Ölverkäufe nach Indien und China um, sodass kein Öl mehr nach Europa fließt. Gleichzeitig hat die OPEC+ gerade eine geringfügige Kürzung der gesamten Ölproduktion angekündigt.

Der Winter steht vor der Tür

Das alles treibt natürlich die Energiepreise in die Höhe, aber das eigentliche Problem ist, dass es überhaupt keine Energie gibt. Rabatte für die Verbraucher und Preisobergrenzen lösen das Problem der Versorgung nicht.

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, denn der Winter steht vor der Tür. Die Versorgungslage wird kritisch. Die Europäer mögen sich über ihre Rabattschecks freuen, aber sie müssen im Dunkeln eine Kerze anzünden, um sie zu lesen. Vorausgesetzt, sie können die Schecks in ihren zitternden Händen halten.

Es wird ein kalter, dunkler Winter in Europa, und die Subventionsschecks können das nicht verhindern. Wie lange wird Europa noch an dem Sanktionsregime festhalten, das ihm selbst mehr schadet als Russland?

Russland hat den militärischen Krieg in der Ukraine und den Krieg gegen die Finanzsanktionen auf globaler Ebene praktisch gewonnen. Je länger die Kämpfe andauern, desto mehr werden Europa und die USA wirtschaftlich geschädigt.

Italien zeigt etwas gesunden Menschenverstand, indem es ein Ende der Sanktionen gegen Russland fordert, aber Großbritannien und Deutschland zeigen keine Anzeichen für ein Einlenken.

Vielleicht ist Europa für Sie nicht so wichtig, aber bedenken Sie, dass die EU den größten Handelspartner der USA darstellt. Wenn Europa in einer Rezession steckt und unter lähmenden Kosten leidet, wird es nicht annähernd so viele US-Waren kaufen.

Eine globale Rezession

Wenn man alles zusammenzählt, haben wir es mit einer globalen Rezession zu tun. Eine globale Rezession ist ein seltenes Ereignis. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Land oder eine Region in eine Rezession gerät, aber eine synchronisierte globale Rezession ist ungewöhnlich.

Europa leidet unter himmelhohen Energiepreisen, regelrechten Energieengpässen und Unterbrechungen der Lieferketten, die durch die Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine noch verschärft werden.

Einige Hersteller haben bereits ihre Produktion eingestellt, weil sie nicht in der Lage sind, die benötigten strategischen Metalle oder Teile von Zulieferern zu beziehen. Diese Schließungen werden sich in diesem Winter noch verschärfen, da Energieengpässe zu Rationierungen und Stromausfällen führen. Die Landwirte haben ihre Produktion reduziert, weil sie keinen Dünger aus Russland bekommen können.

Viele EU-Mitglieder befinden sich bereits in der Rezession und die gesamte EU wird bald folgen.

Noch schlimmer als Europa

In der Zwischenzeit ist China in einer noch schlechteren wirtschaftlichen Verfassung als Europa. Die fortlaufenden COVID-bedingten Sperrungen haben dazu geführt, dass Städte wie Shanghai (26 Millionen Einwohner), Peking (22 Millionen Einwohner) und Chongqing (31 Millionen Einwohner) regelmäßig geschlossen werden.

Darüber hinaus steht China vor dem Zusammenbruch der größten Immobilienblase aller Zeiten, der mit dem Zusammenbruch von Evergrande, dem größten Immobilienunternehmen der Welt, begann und sich nun auf viele andere Immobilienunternehmen ausweitet.

Die chinesische Regierung scheint gewillt zu sein, dieser Immobilienkrisen ihren Lauf nehmen zu lassen und nicht wie in der Vergangenheit mit massiven Staatsausgaben zu reagieren. Dies ist das perfekte Rezept für eine Rezession, in der sich China zu befinden scheint.

