DAX und Co. müssen noch weiter runter

DAX und Co. müssen noch weiter runter

Lieber Börsianer,

die Nachrichtenlage bleibt herbstlich düster. Wir kriegen vor allem die Thematik des Handelskonfliktes nicht von der Agenda. Washington und Peking verhandeln zwar hinter verschlossenen Türen. Ein Durchbruch scheint allerdings nicht in greifbarer Nähe. Stattdessen dehnt Donald Trump nun möglicherweise seine  Handelspolitik auch auf die EU aus. In rund 10 Tagen sollen umfassende Sonderzölle auf europäische Exporte, die für den US-Markt bestimmt sind, in Kraft treten.  

In Europa wirkt zudem die Brexit-Frage. Auch hier ist zunächst keine Lösung in Sicht. Wahrscheinlich wird der Austritt Großbritanniens nochmals verschoben. Eine gute Nachricht ist das schon lange nicht mehr. Solange hier keine Klarheit herrscht, werden Unternehmen wie BMW oder BASF, die stark auf den britischen Inseln engagiert sind, kaum neue Investitionen wagen.  

Folglich leidet die Konjunktur, vor allem in export-orientierten Volkswirtschaften wie der deutschen. So haben die Wirtschaftsweisen die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft jüngst nochmals zurückgenommen. Auch in den USA ist die Stimmung besonders im verarbeitenden gedämpft, wie der entsprechende Einkaufsmanagerindex ISM in der vergangenen Woche zeigte.  

So kam es, wie es kommen musste. Die Aktienmärkte schwächelten erneut. Der DAX kann die Marke von 12.000 Punkten nicht halten und verlor unter dem Strich in der vergangenen Woche rund 3,5 %. In den USA rutschten die Aktien des S&P 500 um 1,5 % ab. Die Währung der Pessimisten, Gold, hingegen holte sich die Marke von 1.500 US-Dollar je Unze wieder zurück. Per saldo gewann das gelbe Edelmetall 2 % hinzu. Silber rückte knapp 3 % vor.  

Agieren Sie weiterhin zurückhaltend!

Bin ich also jetzt pessimistisch? Kurzfristig rate ich auf jeden Fall weiterhin zur Vorsicht. Gefragte Tugenden sind zurzeit Vorsicht und Kaufzurückhaltung. Cash auf dem Depotkonto ist definitiv im Augenblick keine Schande.  

Was braucht der Markt? Der Aktienmarkt braucht einen spürbaren Rücksetzer. So würden dem DAX rund 500 Punkte weniger durchaus gut zu Gesicht gestehen. Erst dann sind die momentanen Risikofaktoren wie Handelskonflikte oder Brexit eingepreist. Erst dann dürfen wir wieder richtig „ran“ an die Aktien.  

Wann kommt der Rücksetzer? Das ist natürlich Kaffeesatzleserei. Aber aus der Vergangenheit wissen wir, dass der Monat Oktober oftmals für solche reinigenden Rücksetzer gut war. Also grämen Sie sich nicht zu sehr, wenn die nächsten Tagen nochmals schwach werden. Denn danach werden wir am Markt wieder realistische Einstiegskurse finden. 

P.S. Passend zur Marktlage: Wie legt man in den Zeiten des ultra-niedrigen Marktzinsen sein Geld kurzfristig noch an? Wo holen Sie Zinsen, die zumindest Spesen und Inflation noch reinholen? Morgen werde ich es Ihnen an dieser Stelle verraten