Konjunktur-Check: Warum der Dax noch weiter runter muss

Konjunktur-Check: Warum der Dax noch weiter runter muss

Lieber Börsianer, 

eigentlich haben wir als Börsianer eine recht angenehme Woche verlebt. Der DAX legte fast 2,5 % zu, während der Tech-Index NASDAQ 100 über 2 % zulegte. Diesmal kamen sogar die Edelmetall-Fans auf Ihre Kosten. Silber etwa schob sich um 2,5 und Gold um 2,3 % voran. Alles gut, oder? 

Nachhaltig dürften diese Anstiege am Aktienmarkt freilich nicht sein. Denn die globale Konjunktur trübt sich inzwischen doch merklich ein. Dabei schwächelt besonders das verarbeitende Gewerbe, also die Industrie, in Deutschland. So gingen die Auftragseingänge im April im Vergleich zum Vormonat um 2,5 % zurück. Am Markt hatte man zuvor die Hoffnung, dass die deutsche Industrie hier zumindest eine schwarze Null schafft. Insgesamt sind die Auftragseingänge nun seit 4 Monaten in Folge rückläufig. 

Auch der vielbeachtete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe unterstreicht das schwache Gesamtbild. Das Stimmungsbarometer verharrt bei 44,3 Punkten, also auf sehr bescheidenem Niveau. (Zur Info: Werte unter 50 deuten auf eine Schrumpfung der Branche hin.) Unter dem Strich trübt sich damit die Stimmung in der deutschen Industrie seit Ende Januar kontinuierlich ein. Vergleichen Sie hierzu bitte auch die folgende Grafik! 

 

Immerhin der Dienstleistungssektor stemmt sich noch gegen den schwachen Trend. Hier deuten die Stimmungsbarometer weiterhin auf solides Wachstum. Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass die eher auf Dienstleistungen – etwa Software oder Finanzdienstleistungen – spezialisierte US-Volkswirtschaft gegenwärtig besser als die deutsche abschneidet.  

Bin ich jetzt besorgt? Nein! Im Kern erleben wir eine zyklische Abkühlung der Konjunktur. Das ist völlig normal und definitiv kein Krisensymptom. Gleichwohl sind die jüngsten Abschläge beim DAX durchaus gerechtfertigt.  

Wünschenswert wäre es nun, wenn die laufende Korrektur mit einem weiteren Abschlag von – sagen wir knapp 1.000 Punkten – beim DAX endgültig abgeschlossen würde. Dann wären alle (potenziellen) Belastungsfaktoren umfassend eingepreist. Auf einer solchen Basis lässt sich dann der nächste mehrjährige Hausse-Zyklus starten.  

Was ist jetzt zu tun? Ganz einfach: Computer herunterfahren und das Sommerwetter genießen! An der Börse werden Sie in den kommenden Tagen nicht viel versäumen.  

Ein Hinweis in eigener Sache: Am kommenden Montag (Pfingsten) entfällt diese Aussendung aufgrund des Feiertags. An diesem Tag ruht auch der Börsenhandel in Frankfurt, Wien und Zürich. Von mir lesen Sie dann wieder planmäßig am Dienstag, den 11. Juni.