Schließlich scheinen sowohl die USA als auch Kanada in eine leichte Rezession eingetreten zu sein. Es ist gut möglich, dass sich die Rezessionen in beiden Ländern verschlimmern werden. Es hängt alles zusammen.

Die Ölpreisbegrenzungsmaßnahmen gegen Russland werden die Lage nur noch verschlimmern. Machen Sie sich auf einen langen Winter gefasst.

Verkommt der Euro zur Weichwährung? – Was bedeutet das?

Verkommt der Euro zur Weichwährung? – Was bedeutet das?

Liebe Börsianerinnen, liebe Börsianer,

die Welt ist in Aufruhr und mit ihr auch die Wechselkurse der wichtigsten Währungen unseres Planeten. Der Dollar erlebt eine ungeahnte Stärke. Krisenzeiten sind gut für den Dollar. Das wissen wir aus der Geschichte.

Die Weltleitwährung hat sich, angeführt durch die kräftigen Zinserhöhungen der US-Notenbank, wieder zu einem Hort der Stabilität entwickelt. Ganz anders sieht es beim Euro aus. Die europäische Gemeinschaftswährung ist seit Jahresbeginn um 12,7% abgerutscht. Auf Sicht von 12 Monaten sind es sogar 16,7%. In der Welt der Devisen ist das ein Erdbeben. Normalerweise schwanken die Wechselkurse der großen Weltwährungen nur um wenige Prozentpunkte pro Jahr.

Ein schwacher Euro belastet in erster Linie uns als Verbraucher. Denn viele Importe werden dadurch teurer. So kommt in Europa auf die ohnehin steigenden Energiepreise auch noch ein Sonderzuschlag, der durch unsere schwache Währung verursacht wird. Da der Euro weniger wert ist, müssen wir mehr Euro hinblättern, um die gleiche Menge Öl, Gas oder andere Rohstoffe zu erhalten.

Auf diese Weise importieren wir uns eine zusätzliche Inflation. Wenn Unternehmen teurer einkaufen, müssen sie die gestiegenen Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben, um zu überleben. Preiserhöhungen sind die Folge. Sie erleben das gerade in vielen Bereichen. Gefühlt wird alles teurer.

Die schwache Währung ist aber auch ein Zeichen dafür, dass derzeit viel Geld aus Europa abfließt. Die Wechselkurse sind immer ein Spiegelbild von Angebot und Nachfrage. Sinkt die Nachfrage, fällt auch der Preis, in diesem Fall der Preis des Euro. Große Investoren antizipieren die Zinsunterschiede und legen ihr Geld derzeit lieber in den USA oder in anderen Weltregionen an.

Das kann aber zugleich auch eine Chance für uns sein. Denn wenn große Investoren das Interesse an Europa verlieren, sind die Kurse hier niedriger als in anderen Teilen der Welt. Das bedeutet, wir können unter Umständen auf Einkaufstour gehen und günstig Positionen ausbauen. Wo das gerade sinnvoll ist, zeige ich Ihnen in meinem Rendite-Telegramm.

Viele Deutsche haben Angst, dass der Euro zur Weichwährung verkommt. So weit ist es zum Glück noch nicht. Die stabilitätsorientierte Politik der deutschen Bundesbank hat immer noch Gewicht im EZB-Rat. Doch ganz so hart wie die D-Mark wird der Euro auch in den kommenden Jahren nicht sein.

Die Euro-Staaten haben zu viele Schulden angehäuft, um die Zinsen scharf zu erhöhen. Meine Prognose ist, dass die Zinssätze auf absehbare Zeit deutlich niedriger als in den USA sein werden. Das wird den Dollar gegenüber dem Euro in den kommenden Monaten daher weiter stärken. Die Wechselkurs-Parität von 1:1 wird deshalb noch nicht das Ende des Euro-Verfalls anzeigen. Kluge Anleger stellen sich darauf ein. Ich zeige Ihnen, wie Sie vom fallenden Euro sogar profitieren können.